Handlung
Die tragische Komödie
Der Besuch der alten Dame handelt von der Milliardärin Claire Zachanassian, welche seit 45 Jahren zum ersten mal wieder in ihre Heimatstadt Güllen zurückkehrt.
Zu Beginn der Handlung bereitet sich die verarmte Stadt Güllen auf den Besuch seiner bekanntesten Tochter, der Milliardärin Claire Zachanassian vor. Um eine möglichst große Spende zu erhalten, schicken die Güllener Claires alten Jugendfreund Alfred Ill vor, welcher mittlerweile ein „verkrachter Krämer“ ist, aber dennoch ein hohes Ansehen im Dorf genießt und sogar als nächster Bürgermeister gehandelt wird. In ihrer Jugend waren die beiden ein verliebtes Paar. Als aber Claire (geb. Klara Wäscher) schwanger wurde, flüchtete sich Ill in die Arme einer Anderen. Den Prozess, ob Ill nun der Vater sei, gewann dieser mit Hilfe von zwei bestochenen Zeugen. Das daraufhin verstoßene Mädchen verließ hochschwanger die Stadt und wurde zu einer Prostituierten. In einem Hamburger Bordell verliebt sich der Milliardär Zachanassian in sie und nimmt sie zur Frau. Nach seinem Tod heiratete Claire noch weitere Male, wodurch sie immer größeren Reichtum erlangte.
In Güllen angekommen, erklärt die Zachanassian, sie wolle der Stadt eine Milliarde spenden, unter der Bedingung, dass jemand Alfred Ill tötet. Schockiert verurteilen die Güllener dieses „Kopfgeld“ woraufhin der Bürgermeister verkündet, dass sie das Angebot im Namen der Menschlichkeit ablehnen.
Im 2. Akt beginnen die Güllener jedoch sich zu verschulden indem sie immer mehr und bessere Waren anschaffen. Davon verstört, sucht Ill erfolglos Hilfe bei Polizei und Bürgermeister. Sogar den Pfarrer sucht er auf, welcher ihm zur Flucht rät. Dieser Fluchtversuch scheitert jedoch aufgrund des Handelns der Stadtbewohner und Ill erkennt langsam seine hoffnungslose Situation.
Zu Beginn des 3. Aktes befindet sich Ill in seiner Kammer, wo er seit mehreren Tagen über seine Situation nachdenkt. Als er aufgrund eines Tumultes hinunter in seinen Laden geht, wird klar, dass sich die Güllener allesamt gegen ihn verschworen haben und sogar seine Familie dem Konsum verfallen ist. Alle haben sich auf die Seite Claires gestellt und verurteilen Ill scharf für seine Jugendsünde. Die einzige Ausnahme ist der betrunkene Lehrer, welcher alles vor der Presse aufdecken will, dabei allerdings von den Menschen im Laden gehindert wird.
Nach einer gemeinsamen Fahrt der Familie mit dem neuen Wagen des Sohnes treffen Alfred und Claire ein letztes Mal aufeinander und gedenken ihrer gemeinsamen Zeit. In der darauf folgenden Gemeindeversammlung wird Ill von der versammelten Gemeinde für seine Taten für schuldig erklärt und ermordet.