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Akt 3: Der Prozess

(1. Sz.) Im zum Gefängnis umfunktionierten Schloss Luxemburg unterhalten sich Thomas Payne, ein Engländer, der für die Demokratie eintrat, und Chaumette, ein Hébertist. Thomas Payne erläutert, warum es keinen Gott geben könne. Als Beweis gilt ihm u. a., dass es auf der Welt viel Leid und viel Elend gibt. Er sieht das Leben nicht als harmonisch an, er verneint die Moral, einen Gegensatz von Gut und Böse. Wie Danton und seine Freunde denkt er, dass der Mensch stets nach seiner Natur handle. Der ebenfalls inhaftierte Hérault-Séchelles stimmt ihm zu, er sieht darin eine Rechtfertigung für seinen auf Genuss abzielenden Lebenswandel.
Danton, Philipeau, Desmoulins und Lacroix werden in den Saal geführt. Danton wird von Payne und anderen Gefangenen angefeindet, sie sehen in ihm einen Konterrevolutionär und Verräter. Andere Gefangene jedoch begrüßen die Festgenommenen herzlich, sie preisen ihren Einsatz für Gnade.
(2. Sz.) Der Chefankläger Fouqier-Tinville und der Leiter des Revolutionstribunals, Herman, bereiten den Prozess gegen Danton vor. Sie sind in Sorge, denn sie wissen um das Rednertalent Dantons. Daher wollen sie sich vergewissern, dass die Geschworenen Danton bereits vor Prozessbeginn als schuldig betrachten. Deshalb wählen sie nur Geschworene aus, von denen sie sicher sind, dass sie Danton kein Gehör schenken.
(3. Sz.) Der Gefangene Mercier klagt die vier Festgenommenen an, dass sie mit ihren Reden für die Exekutionen verantwortlich seien und dass sie letztlich von dem System gerichtet würden, das sie selbst geschaffen hätten. Danton gibt ihm Recht. Er bereut, das Revolutionstribunal geschaffen zu haben, doch habe er dies mit der Absicht getan, Leben zu retten, was aber misslang.
(4. Sz.) Danton muss sich vor dem Revolutionstribunal verantworten. Er wird angeklagt, sich mit den Feinden der Revolution verschworen zu haben. Danton weist alle Beschuldigungen zurück und fordert, vor den Ausschüssen zu reden, ansonsten will er nicht aussagen. Er richtet die Anklage gegen das Revolutionstribunal, indem er sich als den Besten der Republik bezeichnet und die Kläger als Verleumder beschimpft. Herman versucht zwecklos, Danton zum Schweigen zu bringen. Der stellt seine Taten mit Pathos als heldenhaft dar. Herman sieht keinen anderen Weg, als die Sitzung zu beenden.
(5. Sz.) Der General Dillon erhält im Luxemburg die Nachricht, dass Danton seine Verteidigung begonnen habe und das Volk deswegen gespannt sei. Dillon will aus dem Gefängnis ausbrechen, um mit Danton den Wohlfahrtsausschuss zu stürzen, er möchte einen Aufstand bewirken. Sein Zellengenosse Laflotte, der ihn belauscht hat, will den Verschwörungsplan anzeigen, um sein eigenes Leben zu retten.
(6. Sz.) Der Wohlfahrtsausschuss debattiert über den Prozess. Sie wollen Dantons Forderungen nicht erfüllen, da sie seine Ausstrahlung fürchten. Aus Angst vor dem Volk wollen sie aber die Ermittlungen auch nicht abbrechen. St. Just erhält die Anzeige Laflottes gegen Dillon. Er plant, diese Verschwörung, von der Danton nichts weiß, gegen diesen zu benutzen. Dazu soll ein Gesetz beschlossen werden, das dem Angeklagten die Rede verbietet, wenn dieser die Arbeit des Gerichts störe. Nachdem St. Just den Rest des Wohlfahrtsausschusses verlassen hat, offenbart sich, dass seine Mitglieder keine überzeugten Anhänger Robespierres sind. Sie beabsichtigen, diesen zu verraten und zu töten. Manche von ihnen leben ebenso genussvoll wie Danton, Barère empfindet Reue wegen der Exekutionen.
(7. Sz.) Danton wird von seinen Mitstreitern für seine Rede gelobt, doch glauben die meisten von ihnen nicht mehr an den Sieg. Danton ist es leid, seine sich anbahnende Hinrichtung vorauszusehen, sie aber nicht abwenden zu können. Er möchte seine Ruhe haben und sterben, sich für immer auflösen. Er glaubt jedoch an keine Erlösung, für ihn ist die Welt eine Fäulnis und jede Tat sinnlos. Dennoch möchte er seinen Tod nicht ohne Kampf hinnehmen.
(8. Sz.) Das von St. Just vorgeschlagene Gesetz ist beschlossen.
(9. Sz.) Bei einer neuen Sitzung des Tribunals verbietet dieses Danton die Redefreiheit nach St. Justs Gesetz. Danton akzeptiert dies nicht, wird aber gewaltsam abgeführt.
(10. Sz.) Das Volk ist hin- und hergerissen zwischen Abscheu und Bewunderung für Danton. Der Hass gegen den Reichtum überwiegt aber, sodass das Volk Dantons Tod fordert.

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