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Adoleszenz

Begriffsbestimmung der Adoleszenz und ihre Kennzeichen

  • Der Begriff Adoleszenz stammt ursprünglich vom lateinischen Wort adolescere, was mit „heranwachsen“ übersetzt werden kann.
  • Die Adoleszenz umfasst den Übergang von der späten Kindheit bis hin zum Erwachsenenalter. (ca. 11.-21. Lebensjahr)
  • Die Jugendlichen entwickeln sich nicht nur physisch, sondern auch seelisch weiter und stehen im Laufe des Erwachsenwerdens vor enormen persönlichen Herausforderungen.
  • Sie sind auf der Suche nach Anerkennung, einem festen Platz in Freundesgruppen und emotionaler Sicherheit, da sie sich zum ersten Mal von ihrem sicheren familiären Hafen ablösen und eigene Wege gehen.
  • Weitere typische Herausforderungen in der Adoleszenz sind die Identitätsfindung oder Schwierigkeiten im Umgang mit der eigenen Autonomie, Individualität und dem Selbstwertgefühl. Auch im Umgang mit Gleichaltrigen sind Neid, Missgunst, Misstrauen und ein übermäßiges Bedürfnis nach Bewunderung charakteristische Kennzeichen der Adoleszenz.

Das Erwachsenwerden der NS-Jugend im Werk

  • Typisch für Mahlke ist sein besonders ausgeprägtes Körperempfinden. Aufgrund seines großen Adamsapfels empfindet er eine große Scham und versucht permanent, diesen zu verdecken.
  • Durch sportliche Höchstleistungen und Mutproben versucht Mahlke seinen Makel zu verschleiern.
  • Ein weiteres Kennzeichen ist, dass die Jungen ihre Sexualität erkennen (S. 40).
  • Außerdem wird im Werk von den ersten Annäherungsversuchen zwischen Mädchen und Jungen berichtet. Vom jeweils anderen Geschlecht erhofft man sich Anerkennung.
  • Weiterhin haben die Jungen Spaß an derben Späßen (S. 28).
  • Die Jugendlichen befinden sich auf der Jagd nach Zuspruch und Anerkennung. Es wird jedoch deutlich, dass die erwünschte Anerkennung eben doch nicht die gewünschte Erlösung bringt, die man sich erhofft hat.
  • Die Tapferkeit misst sich ausschließlich an den militärischen Erfolgen.
  • Auffällig ist auch, dass die Jugendlichen zwar Interesse an militärischen Diensten zeigen und diesen später auch beiwirken, sich jedoch trotzdem eine eigene Realität aufbauen, um der Tragik der Zeit zu entfliehen und ein lebenswertes Dasein zu führen. (Mutbroben, Späße etc.)
  • Die ideologischen Lehrinhalte im Conradinum werden nicht hinterfragt, sondern einfach hingenommen. Mahlke zeigt sich rebellisch, als Direktor Klohse im seine Rede verwehrt. Das Verbot ist jedoch nur Teil der Faschisierung der Schule. Die Kritik an der Ideologie und starren Autoritäten ist demnach nutzlos, ändert jedoch nichts an der Orientierungslosigkeit der Jugendlichen.
  • Noch dazu leiden die Jungen unter einem Identitätsproblem. Sie suchen sich Vorbilder, die für sie eine durchaus wichtige Funktion hätten. Die fehlende väterliche Identifikationsfigur in der Familie wird mit der Bewunderung von Soldaten und den Wunsch nach dem Erreichen ähnlicher Ziele ausgeglichen bzw. kompensiert. Doch von Anfang wird klar, dass die schwierigen familiären Strukturen wohl eher keine gute Grundlage für ein Gefühl von Urvertrauen und emotionaler Sicherheit bieten.
  • Durch die harten und ideologisch geprägten Ansprachen ihres Direktors (S. 55) werden sie stark beeinflusst und haben beinahe keine andere Wahl, als Folge zu leisten. Der Versuch, sich gegen die Verbote und Normen (z. B. dem Verbot des Tragens von Puscheln) zu wiedersetzen, bleibt wiederholt erfolgslos.
  • Die Novelle spiegelt die Lebenswirklichkeit zu dieser Zeit wider. Es wird das typische Denken und Handeln der Jugendlichen im Dritten Reich dargestellt, die unter dem Druck zu ihrer Zeit leiden.

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