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Gottfried Klausen

Gottfried Klausen stellt als Protagonist der Novelle Das Haus in der Dorotheenstraße die zentralste und wichtigste Figur der Erzählung dar.

Infos zur Person

  • Der Protagonist ist „Korrespondent einer überregionalen Tageszeitung“ (S. 74, Z. 19f) und überzeugt dadurch, für seine Artikel immer „gründlich zu recherchieren“ (S. 74, Z. 23) sowie seinen „überaus präzisen Stil“ (S. 74, Z. 24f)
  • Klausen spricht mehrere Sprachen, weshalb er schon des Öfteren ins Ausland versetzt wurde. Aus diesem Grund wird er auch nach London geschickt, um dort als Vertreter eines internationalen Kollegen weiter an seiner Karriere zu feilen (S. 74f)
  • Seit der „gemeinsamen Schulzeit“ (S. 73, Z. 17) ist er mit seiner Frau Xenia zusammen, wodurch sich die beiden bereits in- und auswendig kennen
  • Gottfried Klausen ist ein Mann mittleren Alters, welcher mit seiner Partnerin eine kinderlose Ehe führt

Charakter

  • Gewissenhaft und ehrgeizig: Wenn es um seinen Beruf geht, ist Klausen ein Perfektionist. So verwundert es wenig, dass er selbst nach Feierabend „wieder vor seinem Rechner“ (S. 77, Z. 4f) sitzt, um weiter an seinen Artikeln zu arbeiten. Wenn sich der Protagonist für ein Thema interessiert, übertrifft ihn keiner seiner Kollegen darin „so kenntnisreich und umfassend über die Interna der Londoner City zu berichten“ (S. 77, Z. 10f)
  • Unaufmerksam: Obwohl ihm seine Ehefrau unmissverständlich zu verstehen gibt, dass sie eher abgeneigt ist, mit ihm nach London zu ziehen, scheint Klausen dies nicht ernst zu nehmen und zu erkennen. Eindeutige Anzeichen dafür, dass Xenia sich möglicherweise für immer von ihm verabschiedet, sind, dass sie ihn „etwas länger als gewöhnlich“ (S. 75, Z. 14) bei ihrer Verabschiedung in den Arm nimmt oder auch, dass sie sich kaum bei ihm meldet und ihn am Flughafen London Heathrow (S. 81f) versetzt. Ob Klausen diese subtilen Hinweise darauf, dass seine Frau unglücklich ist, absichtlich oder unabsichtlich nicht registriert, finden wir als Leser nicht heraus. Jedoch nimmt man an, dass in einer gesunden Partnerschaft die Partner gegenseitig spüren, wenn der jeweils andere unzufrieden ist
  • Unsicher: Auch wenn der Protagonist vorgibt, sein Leben voll im Griff zu haben, so merkt man ihm doch an, dass er im tiefsten Innern sehr unsicher ist. Als er beispielsweise sein „sicheres“ Arbeitsumfeld verlässt und beschließt, sich das Theaterstück The Tragedy of Othello, the Moor of Venice in der „berühmten Royal Shakespeare Company“ (S. 77, Z. 18f) anzusehen, ist er erschüttert von „der Willkür, der Unzuverlässigkeit des schönen Scheins“ (S. 77, Z. 22f). Bestandteil des Stückes ist es, dass der betrogene Othello rasend vor Eifersucht Mord an seiner Frau begeht. Gottfried wühlt die Aufführung auf, was sich nicht zuletzt darin bemerkbar macht, dass er im Anschluss versucht, Xenia zu erreichen. Als seine Ehefrau jedoch nicht ans Telefon geht, kann er zwar einschlafen, findet jedoch die Nacht über keine Ruhe (S. 79)
  • Anhänglich: Klausen sucht eindeutig die Nähe zu Xenia. Dies bezeugen seine zahlreichen Anrufe und auch sein Drängen darauf, dass sie doch zu ihm nach London ziehen soll. Leider scheint jedoch zu diesem Zeitpunkt schon alle Rettung ihrer Ehe zu spät zu kommen, denn Xenia blockt die Annäherungsversuche ihres Mannes ab
  • Liebevoll: Unser Protagonist mag nicht der beste Ehepartner sein, er ist jedoch auch nicht durch und durch unrecht. Als er die Ankunft seiner Frau am Flughafen Heathrow erwartet, hält er „einen Veilchenstrauß in der Hand“ (S. 81, Z. 25) und hat sich augenscheinlich Gedanken darüber gemacht, wie er seiner Xenia eine Freude machen könnte
  • Sachlich: Emotionale Reaktionen versteht Gottfried eher weniger. Für ihn ist es beispielsweise „unnötig“ (S. 78, Z. 20), nachdem er Frau Klausen nicht erreicht, sie noch einmal kurz vor dem Zubettgehen erneut anzurufen. Als er „versuchte, einen Anflug von Gekränktheit loszuwerden“ (S. 82, Z. 25), spürt man zwar kurzzeitig, dass er auch Emotionen empfindet, diese allerdings nur selten zulässt
  • Genügsam: Klausen fühlt sich in der Geborgenheit seines Hauses in der Dorotheenstraße, seinem Beruf als Korrespondenten und seiner vertrauten Beziehung zu Xenia wohl. Er jagt keinen unrealistischen Zukunftsplänen hinterher und hat aufgrund seiner Arbeit als Korrespondent bereits im Ausland, beispielsweise in Madrid gelebt und demzufolge bereits etwas in seinem Leben erlebt
  • Verdrängend: Dass der Ehemann Klausen das offensichtlich problembehaftete Verhältnis mit seiner Frau nicht ernst nimmt, geschieht aufgrund seiner Verdrängungstendenzen. Indem Gottfried die Eheprobleme von sich wegschiebt, werden sie immer größer. Somit befindet sich das Paar in einem Teufelskreis: während Herr Klausen verdrängt und damit die Bedürfnisse seiner Frau missachtet, wendet sich Xenia reaktiv von ihm ab und zieht sich zurück, da sie sich in ihrer Rolle als Partnerin nicht wertgeschätzt fühlt

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