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Basiswissen
Inhaltsverzeichnis

Stilmittel

Nachfolgend werden die Stilmittel der Novelle Aus dem Leben eines Taugenichts vorgestellt sowie analysiert. Auch wenn die Erzählung als Novelle deklariert ist, weist sie dennoch ebenfalls Färbungen der literarischen Gattungen Lyrik und Märchen auf.

Sprache und Gattung

Novelle: narrativer Prosatext
Lyrik: Sprachrhythmischer, melodiöser und liedhafter Text
Märchen: Text mit idealisierten Figuren, Handlungen und Vorkommnissen, meist mit einem glücklichen Ausgang
Parataxe: „Der Waldhornist sah mich groß an. Das tut gar nichts, so fuhr er [...] fort, ich möchte gar nicht so reisen [...] . Das ist just das Schönste, wenn wir so frühmorgens heraustreten [...] und gar nicht voraussehen, was uns bis zum Abend noch für ein besonderes Glück begegnen kann. Ja, sagte der andere, und wo wir hinkommen und unsere Instrumente herausziehen, wird alles fröhlich [...] und die Fräuleins an der Tafel verdrehen sich fast die Hälse [...] .“ (Kap. 9, Z. 106 ff.)
\(\rightarrow\) Die Aneinanderreihung eigenständiger Hauptsätze, die durch einen Konnektor wie eine Konjunktion, oder auch mit einem Komma, Semikolon, Gedankenstrich, Punkt oder Doppelpunkt miteinander verbunden sein können

Stilmittel

  • Alliteration: „freie Feld“ (Kap. 1, Z. 27), „...weite Welt, ... “ (Kap. 1, Z. 31), „...Fräulein Flora ...“ (Kap. 10, Z. 164)
    \(\rightarrow\) Die betonten Satzanfänge der aufeinanderfolgenden Wörter besitzen den gleichen Anlaut.

  • Akkumulation: „Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld“ (Kap. 2, Z. 365) „Und Hammel und Schweine, Puter und fette Gänse ...“ (Kap. 3, Z. 215 f.)
    \(\rightarrow\) Ansammlung mehrerer Wörter zu einem nicht zwingend erwähnten Oberbegriff

  • Anadiplose: „...und nicht weit von mir teilte sich die Landstraße in viele neue Landstraßen, die gingen weit, weit über die höchsten Berge fort,...“ (Kap. 3, Z. 5 f.)
    \(\rightarrow\) Das Satzende wird am Anfang des folgenden Satzes wiederholt, um das Gesagte zu verstärken

  • Apokope: „[...] Bleibt ewig im Herzen stehn.“ (Kap. 1, Z. 268)
    \(\rightarrow\) Das Weglassen des letzten Buchstabens oder der letzten Silbe eines Wortes

  • Diminutive: „Schlößchen“ (Kap. 10, Z. 256), „Mäulchen“ (Kap. 8, Z. 96), „Köpfchen“ (Kap. 8, Z. 101)
    \(\rightarrow\) Verniedlichung oder Verkleinerung eines Substantivs, indem man die Endung - lein / - chen verwendet

  • Interjektion: „Ach so!“ (Kap. 3, Z. 183)
    \(\rightarrow\) Ausruf oder Auspruch, der Rückschlüsse auf den Gemütszustand des Sprechenden zulässt

  • Kreuzreim: „Wem Gott will rechte Gunst erweisen,
    Den schickt er in die weite Welt,
    Dem will er seine Wunder weisen
    In Fels und Wald und Strom und Feld.“
    (Kap. 1, Z. 30)
    \(\rightarrow\) Jeder zweite Vers reimt sich aufeinander, also stehen die Sätze sich einander über Kreuz gegenüber und das Reimschema lautet demzufolge a-b-a-b

  • Metapher: „Mir war es wie ein ewiger Sonntag im Gemüte.“ (Kap. 1, Z. 26 f.)
    \(\rightarrow\)Die sprachliche Verbindung und Realisierung zweier Bereiche, die eigentlich nicht zusammengehören

  • Paarreim: „Fliegt der erste Morgenstrahl
    Durch das stille Nebeltal,
    Rauscht erwachend Wald und Hügel:
    Wer da fliegen kann, nimmt Flügel!“
    (Kap. 3, Z. 350 ff.)
    \(\rightarrow\)Aufeinanderfolgende Verse reimen sich und bilden immer ein Verspaar, sodass das Reimschema hier aabb lautet

  • Umarmender Reim: „Schweigt der Menschen laute Lust:
    Rauscht die Erde wie in Träumen
    Wunderbar mit allen Bäumen,
    Was dem Herzen kaum bewusst,
    Alte Zeiten, linde Trauer,
    Und es schweifen leise Schauer
    Wetterleuchtend durch die Brust.“
    (Kap. 4, Z. 101 ff.)
    \(\rightarrow\)Der umarmende Reim wird aus mindestens drei Versen gebildet, wobei sich nur jeweils der erste und der letzte Vers aufeinander reimt und die drei Verse umschließt. Das Reimschema ist a-b-b-a

  • Vergleich: „Ich wickelte mich, gleich einem Igel, in die Stacheln meiner eignen Gedanken zusammen;“ (Kap. 2, Z. 315 f.), „... so traurig und doch wieder so überaus fröhlich, wie ein Vogel, der aus seinem Käfig ausreißt.“ (Kap. 2, Z. 360 f.)
    \(\rightarrow\) Gegenüberstellung mehrerer Sachverhalte, indem man Vergleichwörter wie zum Beispiel "gleich", "so" oder "wie" verwendet

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