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Stilmittel

In ihrem Roman nutzt Anna Seghers neben modernen Schreibtechniken auch eine Vielzahl an Stilmitteln. Diese sollen im Folgenden expemplarisch analysiert werden. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der Verwendung von Metaphern.

Metaphern

  • Anna Seghers arbeitet in ihrem Werk mit vielen Metaphern, um die Eindrücke des Erzählers bildlicher darzustellen und die seltsame Wirklichkeit der damaligen Zeit widerzuspiegeln
  • Definition: Ein sprachlicher Ausdruck, bei dem ein Wort aus seinem ursprünglichen Bedeutungszusammenhang in einen neuen übertragen wird; dabei gibt es zwischen diesen beiden keinen direkten Vergleich oder Zusammenhang
  • Bereits der Titel Transit ist als Metapher zu verstehen, die auf die zähflüssige Zwischenstation hindeutet, in der die Transitäre in Marseille gefangen sind
  • Die wohl wichtigste Metapher im Werk ist die Tatsache, dass die Personen, die Marseille scheinbar erfolgreich verlassen können, trotz ihrer Schiffsreise keine Erlösung in einer neuen Heimat finden
  • Im Roman beeindruckt die Autorin mit punktgenauen Metaphern, sie stellt etwa das Hakenkreuz als „schwarze vierarmige Riesenkrabbe“ dar (S. 271)
  • Außerdem arbeitet Seghers mehrfach mit kontroversen biblischen Metaphern, z.B. verknüpft sie ein Hakenkreuzauto mit dem „Leibhaftigen selbst“ (S. 164) oder einen Kosulatstermin mit der „Voruntersuchung zum Jüngsten Gericht“ (S. 217). Dieser unerwartete Bezug zu religiösen Themen drückt aus, wie traumatisch die Erlebnisse für flüchtende Menschen waren

Stilmittel

  • Alliteration: „stummer Strom“ (S. 9)
    \(\rightarrow\) Zur Betonung wird der Anfangsbuchstabe bei aufeinanderfolgenden Worten wiederholt.
  • Allusion: „Sie kennen ja selbst die Präfektur von Marseille“ (S. 279)
    \(\rightarrow\) Eine Andeutung auf etwas, das dem Leser bekannt vorkommen soll.
  • Chiasmus: „‚Wie furchtbar war das alles, wie gemein.‘ - ‚Nicht alles war gemein, nicht alles war furchtbar‘“ (S. 9)
    \(\rightarrow\) Gleiche Wörter oder Sätze werden in direkter Folge überkreuzt angeordnet, um gegenläufige Aussagen hervorzuheben.
  • Contradictio in adiecto: „etwas niederträchtig Aufrichtiges“ (S. 12)
    \(\rightarrow\) Einem Substantiv wird ein widersprüchliches Adjektiv vorangestellt und erregt damit die Aufmerksamkeit des Lesers.
  • Euphemismus: „Ich grämte  mich, dass all der Unfug aus meinem Volk gekommen war“ (S. 14)
    \(\rightarrow\) Mit dem Wort „Unfug“ wird all das Unheil, das der Krieg und das Nazi-Regime verursacht haben, beschönigt. Dadurch bleibt der Leser an der Stelle hängen und wird zum Nachdenken angeregt.
  • Metonymie: „Prager Totenschädel“ (S. 91)
    \(\rightarrow\) Zur Beschreibung des alten Kapellmeisters aus Prag wird in bildlicher Übertreibung das Wort „Totenschädel“ eingesetzt
  • Neologismus: „Ich hatte ja übergenug erlebt“ (S. 27)
    \(\rightarrow\) Aus zwei bekannten Wortbausteinen wird ein neues Wort kreiert. Hier wird das Wort „genug“ durch „über“ noch gesteigert.
  • Oxymoron: „so gründlich war es verlorengegangen in all dem Durcheinander“ (S. 43)
    \(\rightarrow\) Eine Beschreibung wird aus zwei widersprüchlichen bzw. sich ausschließenden Begriffen kombiniert und erregt damit die Aufmerksamkeit des Lesers.
  • Personifikation: „Jetzt verschlang mich der Cafard mit Leib und Seele“ (S. 26)
    \(\rightarrow\) Einer Sache, wie hier der Langeweile bzw. dem Katzenjammer, wird eine menschliche Eigenschaft zugeschrieben.
  • Rhetorische Frage: „Was Nadine anging, fing ich nicht schon an, ihrer müde zu werden?“ (S. 71)
    \(\rightarrow\) Der Ich-Erzähler stellt sich selbst eine Frage, deren Antwort er längst weiß und sich nur noch einmal verdeutlichen möchte.
  • Synästhesie: „Ich spürte einen Geruch“ (S. 45)
    \(\rightarrow\) Bei diesem Stilmittel werden mehrere Sinneseindrücke miteinander vermischt, sodass etwa Farben duften oder Gerüche gespürt werden können.
  • Vergleich: „meine Muttersprache, und sie ging mir ein wie die Milch dem Säugling“ (S. 27)
    \(\rightarrow\) Um sein Gefühl verständlicher zu machen, wird es mit einer bekannten Sache verglichen, die jeder nachvollziehen kann.
  • Wiederholung: „Man spricht von tödlichen Wunden, von tödlicher Krankheit, man spricht auch von tödlicher Langeweile. Ich versichere Ihnen, meine Langeweile war tödlich.“ (S. 26)
    \(\rightarrow\) Zur Betonung wird ein Wort in unmittelbarer Nähe wiederholt, hier sogar mehrfach.

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