Lerninhalte in Deutsch
Abi-Aufgaben LF
Lektürehilfen
Lektüren
Basiswissen
Inhaltsverzeichnis

Abschnitt 3

Der dritte Abschnitt (S. 73 - 138) handelt vom verzweifelten Kampf der Eltern, einen Beweis zu bekommen, dass das Findelkind 2307 ihr Sohn Arnold ist. Noch vor dem Ergebnis einer weiteren Untersuchung stirbt der Vater plötzlich.

Der zweite Verlust von Arnold

Infos

  • Seite: 73 - 75
  • Zeit: ca. Mitte der 50er Jahre
  • Ort: Stadt in Ostwestfalen

Inhalt

  • Für den Ich-Erzähler war das Findelkind 2307 nach dem Gutachten gestorben; dass Arnold nicht gefunden wurde, beruhigte ihn mehr als es ihn enttäuschte
  • Seine Mutter verzweifelte mehr und mehr nach der Nachricht, weinte oder starrte vor sich hin
  • Während der Erzähler als Kind nie von seiner Mutter in den Arm genommen wurde, drückte sie ihn nun immer wieder an sich, um Trost zu finden
  • Wenn er sich ihrer Umarmung entzog, wachte sie aus ihrer Trance aus und starrte ihn bleich an

Flucht in die Arbeit

Infos

  • Seite: 75 - 79
  • Zeit: ca. Mitte der 50er Jahre
  • Ort: Stadt in Ostwestfalen

Inhalt

  • Der Vater kümmerte sich nach dem Gutachten noch mehr als früher ums Geschäft
  • Hatte der Vater die Mutter früher bei der Suche nach Arnold geholfen, stritten die beiden plötzlich heftig über das Thema
  • Der Vater beschloss, zur Umsatzsteigerung ein eigenes Kühlhaus zu bauen. Dafür ließ er die bäuerlichen Nebengebäude des Hauses abreißen und seine früher so geliebten Tauben töten
  • Die ganze Familie musste beim Umbau mit anpacken, denn der Vater hatte es eilig mit seinem Vorhaben
  • Nach gerade einmal drei Monaten war das Kühlhaus fertig und der Vater hatte Vorsprung gegenüber seiner Konkurrenz
  • Der Betrieb wuchs so stark, dass der Vater sechs Lieferwagen brauchte und sieben Tage die Woche arbeitete

Ein Auto gegen die Depression

Infos

  • Seite: 79 - 82
  • Zeit: ca. Mitte der 50er Jahre
  • Ort: Stadt in Ostwestfalen

Inhalt

  • Während der Vater fürs Geschäft auf Tour war, erlitt die Mutter einen Schwächeanfall und zog sich beim Sturz eine Schädelfraktur zu
  • In den Wochen im Krankenhaus hatte sie nur über die Vergangenheit nachgedacht und war niedergeschlagener denn je
  • Der Vater versuchte, sie mit Geschenken aufzumuntern
  • Als Überraschung hatte er einen noblen Opel Admiral bestellt. Als er das Bargeld am Tag vor der Abholung zu Hause deponierte, nahm die Mutter die Bündel Hundertmarkscheine und warf sie in den Küchenherd, weil sie ihr Kind und kein Auto wollte
  • Weil die Mutter dann mit zitterndem Kopf am Tisch saß, blieb der Vater ruhig, rettete einige Scheine aus dem Feuer und sprach nie wieder über den Vorfall
  • Der Vater bekam die kaputten Scheine zu zwei Drittel von der Bank ersetzt und kaufte den Admiral trotzdem
  • Streit zwischen den Eltern gab es danach nie wieder

Anthropologisches-erbbiologisches Gutachten

Infos

  • Seite: 82 -84
  • Zeit: ca. Ende der 50er Jahre
  • Ort: Stadt in Ostwestfalen

Inhalt

  • Am Tag als der Vater sein Auto bekam, schrieb er einen Brief an das Jugendamt und den Suchdienst des Roten Kreuzes, um für die Mutter die Suche nach Arnold voranzutreiben
  • Das geforderte anthropologisch-erbbiologische Abstammungsgutachten wurde vom Jugendamt abgelehnt, um das Findelkind vor weiteren Enttäuschungen nach der Gegenüberstellung mit den möglichen Eltern zu schützen
  • Der Vater schaltete einen Anwalt ein, sodass das Gutachten durchgeführt werden konnte
  • Vom Findelkind sollten die vorliegenden Daten genutzt werden, Vater, Mutter und Erzähler mussten noch vermessen werden und sollten dafür zu Dr. phil. et med. Freiherr von Liebstedt an der Universität Heidelberg
  • Nachdem der Termin vereinbart war, besserte sich der Zustand der Mutter. Sie lachte und freute sich auf die Reise im Admiral

Reise nach Heidelberg

Infos

  • Seite: 84 - 86
  • Zeit: ca. Ende der 50er Jahre
  • Ort: Heidelberg

Inhalt

  • Der Erzähler freute sich nicht auf die Reise. Im Admiral kamen plötzlich seine alten Reisekrankheitssymptome wieder auf
  • Der Vater empfand es als Angriff gegen seine Person und undankbares Verhalten, dass dem Erzähler durch den Kunststoffgeruch im Admiral übel wurde
  • Damit er sich nicht in das teure Auto erbrechen würde, bekam er schon Tage vor der Reise Tabletten, die der Erzähler als eine Art Impfung gegen Arnold auffasste
  • Zwar halfen die Tabletten gegen die Übelkeit, dafür aber trat die Trigeminusneuralgie wieder auf und der Erzähler musste schmerzhaft sein Gesicht verziehen
  • Weil der Vater auch für die Schmerzattacken kein Verständnis hatte, kam die Familie schlecht gestimmt in Heidelberg an
  • Sie bezogen eine Privatpension in der Nähe des Gerichtsanthropologischen Instituts, denn ein Hotel wäre für den Vater und einstigen Bauern nie in Frage gekommen

Laboruntersuchungen

Infos

  • Seite: 86 - 97
  • Zeit: ca. Ende der 50er Jahre
  • Ort: Heidelberg

Inhalt

  • Der Vater war vor dem Termin beim Professor plötzlich gar nicht mehr selbstsicher und musste von der Mutter beruhigt werden
  • Erst als der Vater seinen Anzug trug, verlor er sein Lampenfieber und ging mit festen Schritten auf das Laboratorium zu; lediglich ein vorfahrender Leichenwagen verunsicherte ihn kurz
  • Nachdem eine Vorzimmerdame alle Personalien notiert hatte, wurde die Familie von einer Laborantin aufgefordert, Schuhe und Strümpfe auszuziehen
  • Der übergewichtige Vater hatte Probleme dabei, sodass der Erzähler ihm helfen musste. Beim Anblick der nackten Füße seines Vaters war er überrascht, denn der rechte Fuß war fleischig, während der linke knochig und gewölbt war
  • Die Laborantin nahm mithilfe von Gipstüchern Abdrücke von den Füßen, ohne beim Vater auf den Unterschied zu achten. Der Erzähler selbst traute sich nicht, etwas darüber zu sagen und hoffte, dass er dem Findelkind beim Gutachten dadurch ein Schnippchen schlagen konnte
  • Danach forderte die Laborantin die Familie auf, den Oberkörper freizumachen, um Körperbaumerkmale untersuchen zu können
  • Weil der Vater irritiert nach dem Professor fragte, reagierte die Laborantin genervt und erklärte trotzig, dass der Freiherr erst nachmittags für die Kopfmerkmale vor Ort sei
  • Hinter einem Vorhang maß die Laborantin dann Schulter-, Brust- und Bauchumfang, wobei dem Erzähler vor Scham ganz heiß wurde. Noch schlimmer war für ihn aber, als sie ihm mit einer Zange in den Bauch kniff, um den Rohrerindex zu bestimmen
  • Es wunderte den Erzähler danach, dass seine Eltern einen gelassenen Eindruck machten
  • Die Laborantin schickte die Familie nach einiger Zeit in die Mittagspause in der Kantine

Leichenwagenfahrer in der Kantine

Infos

  • Seite: 97 - 107
  • Zeit: ca. Ende der 50er Jahre
  • Ort: Heidelberg

Inhalt

  • In der Kantine des Laboratoriums war nur noch an einem Tisch Platz, sodass sich die Familie zu dem Leichenwagenfahrer setzen musste, den sie morgens bereits gesehen hatte
  • Der redselige Mann erzählte ihnen ungefragt von den verschiedenen Kantinen, in denen er immer essen geht, und philosophierte über die verschiedenen Speisen
  • Der Erzähler wurde vom Vater an den Tresen geschickt, dreimal Schweinenacken zu bestellen, was der Fahrer ebenfalls kommentierte und erstmals eine Antwort vom Vater erhielt
  • Während die Familie aß, ließ sich der Fahrer darüber aus, dass er nicht mehr in der Kantine der Oberfinanzdirektion essen darf, weil sein Leichenwagen auf dem Parkplatz einen schlechten Eindruck machen könnte
  • Weil der Vater das Schweigen danach nicht ertrug, antwortete er mit der Floskel, dass das letzte Hemd auch keine Taschen habe, was den Mann zu einer langen Predigt über Leichenhemden anstachelte
  • Die Eltern hörten nicht mehr richtig zu, doch der Erzähler versuchte in dem Mann den Tod herauszulesen und bestaunte die Frisiercreme, die Koteletten und den aufgekratzten Altersflecken auf dessen Wange
  • Der Erzähler vermutete, dass der Leichenwagenfahrer Angst vor dem Tod hat, wenn er den sogenannten Grabfleck wegkratzen wollte
  • Der Mann erzählte weiter und lobte die hygienischen Verbrennungsöfen im Krematorium, die so gut arbeiten würden, dass der Direktor sogar einen Knochenrest in den Mund nahm, um ihn zu überzeugen
  • Beim Wort „Geschäft“ erwachte der Vater aus seinem Sekundenschlaf und stellte fest, dass sie sich für den Termin beim Professor beeilen müssen

Prof. Freiherr von Liebstedt

Infos

  • Seite: 107 - 118
  • Zeit: ca. Ende der 50er Jahre
  • Ort: Heidelberg

Inhalt

  • Mit wenigen Minuten Verspätung kam die Familie im Laboratorium an, woraufhin sie alle einen Rüffel von der Laborantin bekamen
  • Auf den Professor mussten sie trotzdem noch eine halbe Stunde warten, um nach einer wortlosen Begrüßung weitere zwanzig Minuten vor seinem Behandlungszimmer zu sitzen
  • Der kleine, schmächtige Professor erschien im weißen Kittel mit silberner Anstecknadel und stellte fest, dass er wie der Vater aus Rakowiec stammt
  • Der Vater war durch die Gemeinsamkeit ermutigt und tauschte sich mit dem Freiherren über den Boden in der damaligen Heimat aus. Als der Professor aber die Russen erwähnte, zuckten der Vater und die Mutter zusammen
  • Der Professor studierte mit Zigarette im Mund die Unterlagen und schickte den Erzähler dann in den Warteraum, um die Kopfmerkmale der Eltern zu untersuchen
  • Während er wartete, beobachtete der Erzähler die Laborantin bei ihrer Arbeit an den Gipsfüßen und sinnierte nochmal darüber nach, ob Kinder mit platten Füßen beim Gutachten mehr Chancen auf Verwandtschaft hätten als er mit eher gewölbten Füßen
  • Dann wurde er zum Professor gerufen, der noch rauchte und aus dem Fenster schaute. In der Zwischenzeit entdeckte der Erzähler Einschusslöcher in der Decke, was der Professor ihm bestätigte und ihn als aufgewecktes Kerlchen lobte
  • Liebstedt tastete den Kopf des Erzählers ab und drückte seinen Daumen in jede Erhebung, sodass dem Erzähler schwindlig wurde. Außerdem schämte er sich mehr und mehr für die Höcker auf seinem Kopf und begann wieder zu schwitzen
  • Der Professor ließ sich nichts anmerken und vermaß mit einer Zange den Kopf. Nebenbei erklärte er, was die Stirnbreite oder Ohrbreite alles aussagen konnte. Dass der Professor ihn einweihte, schmeichelte dem Erzähler
  • Nach wenigen Minuten konnte der Erzähler gehen und wurde schon von den fertig mit Mantel eingekleideten Eltern im Warteraum empfangen
  • Seine Erzählungen über die schmerzhafte Zangenvermessung ignorierten die Eltern. Erst als er behauptete, der Zirkel hätte ihn ins Gesicht gestochen, schaute die Mutter ihn erschrocken an
  • Der Vater unterbrach den Erzähler genervt

Stadtausflug

Infos

  • Seite: 118 - 123
  • Zeit: ca. Ende der 50er Jahre
  • Ort: Heidelberg

Inhalt

  • Den Rest des Tages wollte die Eltern eine Stadtbesichtigung machen
  • In einem Stadtprospekt las die Mutter, dass die Steinbrücke, über die sie gehen mussten, besondere Schwingungen habe
  • Mitten auf der Brücke nahmen die Eltern sich innig in den Arm, was der Erzähler so noch nie bei ihnen gesehen hatte
  • Seine aufkommende Traurigkeit versuchte der Erzähler vertreiben, indem er die Brücke mit Sprüngen zum Schwingen bringen wollte
  • Die Eltern beachteten ihn nicht und gingen weiter. Auch sein Interesse für die Flussgötter bei einem Denkmal, die er gerne auch vermessen hätte, ignorierten sie
  • Er lief im Zickzack durch die Gassen und versteckte sich immer wieder im Windschatten seiner Eltern, damit sie ihn nicht sehen konnten
  • Als die Mutter sich so unbeobachtet fühlte, sagte sie zum Vater, dass es für ihn auch nicht leicht sei. Der Vater aber meinte, dass es für den Erzähler am einfachsten sei
  • Bei der Schlossbesichtigung grübelte der Erzähler die ganze Zeit über die Worte des Vaters, denn er hatte immer das Gefühl, dass es für ihn am schwersten sei. Für Arnold dagegen müsste es seiner Meinung nach am einfachsten sein, da er weder Hausaufgaben machen, noch gescheit sein musste. Die Eltern sorgten sich trotzdem ständig um ihn, weinten um ihn oder fuhren für Arnold nach Heidelberg
  • Zurück in der Pension stellte die Mutter fest, dass sie den Weinkeller des Schlosses verpasst hatten. Als der Vater meinte, dass sie den das nächste Mal anschauen könnten, war dem Erzähler klar, dass es dazu nie kommen würde
  • Die drei Tage in Heidelberg waren die erste Reise der Familie, denn das Reisen erinnerte die Eltern an die Flucht

Enttäuschte Abreise

Infos

  • Seite: 123 - 127
  • Zeit: ca. Ende der 50er Jahre
  • Ort: Heidelberg

Inhalt

  • Vor der Abreise hatte die Familie noch einen Termin im Laboratorium, um die Ergebnisse der Fußuntersuchung zu erfahren
  • Der Professor empfing die Familie persönlich und teilte mit, dass die Fußvergleiche gar nicht schlecht ausgefallen sind
  • Der Erzähler schloss aus den Erläuterungen, dass seine Füße besser zum Findelkind passten, als zu denen der Eltern, was seine Angst vor der Rückkehr seines Bruders erhöhte
  • Als der Professor erklärte, dass der Fußvergleich des Findelkindes und des Vaters positiv ausgefallen ist, bereute der Erzähler, dass er der Laborantin nichts von den unterschiedlichen Füßen des Vaters gesagt hatte
  • Die Eltern freuten sich und dankten dem Professor. Doch dieser erklärte, eine Verwandtschaft könne er bisher nicht eindeutig belegen und er wolle erst die Körperbau- und Kopfmerkmale analysieren
  • Auf der Heimfahrt sprachen die Eltern kaum, weil sie erkannten, dass sie genaugenommen nicht weitergekommen sind
  • Kurz vor der  Ankunft zu Hause bekam der Vater einen Tobsuchtsanfall und daraufhin Schmerzen in der Brust, sodass die Mutter den Rest der Strecke fuhr
  • Der Vater schimpfte unentwegt weiter, dass die Fahrt nach Heidelberg gänzlich überflüssig gewesen sei und pure Geldverschwendung. Erst der Anblick des Polizisten bei ihnen im Hof brachte ihn zum Schweigen

Einbruch

Infos

  • Seite: 127 - 128
  • Zeit: ca. Ende der 50er Jahre
  • Ort: Stadt in Ostwestfalen

Inhalt

  • Der Revierpolizist Herr Rudolph erklärte den Eltern, dass in der Nacht das Kühlhaus aufgebrochen worden war, die Ware fast vollständig geklaut und die Kühlung ausgeschaltet worden ist
  • Während die Mutter gefasst reagierte und die Versicherung kontaktieren wollte, wurde der Vater bleich und sackte zusammen
  • Der Notarzt diagnostizierte eine Kreislaufschwäche und verordnete dem Vater Bettruhe. Dieser allerdings hielt sich nicht daran
  • Er kam in die Küche, um der Mutter zu gestehen, dass die Ware nicht versichert ist, weil er die Prämie für den Monat noch sparen wollte

Tod des Vaters

Infos

  • Seite: 128 - 133
  • Zeit: ca. Ende der 50er Jahre
  • Ort: Stadt in Ostwestfalen

Inhalt

  • Nach seiner Beichte ging es dem Vater wieder schlechter, sodass die Mutter erneut den Notarzt rief
  • Der Vater wurde ins Krankenhaus gebracht und von der Mutter begleitet. Herr Rudolph wollte sich in der Zeit um den Erzähler kümmern
  • Der Erzähler freute sich über die Gesellschaft, denn er hielt den Polizisten für einen freundlicheren Menschen als seinen Vater. Herr Rudolph redete normal mit ihm, zeigte ihm sein Funkgerät und richtete für ihn Abendessen
  • Der Polizist erzählte, dass im Kühlhaus Fingerabdrücke gefunden wurden, die aber auch von den Eltern oder dem Erzähler stammen könnten. Der Erzähler fühlte sich sofort schuldig, obwohl dazu keinerlei Grund bestand
  • Auch Fußabdrücke kamen ihm sofort in den Sinn, nach denen er den Polizisten daher auch fragte. Außerdem erzählte er Herr Rudolph, wie in Heidelberg Fußabdrücke gemacht wurden
  • Der Erzähler redete über die Einschusslöcher im Laboratorium, über den Leichenwagenfahrer und Menschenknochen, bis er vor Müdigkeit fast vom Stuhl gerutscht wäre
  • Am nächsten Morgen erfuhr der Erzähler, dass sein Vater keine Kreislaufschwäche, sondern zwei Herzinfarkte gehabt hatte und auf der Intensivstation lag
  • Die Mutter kam nur nach Hause, um ihm Abendessen zu richten
  • Kurz bevor der Erzähler ins Bett wollte, holte Herr Rudolph ihn ab, weil der Zustand des Vaters sich verschlechtert hatte
  • Der Anblick seines kranken, verkabelten Vaters, der ihn nicht mehr erkannte, löste beim Erzähler Übelkeit aus. Er musste die Intensivstation verlassen und wurde vom Polizisten wieder nach Hause gebracht
  • Gegen zwei Uhr morgens weckte Herr Rudolph den Erzähler und sagte ihm, dass der Vater gestorben ist. Als Trost legte er ihm eine Bibel auf den Nachttisch und ging wieder, um sich um die Mutter zu kümmern
  • Obwohl der Erzähler sonst nicht freiwillig las, nahm er die Bibel und las so lange, bis er bei Geschichten über das Tote Meer einschlief. Er wollte ein guter Sohn für seinen Vater sein
  • Am nächsten Morgen umarmte die Mutter ihn in Tränen aufgelöst. Ihre schwarze Trauerkleidung machte den Erzähler verlegen, weil er erst kurz brauchte, um sich an den Tod des Vaters zu erinnern
  • Im Laufe des Tages kamen Verwandte, Bekannte und Nachbarn vorbei, sodass er nie mit der Mutter alleine war und die Stille im Haus gemildert wurde

Scham auf der Beerdigung

Infos

  • Seite: 133 - 138
  • Zeit: ca. Ende der 50er Jahre
  • Ort: Stadt in Ostwestfalen

Inhalt

  • Vor der Beerdigung war die Mutter mal verzweifelt, mal geschäftig
  • Der Erzähler bekam von ihr eine schwarze Binde um den Arm, die er tragen sollte. Weil sonst keiner in der Schule eine solche Binde hatte, schämte er sich
  • Die Klassenkameraden mieden ihn und er dachte, es läge daran, dass er den Tod am Arm trägt und sich keiner anstecken wollte
  • Weil er die Binde nach der Beerdigung ablegen durfte, freute sich der Erzähler auch auf den Tag
  • Am Tag vor der Beerdigung ging er mit der Mutter in den Leichenkeller, um Abschied zu nehmen. Die Mutter warf sich auf den toten Vater und küsste ihn. Der Erzähler aber blieb mit Abstand stehen und wunderte sich, weil er das Gefühl hatte, seinen Vater jetzt das erste mal atmen zu sehen
  • Tags darauf fuhren die Mutter und der Erzähler im Admiral zur Beerdigung, zu der viele Menschen gekommen waren
  • Der Erzähler war überrascht, dass sein Vater offenbar ein hochangesehener Mann gewesen ist, dem viele die letzte Ehre erweisen wollten
  • Am offenen Grab brachte der Erzähler es nicht über sich, Erde auf den Sarg zu werfen. Er wollte ein guter Sohn sein und ließ die Erde neben den Sarg rieseln
  • Gleichzeitig fühlte er keinen wirklichen Schmerz, sondern dachte nur daran, dass er seine Binde gleich vom Arm nehmen durfte

Weiter lernen mit SchulLV-PLUS!

monatlich kündbarSchulLV-PLUS-Vorteile im ÜberblickDu hast bereits einen Account?