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Inhaltsverzeichnis

Zehntes Kapitel

Im zehnten Kapitel wird Maries Abfahrt plötzlich Realität, sodass der Erzähler alles tut, um auch ein Ticket zu bekommen. Doch kaum hat er dieses in der Hand, muss er feststellen, dass Marie noch immer an ihrem toten Mann hängt und die Suche nach ihm nie aufgeben wird. Während er zurückbleibt und ein neues Leben auf der Pfirsichfarm beginnt, geht Marie mitsamt der Montreal unter.

Erster Abschnitt

Infos

  • Seite: 274 - 276
  • Zeit: Februar 1941
  • Ort: Marseille

Inhalt

  • Der Erzähler setzte sich in ein Café, rauchte und grübelte; mal fürchtete er, Maries Schiff könnte das letzte sein, mal wurde er vor Hoffnung auf einen guten Ausgang ruhig
  • Plötzlich kam der Arzt herbei und erzählte ihm, dass Marie auf einmal wie versessen auf ihre Abfahrt sei
  • Der Arzt fürchtete, dass man ihr auf der Präfektur Hoffnung gemacht habe, dass sie ihren Mann im fernen Land wiedersehen könnte
  • Der Erzähler versuchte den Arzt zu beruhigen, dass Marie den Mann sicher nicht am anderen Ende der Welt finden würde, wenn sie ihn schon in Marseille nicht finden konnte
  • Der Arzt erklärte daraufhin, dass er sich für Marie freue und sich sicher sei, dass sie auf dem Schiff ihre Suche nach Weidel vergessen würde, wenn die Vergangenheit erst hinter ihr liege
  • Es machte den Erzähler wütend, dass der Arzt den Kampf um Marie gewonnen hat, obwohl er sich selbst für schlauer hielt
  • Als er dem Arzt lautstark erwiderte, dass Weidel vielleicht gerne gefunden werden würde, versuchte dieser ihn zu beruhigen; er hätte Weidel doch nie getroffen und solle sich nicht über ihn aufregen

Zweiter Abschnitt

Infos

  • Seite: 276 - 281
  • Zeit: Februar 1941
  • Ort: Marseille

Inhalt

  • Schon beim Morgengrauen stand der Erzähler bei der Schifffahrtsgesellschaft und versuchte doch noch, ein Ticket zu bekommen
  • Ihm wurde Frist bis zum Mittag erteilt, damit seine Vorbuchung nicht verfällt, doch so schnell würde er nicht an sein Geld und die Papiere kommen
  • Voller Scham stellte er fest, dass er wie die anderen flehenden Menschen eine Abfahrtsbesessenheit entwickelt hatte
  • Plötzlich packte der kahlköpfige Mittransitär ihn am Handgelenk und fragte erstaunt, ob er doch abfahren wolle
  • Als er die Probleme des Erzählers hörte, bot er ihm sein Tickte an; er selbst wollte von der Fahrt zurücktreten, um in die Heimat zurückzukehren; er erteilte dem Erzähler auch einen Kredit für die Kaution
  • Der Erzähler erkannte, dass er das Spiel bis zum Ende durchgehalten und doch noch gewonnen hatte
  • Der kahlköpfige Mann besorgte ihm ein Taxi zur Präfektur, wo eine Schlange von Menschen wartete, die schon so viel erlebt und mitgemacht hatten, wie sonst mehrere Generationen
  • Er gehörte zu den Ersten in der Schlange, die in die Präfektur gelassen wurden, wo er sich sofort nach Rosalie umsah
  • Sie hatte alles für ihn vorbereitet, zählte sein Geld und warnte ihn noch, dass er sich vor Spitzeln auf dem Schiff in Acht nehmen müsse
  • Zurück am Transport Maritimes zog der kahlköpfige Mann ihn zum Schalter, wo der Beamte sich wunderte, weil eben dieses Ticket bereits zum dritten Mal weitergegeben wurde
  • Danach gingen die Männer in ein Café, wo der Kahlköpfige dem Erzähler berichtete, dass er sein Leben lang in anderen Ländern unterwegs gewesen sei und jetzt, wo alle fliehen, Sehnsucht nach der Heimat habe

Dritter Abschnitt

Infos

  • Seite: 281 - 282
  • Zeit: Februar 1941
  • Ort: Marseille

Inhalt

  • Der Erzähler fuhr zum Hafenamt und sinnierte darüber nach, dass hinter diesem Warteraum nur noch das Meer wartete
  • Er erblickte den alten Spanier und das alte Ehepaar aus dem Hotel
  • Er selbst legte seine Papiere vor und bekam endlich ohne neue Probleme den Stempel für seine Abfahrt

Vierter Abschnitt

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  • Seite: 282 - 283
  • Zeit: Februar 1941
  • Ort: Marseille

Inhalt

  • Der Erzähler blickte aufs Meer hinaus, das für ihn und die anderen Transitäre eine so große Hoffnung barg
  • Er wurde plötzlich vom Wunsch erfasst, sofort abzufahren und malte sich aus, wie er Marie auf dem Schiff für sich gewinnen und mit ihr neu anfangen würde
  • Er fühlte sich, als könne er nur jetzt abfahren und würde sonst für immer ein schwacher unzuverlässiger Bursche bleiben
  • Er erblickte ein Schiff, hoffte, dass es seines war und wurde enttäuscht als er von einem Schiffer erfuhr, dass die Montreal weit entfernt liege

Fünfter Abschnitt

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  • Seite: 284 - 288
  • Zeit: Februar 1941
  • Ort: Marseille

Inhalt

  • Der Erzähler fuhr zu Marie, um ihr als Abschiedsgeschenk einen Hut zu überreichen, wusste aber nicht, ob er ihr von seinem Schiffsticket erzählen sollte
  • Sie freute sich und beklagte, dass sie sich erst so spät kennengelernt haben
  • Nachdem er ihr geholfen hatte, einen Koffer zu schließen, gestand sie ihm außerdem, dass da etwas sei, was sie innerlich zurückhalte von der Abfahrt
  • Der Erzähler fragte nach, ob er der Grund sei; sie erwiderte, dass sie sich nicht vorstellen könne, ihn nie wieder zu sehen
  • Als der Erzähler direkter wurden und wissen wollte, was wohl der Arzt sagen würde, wenn er auf dem Schiff auftauchen würde, lenkte sie ab; er wisse doch, dass ihr Mann sie trenne
  • Die beiden legten ihre Köpfe aneinander und saßen minutenlang friedlich so da, bis der Erzähler fühlte, er müsse ihr jetzt die Wahrheit sagen
  • Marie erschrak bei seinem aufgeregten Tonfall, lächelte aber, nachdem er verkündet hatte, ihr Mann sei tot
  • Sie wehrte ab, dass sie auf der Präfektur von einer dicken Frau erfahren habe, dass ihr Mann noch lebe und sie ihn vielleicht schon auf der Fahrt wiedersehen würde
  • Der Erzähler konnte ihr den Gedanken nicht ausreden; Marie dagegen war erleichtert, weil er ihr eben nicht sagen konnte, dass er ihren Mann tot gesehen hat; endlich konnte sie wirklich glauben, dass Weidel lebt und unbesorgt abfahren
  • Der Erzähler erkannte, dass der Tote uneinholbar für ihn war und Marie festhielt; er begann sogar selbst zu zweifeln, dass Weidel ja noch leben könnte
  • Als er beim Gehen den Arzt traf, wimmelte er dessen Einladung auf einen Apéritif gedankenverloren ab

Sechster Abschnitt

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  • Seite: 288 - 289
  • Zeit: Februar 1941
  • Ort: Marseille

Inhalt

  • Der Erzähler ging direkt zum Schalter der Transports Maritimes und gab sein Ticket zurück
  • Der Beamte steckte es in eine Schublade, da offenbar längst ein mächtiger Mann ein freiwerdendes Ticket vorgebucht hatte

Siebter Abschnitt

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  • Seite: 289 - 293
  • Zeit: Februar 1941
  • Ort: Marseille

Inhalt

  • Der Erzähler lag die ganze Nacht wach; er hörte, wie sein Zimmernachbar sich von seiner schwangeren Freundin verabschiedete und wie das alte Ehepaar nebenan die Koffer für die Abfahrt bereitmachte
  • Frühmorgens lief er durch die Stadt und stellte fest, dass er noch nie gesehen hatte, wie die Frauen die Fischernetze am Hafen flickten
  • Er sinnierte, dass die Menschen, die immer in Marseille geblieben sind, für ihn wie Familie sind
  • Als er eine Frau beim Pizzabacken beobachtete, übermannte ihn der Wunsch, Marie noch einmal zu sehen
  • Er ging in den Mont Vertoux, wo sie auf seinem Lieblingsplatz saß und ihn anstrahlte, weil sie ihren Abfahrtsstempel erhalten hatte
  • Noch bevor er sich setzen konnte, umarmte sie ihn und gab ihm Küsschen auf die Wange
  • Als der Erzähler ihr Gesicht fasste und sie küsste, kam der Arzt herbei und bat Marie, eine Unterschrift für die Gepäckversicherung auf der Transports Maritimes zu leisten, falls sie noch fahren wolle
  • Marie tat die Frage mit leichtem Spott ab und erklärte, dass sie ihm ja versprochen habe, ihm bis ans Ende der Welt zu folgen
  • Als sie wegging, fühlte der Erzähler nicht den Schmerz, den er erwartet hatte; nur ihre letzten Worte „bis ans Ende der Welt“ hallten in seinem Kopf nach
  • Der Arzt bedankte sich für all die Hilfe und blieb noch irritiert stehen, weil der Erzähler erwiderte, dass es bestimmt nur Zufall gewesen sei
  • Der Erzähler blieb allein zurück und wurde von der Trauer um Weidel ergriffen; er fühlte, dass er mit ihm zurückgeblieben war und Marie an den Arzt verloren hatte
  • Er grübelte darüber nach, dass Vergangenheit und Zukunft gleich undurchsichtig waren, dass der Transit Gegenwart bedeutete; außerdem ahnte er, dass er unversehrbar war

Achter Abschnitt

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  • Seite: 293 - 296
  • Zeit: Februar 1941
  • Ort: Marseille

Inhalt

  • Der Erzähler ging müde ins Hotel und dann doch unruhig zurück in die Stadt
  • Das Gerede um die Montreal hörte auf, sobald diese am frühen Nachmittag ausgelaufen war
  • Er setzte sich aus Gewohnheit mit dem Gesicht zur Tür an seinen Lieblingsplatz und hoffte, Marie wiederzusehen; nicht die, die an den Toten gebunden war, sondern die, die er einst kennengelernt hatte
  • Plötzlich kam Achselroths Freund herein und klagte, dass dieser nun auch ihn im Stich gelassen hatte
  • Der Musiker berichtete, dass Achselroth durch Bestechung ein Ticket für die Montreal bekommen hatte, das zurückgegeben wurde; sein Versprechen, ihn mitzunehmen, habe Achselroth nicht eingelöst
  • Der Erzähler konnte daraufhin nicht einmal Erstaunen aufbringen, sondern erklärte nur, dass der andere froh sein solle, Achselroth los zu sein
  • Genau wie er musste der Musiker erst erkennen, dass er nicht allein zurückgeblieben war; der Chor der Stimmen anderer Transitäre tröstete ihn
  • Plötzlich erklärte der Musiker, dass ja auch Weidel nicht gefahren sei; auf die Nachfrage des Erzählers antwortete er, dass Weidel vielleicht nicht um Maire kämpfen wollte, die ja mit einem anderen Mann gesehen wurde; Weidel habe ja nie um etwas gekämpft, außer um Worte
  • Außerdem berichtete der Musiker, dass er Weidel hinter seiner Zeitung am Hafen gesehen habe, was den Erzähler beklommen machte
  • Er lenkte mit der Frage nach Paulchens Abfahrt ab und erfuhr, dass dieser nie den Hafenstempel kriegen würde, obwohl er so mächtig ist

Neunter Abschnitt

Infos

  • Seite: 296 - 298
  • Zeit: Februar 1941
  • Ort: Marseille

Inhalt

  • Am nächsten Morgen ging der Erzähler zu den Binnets, die er lange nicht besucht hatte
  • Der Junge fiel ihm weinend in die Arme, da er gedacht hatte, dass alle abgefahren seien
  • Er ging mit dem Jungen in die Stadt und entschied vor dem mexikanischen Konsulat, einen Brief aufzusetzen und alle Papiere von Weidel mit seinem Manuskript von dem Jungen an den Kanzler überbringen zu lassen
  • Der Kanzler habe damit gerechnet, dass Weidel nicht abfährt, berichtete das Kind später
  • Der Erzähler fühlte sich von dem Kanzler bis ins letzte Detail durchschaut
  • Zurück bei den Binnets erklärten sie ihm, dass ein Freund des Portugiesen Grüße an ihn ausrichten lässt und den Dank des Einbeinigen für die Hilfe auf der Flucht
  • Binnet fügte hinzu, dass es für den Erzähler richtig sei, zu bleiben

Zehnter Abschnitt

Infos

  • Seite: 298 - 300
  • Zeit: Februar 1941
  • Ort: Marseille

Inhalt

  • Kaum war die Montreal einen Tag unterwegs bekam der Erzähler den Brief, dass er auf der Pfirsichfarm arbeiten könne
  • Er verabschiedete sich von dem Jungen und beruhigte ihn, dass seine Abreise keine Trennung auf ewig sei
  • Schon einige Wochen auf der Farm kamen dem Erzähler durch die Stille wie Jahre vor, doch die Binnets dort waren freundlich zu ihm und er gehörte quasi zur Familie
  • Dank Yvonne bekam er einen neuen Sauf-conduit und erhielt damit auch offiziell Obdach
  • Er war sich sicher, dass er bei einem Angriff der Nazis genau wie die anderen Binnets behandelt und nicht als geflohener Deutscher erkannt werden würde
  • Der Erzähler berichtet wieder in der Gegenwart angekommen, dass er nach Marseille gefahren ist, um Claudine Gemüse zu bringen
  • Er hat sich wie früher in den Mont Vertoux gesetzt und dem Hafenklatsch gelauscht; dabei hörte er das Gerücht vom Untergang der Montreal
  • Ihm wurde das Gerede zu viel, sodass er sich in die Pizzeria setzte, in der er nun die Geschichte erzählt; dort hofft er bei jeder eintretenden Person, dass Marie doch wieder auftauchen würde
  • Sobald der Schatten der Person an der Wand verschwunden ist, erkennt der Erzähler, dass das Warten auf Marie sinnlos ist; er aber weiß, dass sie auf ewig nach ihrem Toten suchen wird

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