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Abi-Aufgaben LF
Lektürehilfen
Lektüren
Basiswissen
Inhaltsverzeichnis

Motive

Im Roman In seiner frühen Kindheit ein Garten finden sich Motive, die als sogenannte „Leitmotive“ funktionieren. Sie treten im gesamten Werk an unterschiedlichen Stellen und in verschiedenen Kontexten wiederholend auf (z. B. Wörter, Aussagen etc.), ziehen sich jedoch in Summe als eine Art Leitfaden durch den Text und stiften somit Sinn und Struktur. Für die Interpretation der Lektüre kann es demnach von Bedeutung sein, die immer wieder auftretenden Motive genau zu beobachten und auf ihre Funktion für den Roman zu charakterisieren.

Garten

  • Das Motiv ist zunächst im Titel und in einem der Handlung vorangehenden Zitat von Iris Mudloch, präsent: „Es gibt glückliche Kinder, die in ihrer frühen Kindheit einen Garten, eine Landschaft ihr Reich nennen können“
  • Der Garten taucht in den Zeichnungen von Oliver auf, die Erinnerungen an seine Kindheit enthalten. Sie sind im Besitz von Katharina Blumenschläger. (S. 68)
  • Der Garten aus der Kindheit der drei Geschwister taucht ebenfalls im letzten Telefongespräch zwischen Christin und Oliver auf. (S. 89)
  • Der Garten als Ort bzw. Reich der Freiheit, Geborgenheit und freien Entfaltung
  • repräsentiert Olivers Wunschvorstellung des Zusammenlebens; er hat ein stark ausgeprägtes Wahrheits- und Gerechtigkeitsempfinden
  • Ort der schönsten Zeit im Leben eines Menschen (S. 11)
  • steht für Harmonie und Geborgenheit
  • kein Ort der Ungerechtigkeit und Ungleichheit der Menschen
  • kann analog zum biblischen Motiv des Garten Edens gesehen werden \(\rightarrow\) Der harmonische Urzustand steht konträr gegenüber der Darstellung des Staatswesens, der Machtgefälle und Ausübung von Macht im Roman.

Zeit

  • Die auffallend oft verwendeten Zeitbezüge wurden bereits an anderen Stellen ausführlich erläutert.
  • Im Roman lassen sich zahlreiche direkte Zeitangaben finden-
  • Aber nicht nur auf der oberflächlichen Textebene, sondern auch auf der Inhaltsebene, spielt das Zeitmotiv eine tragende Rolle.
  • Die Zeit hilft den Eltern bei ihrer Trauerverabeitung; sie schafft an unterschiedlichen Stellen im Roman Routine und Struktur, sorgt aber auch für Rückblicke und Phasen der intensiven Erinnerung
  • Die täglich vewendeten Zeitangaben im Roman korrespondieren auf inhaltlicher Ebene mit dem normierten und kleinbürgerlichen Lebens der Zureks, welches durch den Tod Olivers aus den Fugen gerät.
  • Die Zeit findet sich auch in einem philosophischen Bedeutungskontext wieder, der dem Roman eine Art Rahmen verleiht; es geht um das Leben in der Zeit und das angemessene Auskosten der Zeit: Der Ausdruck „Amici, diem perdidi“ (dt.: Freunde, ich habe einen Tag verloren), wiederholt sich am Ende des Romans auf Deutsch (S. 271) und spiegelt damit nochmals den Erkenntnisprozess von Richard Zurek wider.

Schuld

  • Das Motiv der Schuld und die damit einhergehende Schuldfrage taucht im Roman auf zwei Arten auf.
  • Zunächst wird die wichtige Frage nach der Schuld im Fall Oliver diskutiert: Die Eltern glauben fest an die Unschuld ihres Sohnes.
  • Außerdem zweifeln die Eltern an ihrer Rolle als Eltern und ihrer Erziehung, da sie sich für das Abtauchen Olivers verantwortlich machen und die Schuld bei sich selbst suchen; es handelt sich hier nicht um Rechtfertigung
  • Insbesondere Richard Zurek plagen starke Zweifel an seiner patriarchalischen, strengen Erziehung.
  • Richard orientiert sich in der Rolle als Vater und Lehrer an den Normen und Werten der Demokratie: Die Grundpfeiler seiner Erziehung und seines Berufs, also von Dingen, die ihn grundsätzlich erfüllen und glücklich machen, fallen zusammen.
  • Oliver, als ehemaliger Schüler des Gymnasiums seines Vaters, steht somit exemplarisch für die erzieherische Schuldfrage des Lehrers.

Wahrheit und Gerechtigkeit

  • Das Motiv und der Drang nach Wahrheit und Gerechtigkeit zieht sich als elementares Thema durch den gesamten Roman.
  • Man weiß nicht, welche Zeugen im Fall Oliver als glaubwürdig erscheinen.
  • Daten und Informationen aus Akten verschwinden bzw. werden womöglich auch vernichtet.
  • mögliche Kritik an der Demokratie und Staatsmacht, die den Bürgern eine verfälschte Wirklichkeit vermittelt
  • Das Ziel der Zureks ist es, die Wahrheit ans Licht zu bringen und für Gerechtigkeit zu sorgen.
  • für Gerechtigkeit zu sorgen, zeichnet Oliver aus und sein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden ist charakteristisch für seine Persönlichkeit

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