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Rachsucht aus Liebe

Euripides Tragödie Medea kann auf vielfältige Art und Weise interpretiert werden. Eines der wichtigsten Motive ist dabei allerdings die Rachsucht aus Liebe.

Handlungsverlauf

  • Medea kam als stolze Frau mit Jason nach Korinth, war eine liebende Ehefrau und Mutter
  • Nach seinem Betrug gab sie sich dem Selbstmitleid hin; siehe ihre Wehklagen im Prolog
  • Medea wünschte sich in ihrem Schmerz den Tod; „Könnte ich doch sterben!“ (Pr., Z. 93)
  • Nach und nach nimmt der Hass auf Jason zu; „Sähe ich doch ihn und die Braut samt dem Palast zerschmettern, sie, die es wagen, mir Unrecht zu tun“ (Einzl., Z. 22 ff.)
  • Medea schmiedet ihren Racheplan und ermordet die Braut, Kreon und ihre eigenen Kinder

Euripides Darstellung Medeas Wandlung

  • Der Dichter zeichnet mit Medea das Bild einer Frau in einer Extremsituation
  • Nach dem Betrug von Jason ist Medea als Mensch ihrem Schicksal überlassen
  • Das Hauptaugenmerk der Tragödie liegt auf der seelischen Reaktion Medeas auf diese Situation
  • In der Anfangsklage der Amme greift Euripides gleich die Motive Liebe und Rache auf
    Die Amme beschreibt Medeas starke Gefühle für Jason; „ins Herz getroffen von der Liebe zu Jason“ (Pr., Z. 6 f.)
    Sie erzählt, wie Medea sich für Jasons Leid an dessen Onkel Pelias rächte
  • Medeas Wehrufe zu Beginn der Handlung zeigen, wie sehr der Betrug von Jason sie verletzt; die einst so stolze Frau wurde tief gekränkt
  • Zunächst erweckt es den Eindruck, als wolle sich Medea selbst etwas antun, um ihrem Schicksal zu entfliehen
  • Wieder ist es die Amme, die die Situation klarstellt: Sie erwartet, dass Medea in ihrem Schmerz irrational handelt; die Amme macht deutlich, dass Medea es gewohnt war zu herrschen, und ihren Zorn vor verletztem Stolz nicht zügeln kann
  • Im Laufe der Handlung bewahrheitet sich diese Einschätzung: Medea überwindet ihr Selbstmitleid und entwickelt einen Hass auf Jason
  • Nach ihrem großen Schmerz will Medea ihren Mann genauso leiden sehen und auch ihm sein Glück nehmen
  • Medea sieht als einzigen Weg, ihre Macht zurückzuerlangen und ihren Stolz zu retten, Jasons Lieben zu ermorden
  • Die Sehnsucht nach Rache an Jason und der Erhaltung ihres Stolzes vor Kreon ist so groß, dass sie sogar ihren eigenen Tod in Kauf nehmen würde; dies spiegelt ihre die „wilde Leidenschaft“ wider
  • Einzig ihre Mutterliebe lässt sie immer wieder an ihrem Racheplan zweifeln; sie bringt es kaum übers Herz, ihre eigenen Kinder zu ermorden; doch dann ist es genau diese Liebe, die ihr die Kraft dazu gibt: Sie will die Kinder vor Rache der Königsfamilie schützen
  • Der Wunsch, als stolze Siegerin aus der Situation hervorzugehen, ist stärker als ihre Angst und Zweifel; sie spricht sich in einem Monolog inständig selbst Mut zu
  • In ihrem gefühlsgeleiteten Handeln kann Medea nicht mehr auf ihre Vernunft hören; die eigentlich so intelligente Frau sieht einzig und allein die Rache als Ausweg

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