Stilmittel
Bei der sprachlichen Analyse fällt auf, dass die Sprache flüssig und von gehobenem Stil ist. Was eingesetzte Stilmittel angeht, ist die Sprache allerdings eher schlicht.
Einige Beispiele:
- Bild: „Wollhaar“ (S. 17)
Beschreibt bildhaft, was die Haare von Medea so speziell macht
- Neologismus: „Glutaugen“ (S.17)
Durch die Verbindung der beiden Worte sollen die Augen näher spezifiziert werden
- Alliteration: „kluges Kind“ (S. 80)
Der gleiche Anlaut der Wörter verstärkt ihre Verbindung und hebt den Ausdruck hervor
- Vergleich: „wie vom Gewitter verstörte Hühner“ (S. 111)
Akamas vergleicht die Frauen um Medea mit verstörten Hühnern, um ihr Verhalten bildlicher darzustellen
- Parenthese: „ohne den Mord an Iphinoe - sie sagte Mord - der Bestand“ (S. 120)
Der Einschub von Akamas Feststellung, dass Medea von Mord sprach, zeigt die Verwunderung und unterbricht den Satzfluss
- Tautologie: „hinablassen, hinabsteigen, hinabsinken“ (S. 136)
Das Gesagte wird mit einem gleichbedeutenden Wort wiederholt, um die Wichtigkeit hervorzuheben
- Synästhesie: „meine Augen baden in der Dunkelheit des Himmels“ (S. 153)
Zwei Sinneseindrücke werden verbunden, als könne Leukon durch seinen Blick mit dem Himmel verschmelzen
- Rhetorische Fragen: z.B. „Aber was soll das?“ (S. 181)
Hier stellt sich Medea die Frage nach dem Warum und erwartet keine Antwort darauf
- Medea: Sie führt mehrfach Dialoge mit Personen, die nicht anwesend sind. Dies spiegelt ihr Streben nach Zusammengehörigkeit und Zugehörigkeit wieder.
Kurze, präzise Sätze lassen ihren Tonfall ruhig und bedacht wirken.
Ihre Verwirrtheit nach der Entdeckung der toten Iphinoe wird mit Assoziationsreihungen veranschaulicht (S. 13) - Jason: Er versteht die Intrigen am Hofe nicht, was in seiner Sprache an Phrasen wie „Was das nun wieder soll“ oder „Ich weiß nicht, warum“ (S. 41) aufgezeigt wird
Er verlässt sich immer auf die Beobachtungen und Bewertungen anderer, weshalb er diese gerne zitiert, z.B. „Was für Anstrengungen er macht, um stattlich zu wirken, so hat Medea sich ausgedrückt“ (S. 41) - Glauke: Ihre Sprache zeichnet sich entsprechend ihres schlechten Selbstwertgefühls durch negative Begriffe aus, z.B. nennt sie sich „Unglückswurm“ (S. 131)
Glaukes Unsicherheit betont Christa Wolf sprachlich mit rhetorischen Fragen