Taugenichts
Der Titel des Werks Joseph von Eichendorffs verrät bereits den Namen des Protagonisten Taugenichts.
Infos zur Person
- Namenlose Figur, deren Herkunft und Alter ebenfalls unerwähnt bleiben
- Kann schreiben, lesen und rechnen und hat demzufolge eine Schulbildung genossen
- Sohn eines fleißigen Müllers und einer bereits zuvor verstorbenen Mutter
- Wird von seinem Vater aus dem Elternhaus getrieben, damit er lernt, auf eigenen Beinen zu stehen
Charakter
- Unbekümmert: Taugenichts lebt in den Tag hinein und besitzt die Fähigkeit, das Leben so zu nehmen, wie es kommt und aus allem das Beste zu machen; darüber hinaus verspürt er nicht den Drang, dem gesellschaftlichen Stereotypen eines guten Bürgers zu folgen, sondern glaubt daran, auch als intellektueller Freigeist ein erfülltes Leben führen zu können
- Musikalisch: Er spielt Geige und dies so gut, dass ihm seine Mitmenschen überaus gerne zuhören und er durch sein Violinspiel überall gute Laune verbreitet; auch kann die Geige für Taugenichts als eine Art Kamerad angesehen werden, welcher ihn überall hin begleitet und den er gut pflegt und dessen er niemals überdrüssig wird
- Gläubig: Unsere Hauptfigur ist nicht streng religiös, besitzt allerdings ein Urvertrauen in Gott und verlässt sich in allen Lebenslagen auf ihn, was sich insbesondere in seinen gesungenen Liedern ausdrückt, in denen er Gott stets preist
- Sensibel: Taugenichts besitzt ein empfindsames Gemüt und ist schnell gerührt, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne: zum Beispiel weint er vor Scham, als er Aurelie das erste Mal etwas vorsingen soll, und kann sich gleichzeitig für einfache Freuden wie etwa den schönen Gesang von Herrn Guido begeistern
- Romantisch: In der festen Überzeugung, alles werde sich für ihn zum Besten fügen, malt er sich die Vereinigung mit Aurelie in den buntesten Farben aus und fühlt sich zu Dingen hingezogen, denen ein verträumter, zauberhafter Hauch anhaftet und verkörpert den lebendig gewordenen Prototyp eines Romantikers
- Idealistisch: Den sogenannten Philistern zum Trotz, welche wiederum einen spießbürgerlichen Typus verkörpern, scheut sich Taugenichts nicht davor, nach hohen Idealen wie Selbsterfüllung und Liebe zu streben, und ist stets auf der Suche nach dem Absoluten
- Naturverbunden: Die Empfindsamkeit des Protagonisten spiegelt sich auch in seiner Liebe zur Natur wider, die sogar so weit geht, dass die Blumen welken, wenn es ihm schlecht geht und die Naturbilder in der Novelle repräsentieren generell seine seelische Stimmung; so verwundert es wenig, dass naturgegebene Phänomene wie der Wechsel von Jahres- und Tageszeiten sich ebenfalls auf seine innere Befindlichkeit niederschlagen und es ihm etwa mit zunehmender Dunkelheit beispielsweise unheimlicher wird
- Außenseiter: Taugenichts stellt einen typischen Außenseiter in einem spießbürgerlichen System dar