Rezeption
Das Leben des Galilei bietet seit seiner Publizierung ein hohes Maß an rezensierten Überzeugungen und Perspektiven verschiedenster Literaturkritiker. Wir werden im Zuge dieser Rezeption zunächst einmal auf zwei der prominentesten Analyseansätze eingehen, gefolgt von der allgemeinen Resonanz sowie anschließend der Reaktion des Publikums.
Thematisch differenzierte Rezensionsansätze
- Gesellschaftspolitischer Ansatz: Der typischen Tradition eines, aus der Exilliteratur entsprungenen Textes folgend, setzt sich das Theaterstück in erster Linie mit ökonomisch-politischen sowie gesellschaftlich-sozialen Umständen auseinander. Diese thematischen Komplexe sind sowohl auf die Missstände in den 1950-er Jahren, als auch auf die aktuelle Lage anwendbar, wobei wir uns mit dem Rezeptionspotenzial bezüglich der aktuelle Gesellschaft und Politik im nachfolgenden Punkt beschäftigen werden. Untersucht man die sozialpolitischen Verhältnisse der Entstehungszeit im Hinblick auf das Werk um Galilei, so sind es Diskurse wie der Ost-West-Konflikt, welcher zur Zeit des Kalten Krieges vorherrscht und auch der Anbruch der Epoche der Postmoderne, welche gleichermaßen in dem Werk ihre Daseinsberechtigung finden. Brechts kritischer Blickwinkel auf die Wissenschaft ist geprägt von politischen Vorkommnissen wie etwa dem Atombombenabwurf 1945 über Hiroshima. Ereignisse wie diese bewegen den Autor dazu, neben dem fortschrittlichen und innovativen Charakter der Wissenschaft, dennoch ebenso den kritischen Blickwinkel auf hochtechnologisierte Vorgänge zu schärfen
- Aktueller Bezug: Auch wenn es sich beim Protagonisten um eine historische Figur handelt, so können nichtsdestotrotz zahlreiche Bezüge zu aktuellen Themen in den Bereichen Wirtschaftswachstum, Technologie und Wissenschaft hergestellt werden. Das Leben des Galilei bewerkstelligt es, unter der Heranziehung der Galileischen Biografie sowohl die Vor- als auch die Nachteile einer Hightech-Welt wie der, in welcher wir leben, aufzudecken. Brisante Beispiele, an welchen hervorragend das Für und Wider der Forschung aufgezeigt werden kann, sind zum Beispiel die Gentechnologie, der Klimawandel sowie die zunehmende Militarisierung in Kriegen
Allgemeine Kritik
- Das vorliegende Drama um Galileo gehört bis heute zu einem der meist aufgeführtesten Theaterstücke des Autors
- Die Veröffentlichung des Brechtschen Werks trägt erheblich zum steigenden Bekanntheitsgrad des Schriftstellers in den Jahren 1950-1970 bei
- Im Laufe der Jahre steigt die Anzahl der Inszenierungen der Aufführung von das Leben des Galilei enorm an, wobei die Reaktion auf die individuellen Vorstellungen nicht mit der Resonanz auf das Brechtsche Theaterstück als solches gleichgesetzt werden sollte
Reaktion des Publikums
- Die vorrangig positive Resonanz des Publikums ist zum einen auf die meisterhafte, schriftstellerische Arbeit Bertold Brechts unter Berücksichtigung der Mithilfe weiterer Autoren zurückzuführen. Zum anderen jedoch spielen auch die Inszenierungen der Regieführung sowie die herausragende Leistung der Schauspieler mit in das lobende Feedback des Dramas hinein