2. Abschnitt
Der 2. Abschnitt in der Märchennovelle handelt davon, dass Florio, getrieben von Neugier, erneut den verlassenen Schlossgarten aufsucht und abermals auf den dunklen Ritter trifft.
Infos
- Zeile: 2-205
- Ort: der Weiher im Lustgarten eines einsamen Schlosses, die Herberge, mehrere Gassen und Plätze im Ort Lucca
- Zeit: ein ganzer Tag --> beginnend am Morgen, über einen schwülen Mittag bis in die Nacht
- Personen: Florio, Fortunato, Donati, „eine hohe schlanke Dame von wundersamer Schönheit“ (Z. 98 f.), „zwei weibliche Gestalten“ (Z. 194) an einem Fenster
Inhalt
- Morgens hat Florios neuer Gefährte Fortunato bereits vom nächtlichen Ausflug seines Schützlings erfahren und rät ihm, sich die Liebe nicht zu sehr zu Herzen zu nehmen. Fortunato beobachtet, wie mitgenommen Florio von letzter Nacht zu sein scheint und verabschiedet sich zwar freundlich aber bestimmt mit den Worten: „Lasst das, die Melancholie, den Mondschein und alle den Plunder; und geht's auch manchmal wirklich schlimm, nur frisch heraus in Gottes freien Morgen und da draußen sich recht abgeschüttelt;“ (Z. 38 ff.)
- Der Protagonist, welchen die Worte des Sängers nicht unberührt lassen, versinkt daraufhin in ein langes Nachdenken und entschließt sich dann dazu, noch einmal den Weiher in dem verlassenen Schlossgarten aufzusuchen, in dem er letzte Nacht die marmorne Venusstatue gesehen hatte
- Im Lustgarten findet er zwar nicht die marmorne Venus, jedoch begegnet er einer „schönen Lautenspielerin“ (Z. 132), deren „langes goldenes Haar“ (Z. 102) im „hellen Sonnenblick“ (Z. 107 f.) glänzt und von der er unbemerkt bleibt (Z. 111 f.)
- In einem abgelegeneren Teil des Gartens stößt Florio dann auf den schlafenden Donati, der „die edle Herrin“ (Z. 150) der prachtvollen Anlage kennt und anbietet, die beiden miteinander bekannt zu machen
- Gegen Abend macht sich Florio noch zu einem Ausritt zu Pferde auf, um der schwülen Hitze der Stadt zu entkommen, und streift durch die Wiesen und Wälder in der Gegend um Lucca. Auf dem Heimweg hört er, als er an einem erleuchteten Fenster vorbeikommt, „mehreremal deutlich seinen Namen nennen“ (Z. 195 f.). Als ihn jedoch „die beiden Damen“ (Z. 200), die sich unterhalten, bemerken, verstummt das Zwiegespräch und Florio reitet verwirrt weiter heimwärts