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Figurenkonstellation

In Dantons Tod lässt sich vor allem zwischen zwei Machtblöcken bzw. politischen Parteien unterscheiden. Auf der einen Seite stehen die „Dantonisten“, also Danton und seine Freunde, die für eine politische Mäßigung und für Gnade eintreten. Sie wollen den blutigen Kurs der Revolution durchbrechen und eine friedliche Republik herbeiführen, in welcher jeder in Freiheit so leben kann, wie er es möchte. Viele von ihnen begründen ihre Haltung mit dem Epikureismus, einer philosophischen Strömung, die vom antiken griechischen Philosophen Epikur (ca. 341-270 v. Chr.) stammt. Demnach sind die Freude und das Vergnügen an der höchsten Stelle ihres Lebens, ihrer Ansicht nach strebt der Mensch seiner Natur gemäß mit seinem Handeln das eigene Vergnügen an. Diese philosophische Grundlage nutzen sie als Rechtfertigung ihrer Ausschweifungen, auch wenn Epikur selbst das Gelage als letztlich irrational betrachtete, da es für ihn nur einen kurzzeitigen und oft mit negativen Folgen verbundenen Lustgewinn bedeutete.
Mit diesen Ansichten machen sie sich Robespierre und die Jakobiner zum Feind. Diese identifizieren sich mit den Römern der Republik, womit sie dem von vielen republikanischen Römern vertretenen Stoizismus nahe stehen. Dieser sah die Tugend als den höchsten Wert an, ein tugendhaftes Leben war das Ideal eines Anhängers dieser philosophischen Strömung. Das Vergnügen wird von den Stoikern verachtet. Robespierre und die Jakobiner treten für eine strenge und gnadenlose Revolution ein, die Gesellschaft möchten sie umformen. Dabei sehen sie auch das Laster, also das Gegenteil der Tugend, als ein politisches Verbrechen an.
So kommt es, dass sich die meisten Charaktere in Büchners Drama der einen oder der anderen Seite zuordnen lassen. Hier treffen sowohl politische als auch philosophische Ansichten aufeinander. Zusätzlich zu den Machtblöcken gibt es noch das Volk. Danton sowie Robespierre bemühen sich um die Gunst des Volkes, von dem sie gewählt wurden und von dem ihre Macht abhängt. Die Beziehung zum Volk ist dabei ambivalent: Einerseits werden sie vom Volk durch dessen Aggressionen gelenkt und müssen darauf achten, dieses nicht gegen sich selbst aufzuhetzen. Andererseits versuchen sie, dem Volk ihre eigenen Ansichten einzupflanzen.

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