Kapitel 7-12
Kapitel 7
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- Zeile: 2-229
- Ort: Haus des Barons von Instetten in Kessin
- Zeit: Später Morgen
- Personen: Effi Briest, Geert von Instetten, Johanna, Friedrich
Inhalt
- Effi schläft am ersten Morgen in ihrem neuen Zuhause lange und sorgt sich darüber, dass ihr Ehemann „das lange Schlafen nicht leiden“ (Z. 37) kann. Als sie ihrem Mann guten Morgen wünscht, lässt sie es sich nicht nehmen, darauf hinzuweisen, sie sei „keine Langschläferin“ (Z. 98)
- Die junge, neue Hausherrin konnte aufgrund der „alten, weißen Gardinen, die außerdem viel zu lang sind [und] über die Dielen hin und her“ (Z. 68 f.) schleifen, nicht gut schlafen und schlägt dem Baron vor, die Vorhänge zu kürzen. Geert willigt zwar ein, meint aber auch, „es eilt nicht damit, umso weniger, als es nicht sicher ist, dass es hilft.“ (Z. 217 f.)
- Instetten verabschiedet sich von Effi mit dem Verweis darauf, dass Gieshübler am Vormittag zu Besuch vorbeikommen wird. Daraufhin überlässt Geert seine Frau sich selbst, um im Landratsamt weiterzuarbeiten
Kapitel 8
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- Zeile: 2-190
- Ort: Haus des Barons von Instetten in Kessin
- Zeit: Vormittags, Mitte November
- Personen: Effi Briest, Alonzo Gieshübler, Geert von Instetten
Inhalt
- Während Effi auf den Apotheker Gieshübler wartet, schwelgt sie in Erinnerung an die gestrigen ersten Eindrücke des Instettischen Zuhauses. Im Zuge dessen erinnert sie sich insbesondere an ein „langes Bildchen [...], das einen Chinesen darstellte, blauer Rock mit gelben Pluderhosen und einen flachen Hut auf dem Kopf.“ (Z. 65 ff.) und auf einen „Binsenstuhl“ (Z. 64) aufgelebt war
- Herr Gieshübler tritt ein und Effi beschreibt ihn als einen „schiefschultrigen“ (Z. 95) Herren. Der Apotheker ist begeistert von dem jungen Fräulein und heißt die neue Bewohnerin in Kessin willkommen
Kapitel 9
Infos
- Zeile: 2-373
- Ort: Kessin und umliegende Ortschaften
- Zeit: Zwei Wochen, 2. Dezember
- Personen: Effi Briest, Geert von Instetten, Familie Grasenabb, Familie Borckes, Familie Güldenklee
Inhalt
- Nachdem sich Effi weitestgehend in ihrem neuen Zuhause eingerichtet hat, stehen die Besuche des Landadels in der Umgebung an
- Mit den Familien, welche sie zusammen besuchen, kann sie sich nicht vorstellen, eines Tages befreundet zu sein. Der Argwohn beruht jedoch auf Gegenseitigkeit, denn auch Instettens Bekannte, wie etwa Frau Grasenabb bezeichnet Effi abfällig als „Atheistin“ (Z. 24)
- Nach den zahlreichen Besuchen verkündet die Protagonistin über den Apotheker Gieshübler: „Es klingt etwas komisch, aber er ist wirklich der Einzige, mit dem sich ein Wort reden lässt, der einzige richtige Mensch hier.“ (Z. 111 ff.)
- Als der Baron Effi das erste Mal seit ihrer Vermählung für ganze zwölf Stunden aufgrund einer Einladung alleine lässt, fürchtet sie sich sehr und bildet sich ein „da strich was an meinem Bett vorbei“ (Z. 343). Die junge Briest teilt Johanna mit sie „glaube, [es sei] der Chinese“ (Z. 348) gewesen
- Um ihre verängstigte Herrin zu beruhigen, verbringt die Haushälterin die Nacht bei ihr im Zimmer
Kapitel 10
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- Zeile: 2-344
- Ort: Haus des Barons von Instetten in Kessin und Umgebung
- Zeit: „sechs Uhr früh“ (Z. 2) morgens bis nachmittags
- Personen: Effi Briest, Geert von Instetten, Johanna, Friedrich
Inhalt
- Instetten, der erst früh am nächsten Morgen von seinem Besuch heimkehrt, spricht mit Johanna und ist etwas ungehalten über die nächtlichen Einbildungen seiner Frau
- Effis Bitte, doch in ein anderes Haus zu ziehen, wehrt der Ehemann vehement ab, wodurch es zum ersten erwähnten Streit zwischen den beiden kommt
- Der Disput findet allerdings ein jähes Ende, als Friedrich mit einer Einladung Alonzo Gieshüblers vortritt. Die Protagonistin beruhigt sich durch die Aussicht auf eine baldige Feierlichkeit wieder und Geert schlägt vor, eine „Spazierfahrt“ (Z. 183) zu machen, „aber eine lange, nicht bloß so durch die Plantage hin“ (Z. 183 f.)
- Auf der Kutschfahrt kommen sie am Grab des verstorbenen Chinesen vorbei, und obwohl es Effi nicht ganz geheuer ist, lauscht sie gespannt den Erzählungen ihres Mannes
- Das Paar fährt in der Nähe der Grasenabbs vorbei und Instetten schlägt vor, der Familie einen Besuch abzustatten. Seine Frau lehnt diese Idee entschieden ab und sie sprechen weiter über Gieshüblers Bekannte Tripelli, die auch zum gemeinsamen Abend im Hause des Apothekers eingeladen ist
Kapitel 11
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- Zeile: 2-223
- Ort: Einkehr „Zum Fürsten Bismarck“, Haus des Apothekers Gieshübler
- Zeit: Mittags bis abends
- Personen: Effi Briest, Geert von Instetten, Golchowski, Alonzo Gieshübler, Marietta Tripelli, Pastor Lindequist, Pastorin Trippel
Inhalt
- Die Baronin Effi und ihr Baron Instetten kehren zum Mittagessen in den Gasthof „Zum Fürsten Bismarck“ (Z. 3) ein, wo sie vom Wirt Golchowski bedient werden
- Als sie ihr „vorzügliches Dejeuner“ (Z. 4 f.) genießen, fährt ein Zug aus Danzig in Richtung Hohen-Cremmen lautstark am Gasthause vorbei. Aus Neugierde treibt es Effi und Geert an den Bahnsteig und die junge Frau erfüllt Heimweh nach ihrem Zuhause
- Gegen Abend besucht das Ehepaar ihren Bekannten Gieshübler, welcher sie neben Marietta Tripelli und der Frau sowie dem Herrn Pastor zu einem Abendessen eingeladen hat
- Es kommt zu einem kleinen gesungenen Ständchen seitens Fräulein Tripelli. Effi ist entzückt vom Auftritt der „humoristischen“ (Z. 81) Dame und komplimentiert Gieshüblers „Künstlerfreundin“ (Z. 98) damit, dass sie deren Konzert als „so schön, so sicher, so gewandt“ (Z. 178) beschreibt
Kapitel 12
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- Zeile: 2-220
- Ort: Haus des Apothekers Gieshübler und Haus des Baron Instetten in Kessin
- Zeit: 12 Uhr nachts und die darauffolgenden Wochen
- Personen: Effi Briest, Geert von Instetten, Marietta Tripelli, Pastor Lindequist
Inhalt
- Erst um „Mitternacht“ (Z. 22) trennen sich die Wege der Abendgesellschaft und Effi und Geert machen sich, begleitet von Pastor Lindequist auf den Heimweg
- Sowohl der Baron als auch seine junge Frau sind nachhaltig von Marietta Tripelli angetan und zusammen rekapitulieren sie noch einmal den Abend
- Weihnachten und Silvester verbringt das Paar ohne besondere Vorkommnisse
- Daraufhin erfährt Effi, dass sie schwanger ist und erhofft sich von der Geburt ihres Kindes, dass sie sich nicht länger mehr so einsam fühlt
- Am Silvestertag schreibt die Baronin Instetten ihrer Mutter einen langen Brief, in welchem sie über die Geschehnisse der vergangenen Wochen berichtet und zugibt, „ein Gefühl des Alleinseins nicht ganz loswerden“ (Z. 130) zu können