Die Natur
Die Naturbeschreibungen in
Lenz spiegeln die seelischen Zustände des Protagonisten wieder. Besonders deutlich wird dies, wenn sich Lenz im Gebirge befindet.
- Wanderung nach Steintal
- Kalt, neblig, regnerisch
- Natur wirkt bedrohlich, Nebel verschlingt Umgebung, Wolken werden von Sturm umhergeworfen und erinnern an Pferde, die alles niedergallopieren, Wald schüttelt sich
- Lenz verspürt Unwohlsein, will eins werden mit der Natur
- Zeigt Lenz‘ beginnenden Wahn
- Natur als Parallele zu Lenz‘ Krankheit - von der Natur geht eine Gefahr aus, die derjenigen, die mit dem Wahnsinn einhergeht, gleicht
- Sturm zieht vorbei, Lenz wird ruhiger
- Als die Dunkelheit hereinbricht, verspürt Lenz eine gewisse Dunkelheit in seinem Inneren (Gefühl von Einsamkeit und Angst).
- Flucht vor Dunkelheit als Flucht vor dem hereinbrechenden Wahnsinn
- Gebirgswanderung nach Trennung von Oberlin und Kaufmann
- Verschmelzung Lenz‘ mit der Natur als er umherwandert
- Friedliche Umgebung lässt ihn vor sich hinträumen
- Hüttenübernachtung als Gegensatz zum vorangegangenen Frieden, Wind säuselt laut und leise, Mond ist manchmal verdeckt, manchmal scheint er hell
- Spiegelt Lenz‘ Unruhe wieder, er fühlt sich unwohl und er nimmt seine Umgebung als surreal wahr
- Gescheiterter Erweckungsversuch
- Lenz ist wahnsinnig darüber, dass Gott nicht durch ihn wirkt, er rennt ins Gebirge.
- Natur weist selbe Wildheit auf wie Lenz
- Wolken kommen über dem Nachthimmel auf, es ist mal dunkel, mal hell, der Wind heult, während Lenz Gott packen und gegen die Wolken schleudern will.
- Am Berggipfel angelangt nimmt Lenz den Mond als lächerlich und den Himmel als blaues Auge wahr, er lacht schallend.
- Abschwörung von Gott macht ihn innerlich ruhig, was mit der Dunkelheit und dem ruhigen Wetter einhergeht
- Abreise nach Straßburg
- Lenz hat mehrfach versucht, Selbstmord zu begehen und hat nun resigniert.
- Gebirge wird von ihm als starr und abweisend wahrgenommen - entsprechend Lenz‘ innerer Gefühlswelt
- Rote Abendsonne kann die Kälte nicht mehr vertreiben, Lenz hat keinerlei Aussichten auf Heilung
Die Kunst
Lenz‘ Ansichten zur Kunst werden in einem Gespräch, das er mit seinem Freund Kaufmann hat, deutlich. Einzig in dieser Szene geht es nicht um Lenz‘ voranschreitenden Wahnsinn.
- Frage nach der wahren Kunstrichtung: Lenz (realistische Darstellung) vs. Kaufmann (idealistische Darstellung).
- Lenz ist der Meinung, dass die Lebendigkeit des Dargestellten elementar sei, nicht die Ästhetik.
- Lebensechtheit als essentielles Element des Realismus
- Fokus der Werke des Realismus auf den Alltag der kleinen Leute
- Wichtigkeit der Lebendigkeit wird anhand der Szene der sich Wald frisierenden Mädchen deutlich gemacht
- Malerei kann Lebendigkeit nicht einfangen, sondern lässt Szenen erstarren
- Als Realist ist Lenz von der Eigentümlichkeit der einzelnen Personen tief berührt - er liebt Menschen und das, was sich hinter deren Fassade verbirgt.
- Kaufmann entgegnet daraufhin, dass die Darstellungen etwa des griechischen Gottes der Kunst Apoll oder die Madonna von Raffael keinesfalls realistische Vorbilder sein können.
- Kunst als Ästhetik und unwirklich für Kaufmann
- Lenz entgegnet, dass die Wirklichkeit in ihm mehr Emotionen auslöst (Menschlichkeit der Jünger in Carel von Savoys Bild „Christus in Emmaus“ spricht ihn mehr an als den idealistisch dargestellten Messias).
- Lenz führt das Gespräch recht entseelt fort, ist gebannt von der Kunstdiskussion und vergisst darüber, warum Kaufmann eigentlich gekommen war.