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Motive und Symbole

Typisch für die Gattung der Novelle findet man in Katz und Maus einige Motive und Symbole, die einen immer wiederkehrenden Charakter aufweisen. In diesem Fall spricht man auch von sogenannten Motivketten, die sich durch Grass gesamte Erzählung ziehen. Die wichtigen Motive und ihre Bedeutung innerhalb der Geschichte sollen im Folgenden näher beschrieben werden.

Katz und Maus

  • Der Titel des Werks spielt auf das Initationsereignis des ersten Kapitels ab, in dem eine Katze Mahlkes Adamsapfel für eine Maus hält und Mahlke daraufhin von ihr angegriffen wird.
  • Das Katz-Maus-Motiv stellt den Rahmen der Geschichte an, da sie am Beginn und Ende des Werks aufgegriffen wird.
  • Katze und Maus stellen Gegner dar, da sie natürliche Feinde sind. Die Katze ist der Maus jedoch deutlich überlegen.
  • Die Maus, als schwacher Charakter ist mit dem Außenseiter Mahlke gleichzusetzen.

Der Adamsapfel

  • ist das zentrale Dingsymbol innerhalb der Geschichte
  • wird oft mit anderen Gegenständen verglichen und in seiner Gestalt sehr detailliert beschrieben
  • Mahlke nimmt seinen großen Adamsapfel als extremen Makel von sich selbst wahr. Ständig ist er damit beschäftigt, sein Problem zu verdecken, da er sich so sehr schämt. Es entsteht ein regelrechter Komplex und gerade erst das Verstecken lenkt die Aufmerksamkeit der anderen auf seinen Makel.
  • Aufgrund des vorherigen Motivs lässt sich auch sagen, dass Pilenz dafür verantwortlich ist, dass andere auf Mahlkes Makel überhaupt aufmerksam wurden und Mahlke selbst so sehr mit seiner Andersartigkeit zu kämpfen hat.
  • Der Adamsapfel gilt ebenfalls als typischen Kennzeichen der voranschreitenden Pubertät. Die Pubertät und das Erwachsenwerden und ihre damit verbundenen Schwierigkeiten fügen sich thematisch in die Geschichte von Mahlke und den weiteren Jungen ein.
  • Ebenfalls kann er mit dem biblischen Sündenfall in Verbindung gebracht werden. Damit können erste Deutungen auf Mahlkes bevorstehende Straftat und den Höhepunkt der Geschichte in Verbindung gebracht werden. Mahlke macht sich schuldig.

Das Ritterkreuz

  • ist in erster Linie das stärkste Symbol des Nationalsozialismus
  • Innerhalb des Zweiten Weltkrieges wurde das sogenannte Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes durch Adolf Hitler eingeführt. Ihre Träger galten als Kriegshelden.
  • Mahlke möchte in Besitz eines solchen Ritterkreuzes kommen, weshalb er es klaut. Das Klauen bildet den Höhepunkt der Geschichte oder um in Goethes Terminologie zu sprechen die „unerhörte Begebenheit“.
  • Durch das Ritterkreuz erhofft sich Mahlke die so sehr gewünschte Anerkennung und den Zuspruch anderer Menschen. Zusätzlich hat er die Hoffnung, dass sein eigentlicher Makel durch den Besitz eines Ritterkreuzes an Bedeutung verliert und er sich hinter der Auszeichnung des Ritterkreuzes verstecken kann.

Religiöse Bezüge

  • Mahlke wird als frommer Kirchengänger beschrieben. Die Religion und der Protagonist sind eng miteinander verbunden, worauf sein kirchlicher Ministrantendienst, seine Kette mit einem Bild der Jungfrau Maria etc. schließen lassen. Sein Religionsverständnis hat beinahe schon etwas Fanatisches.
  • Mahlke sucht die Nähe zur Jungfrau Maria und betet sie an. Sie hat etwas Beschützendes und Vertrautes für ihn. An Jesus Christus glaubt er hingegen nicht.
  • Der Ministrantendienst verbindet Mahlke und Pilenz und stellt somit eine der wenigen Schnittstellen in ihrem Leben dar. Darüber hinaus verfolgt Pilenz jedoch kein religiöses Ziel, wie es bspw. bei Mahlke der Fall ist.
  • Durch den Glauben und die Religion entwickelt Pilenz ein moralisches Verständnis und entwickelt Schuldgefühle gegenüber Mahlke.

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