1. Abschnitt
Im 1. Abschnitt in Das Marmorbild wird die Ankunft Florios im kleinen italienischen Städtchen Lucca beschrieben, wo er von Anfang an von den Bewohnern des Ortes mit offenen Armen in Empfang genommen wird. Außerdem beinhaltet dieser Abschnitt im Werk das erste Aufeinandertreffen Biankas und Florios sowie eine nächtliche Begegnung, welche einen zugleich anziehenden, als auch abschreckenden Eindruck bei der Hauptfigur hinterlässt.
Infos
- Zeile: 2-400
- Ort: vor den Toren der Stadt, das Innere eines Festzeltes, die Innenstadt, nächtliche Gassen, die Herberge im Ort Lucca, der Weiher im Lustgarten eines einsamen Schlosses
- Zeit: ein Sommerabend und die darauffolgende Nacht
- Personen: Florio, Fortunato, Bianka, eine Feiergesellschaft, Musikanten, mehrere Ballspielerinnen, Donati, „ein marmornes Venusbild“ (Z. 369)
Inhalt
- Florio kommt vor den Toren der Stadt Lucca an und begegnet einem sehr freundlichen, jungen Mann, der sich später als der Sänger Fortunato herausstellt.
- Fortunato führt Florio in ein geschmücktes Zelt, in welchem bereits eine Festgesellschaft zu Musik und Tanz feiert.
- Bianka, die als Ballspielerin die Wege des Protagonisten kreuzt, verzaubert Florio gleich ab dem ersten Augenblick mit ihrer Schönheit (Z. 127 f.) und als Folge eines Trinkspruchs, den Florio zum Besten gibt, kommt es zum Kuss zwischen Bianka und ihm.
- Der dunkle Ritter Donati taucht plötzlich inmitten der feiernden Menge auf und seine Erscheinung wird zwar als „schön, aber blass und wüst“ (Z. 239) beschrieben.
- Als sich das Fest dem Ende zuneigt, brechen Fortunato und Florio gemeinsam mit Donati auf, welcher sie jedoch nur bis zu den Toren der Stadt begleitet. Über letzteren Umstand scheint der ansonsten so gutmütige und liebenswürdige Fortunato sehr glücklich. Den Grund für Fortunatos Antipathie gegenüber Donati kann sich Florio zu dem Zeitpunkt noch nicht erklären.
- Nachdem unser Protagonist und der Sänger in eine Herberge eingekehrt sind, zieht es Florio noch einmal hinaus in die sternenklare Nacht und er erkundet die, in nächtliche Ruhe getauchten Straßen Luccas alleine.
- In dem verlassenen Garten eines „weißglänzenden Schlosses“ (Z. 332) entdeckt er dann an einem Weiher die Marmorstatue Venus. Doch zunächst verzaubert und hingerissen von der Schönheit und scheinbaren Lebendigkeit der Statue, wird er jäh aus seiner Schwärmerei gerissen, als der Mond durch die Wolken bricht und ihm das Angesicht der Venusfigur plötzlich „fürchterlich weiß und regungslos“ (Z. 386 f.) erscheint.
- Voller „Grausen“ (Z. 388) macht sich Florio auf den Heimweg und wird in der Nacht von den „seltsamsten Träumen“ (Z. 400) gequält.