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Monolog

Im Drama Iphigenie auf Tauris gibt es mehrere Auftritte, die als Monolog gestaltet sind.

Merkmale Monolog

  • Gilt als typisches Mittel im Drama
  • Das Wort stammt aus dem Griechischen ab und meint so viel wie Alleinrede
  • Ist der Gegensatz zum Dialog; d.h. eine Person spricht mit sich selbst, anstatt mit einer anderen Figur
  • Die Figur reflektiert im Selbstgespräch ihre Handlungen, denkt offen über andere Figuren nach oder macht sich Gedanken zu bestimmten Ereignissen in der Vergangenheit oder Zukunft
  • Es gibt für die sprechende Person keinerlei Reaktion auf ihren Monolog, da es keinen Adressaten gibt
  • Ein Monolog stellt die Überlegungen einer Figur für den Leser/Zuschauer nachvollziehbar dar
  • Es gibt verschiedene Funktionen des Monologs:
    • Als technischer Monolog überbrückt das Monologisieren einer Figur den Wechsel zwischen zwei Auftritten bzw. das Ab- und Auftreten der jeweiligen Schauspieler
    • Der Monolog kann der Exposition im Drama dienen, d.h. eine Figur führt durch ihr Selbstgespräch die Zuschauer/Leser in die Handlung ein
    • Ein lyrischer Monolog dient der Selbstoffenbarung einer Figur. In dem Selbstgespräch zeigt die Figur ihre Gefühle und Gedanken nach außen hin
    • Der Reflexions-Monolog handelt von einer vergangenen oder zukünftigen Situation. Durch das Monologisieren will die Figur diese reflektieren oder bewerten und übernimmt somit quasi die Funktion des Chors aus dem griechischen Drama
    • Im sogenannten Konflikt-Monolog ringt die Figur mit ihren Handlungsmöglichkeiten, wägt Für und Wider ab und muss eine Entscheidung treffen. Meist wird der Konflikt-Monolog auf dem Höhepunkt der Handlung von der Hauptperson des Dramas gesprochen

Iphigenies Monologe im Werk

  • 1. Aufzug, 1. Auftritt: Der Monolog über Iphigenies aktuelle Lage, ihr Heimweh und ihr Schicksal dient der Exposition im Drama und führt in die Handlung ein
  • 1. Aufzug, 4. Auftritt: Iphigenie ruft die Göttin um Hilfe an. Dieses Selbstgespräch dient als Überbrückungsmonolog zum Wechsel in den 2. Aufzug, der mit Orest und Pylades in Gefangenschaft beginnt
  • 3. Aufzug, 1. Auftritt (Z. 2 - 391): Als Orest weggeht, spricht Iphigenie zu sich selbst und offenbart ihre Gefühle über das unverhoffte Wiedersehen mit ihrem Bruder
  • 4. Aufzug, 1. Auftritt: Iphigenie kämpft in diesem Monolog mit einem inneren Konflikt. Sie weiß nicht, ob sie Pylades Intrige unterstützen oder Thoas die Wahrheit sagen soll
  • 4. Aufzug, 3. Auftritt: In diesem Monolog offenbart Iphigenie, wie sie sich mit dem Zwiespalt fühlt und kommt zur Erkenntnis, dass sie auch auf Tauris liebgewonnene Menschen verlassen muss
  • 4. Aufzug, 5. Auftritt: Dieser Monolog von Iphigenie dient sowohl technisch als Wechsel zum 5. Aufzug, als auch ihrer Entscheidung im inneren Konflikt. Eine Besonderheit dieses Monologs ist, dass er am Ende als Lied verfasst ist

Weitere Monologe

  • 3. Aufzug, 2. Auftritt: Orest offenbart in einem Monolog aus seiner Betäubung aufwachend, wie er sich fühlt und sieht im Totenreich seine Ahnen
  • 5. Aufzug, 2. Auftritt: Thoas beschreibt im Monolog seine Gefühle, nachdem er erkennen musste, dass Iphigenie ihn täuschen will

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