Rhetorische Mittel
Süskind arbeitet in seinem Roman mit einer bildreichen, fantasievollen und eindrücklichen Sprache. Ein Eindruck, der ihm vor allem durch die Verwendung vieler rhetorischer Mittel gelingt.
- Vergleich: z.B. „Er war zäh wie ein resistentes Bakterium“ (S. 27)
Bessere Veranschaulichung durch den Vergleich mit einem anderen Wirklichkeitsbereich
- Kontrast: z.B. „Absolut klassisch, rund und harmonisch war es. Und trotzdem faszinierend neu. Es war frisch, aber nicht reißerisch.“ (S. 79)
Bildhafte Beschreibung bzw. Eingrenzung durch die Nennung der Kontraste, vor allem bei Duft-Passagen
- Antithese: z.B. „Das Parfum war ekelhaft gut“ (S. 79)
Die Gegensätzlichkeit der Begriffe spiegelt einen inneren Zwiespalt wieder und hebt zugleich die Aussage und deren Wahrheitsgehalt noch mehr hervor
- Akkumulation: z.B. „Er rief seine Diener herbei, die unsichtbar, unfühlbar, unhörbar und vor allem unriechbar, also vollständig imaginäre Diener waren“ (S. 164)
Reihung mehrerer Unterbegriffe um ein eindeutigeres Bild beim Leser zu schaffen
- Alliteration: z.B. „Großer Grenouille“ (S. 161)
Die Verbindung mehrerer Wörter mit gleichem Anfangsbuchstaben sorgt für eine bessere Einprägsamkeit und einen schöneren Klang
- Metapher: z.B. „Als er sie (das Mädchen) welkgerochen hatte“ (S. 56)
Es werden zwei sprachliche Bereiche miteinander verbunden, um etwas leichter verständlich zu machen
- Superlativ: z.B. „Hier nun, am allerstinkendsten Ort des gesamten Königreichs“ (S. 7)
Die Benutzung der höchsten Steigerungsform soll eine Tatsache noch mehr betonen
- Wiederholung: z.B. „Grenouille sah, dass es gut war, sehr, sehr gut“ (S. 162)
Die Wortwiederholung soll das Gesagte noch mehr verstärken und einprägsamer machen
- Synästhesie: z.B. „innere Festung der herrlichsten Duftkompositionen“ (S. 58)
Mehrere Sinneseindrücke bzw. Reize werden verbunden, um ein besseres Nachempfinden beim Leser zu schaffen
- Anapher: z.B. „Da nun aber ..., da deshalb ...; da aus diesem Grund ...“ (S. 10)
Wortwiederholung am Anfang eines Satzes, um etwas zu betonen und dem Leser quasi einzuhämmern
- Interjektion: z.B. „Hm, hm, hm“ (S. 109) oder „Ja, ja“ (S. 110)
Das Empfindungswort soll den gesprochensprachlichen Eindruck verstärken
- Rhetorische Frage: z.B. „Warum ließ man ihn warten? Warum kam man nicht?“ (S. 164)
Eine Frage, auf die keine Antwort erwartet wird. Sie soll lediglich für mehr Eindringlichkeit sorgen
- Personifikation: z.B. „Es war, als schriee der Berg“ (S. 171)
Vermenschlichung lebloser Dinge, um die Sprache lebendiger zu machen