Motive
In seiner Tragödie Hamlet arbeitet Shakespeare gezielt mit Motiven. Diese werden im Folgenden dargestellt:
Hamlets Kleidung
- Trauerfarbe Schwarz:
Zu Beginn trägt Hamlet schwarz, weil er um seinen Vater trauert
Alle anderen haben die Trauerkleidung längst abgelegt; Getrude fordert das auch von ihrem Sohn
Hamlet weigert sich und erklärt, das Schwarz könne seine Trauer nicht mal annähernd ausdrücken
Die Trauer macht ihn zum Außenseiter - Kleiderwechsel:
Hamlet legt die Trauerfarbe ab, kleidet sich aber dennoch nicht normal
Um den Wahnsinnigen vorzuspielen, erscheint er mit offener Jacke, schmutzigen Strümpfen und ohne Hut verlottert bei Ophelia
Hamlet nutzt jetzt gezielt den Glauben aus, dass die Kleidung das innere Empfinden widerspiegelt - Gezielte Tarnung:
Auch auf dem Weg nach England nutzt Hamlet seine Kleidung, um sein wahres Vorhaben zu tarnen
Er schleicht sich im Matrosenmantel aus seiner Kabine, um den Mordkomplott aufzudecken
Wüster Garten
- Hamlet selbst spricht im ersten Akt von „wüster Garten“ (S. 19) als er über die Welt nachdenkt
Verkehrte Anspielung aufs Paradies - Er wirft seiner Mutter vor, das „Unkraut“ (S. 91) zu düngen, wenn sie nicht ihre Sünden beichtet
Wie Eva im Paradies hat sie der Versuchung nachgegeben - Der Garten Eden wird außerdem desillusioniert, da Hamlets Vater ausgerechnet im Garten ermordet wurde
Blumen
- Shakespeare greift sein typisches Blumen-Motiv in Akt 4, Szene 5 auf
- Ophelia tut im Wahnsinn so, als würde sie Blumen verteilen
Jede Blume steht dabei für eine Charaktereigenschaft - Rosmarin: Gedenken an die Toten; sie deutet ihren Selbstmord an und bittet „Gedenkt meiner!“ (S. 108)
Stiefmütterchen: steht für Traurigkeit
Dem König gibt sie Fenchel und Akelei: erstes symbolisiert Stärke, letzteres Torheit
Der Königin und sich selbst schenkt sie Raute: repräsentiert Reue und Bedauern
Laertes bekommt Gänseblümchen, die für Unschuld stehen
Veilchen wurden nach Polonius Tod welk: bedeuten Treue und Bescheidenheit
Yoricks Schädel
- Der Totenkopf im fünften Akt, Szene 1 ist das Sinnbild für das Leitmotiv Tod
Hamlet blickt dem Tod quasi direkt ins Gesicht - Der Schädel steht für die Verstorbenen
Hamlet ist entsetzt, wie die sterblichen Überreste behandelt werden
Er sieht in den Knochen immer noch die Person, während die Knochen für die Totengräber nur leblose Dinge sind - In dieser Szene erkennt Hamlet, dass im Tod alle Menschen gleich sind
Er ist endlich reifer geworden
Evtl. daher die Verwirrung um sein Alter an dieser Stelle; wird er anfangs als Student vorgestellt, macht Shakespeare Hamlet hier plötzlich ca. 30 Jahre alt - Friedhof als glücklichster Platz:
Ironischerweise ist Hamlet auf dem Friedhof erstmals glücklich
Hier darf und kann er in schönen Erinnerungen an seine Kindheit und seinen Vater schwelgen
Laut Gertrude und Claudius soll er seinen Vater vergessen und weiter machen