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Mia Holl

Mia Holl ist die Protagonistin in Juli Zehs Werk und bezeichnet sich am Ende selbst als „Corpus Delicti“.

Infos zur Person

  • 34 Jahre alt
  • Zierliche Figur, hübsches Gesicht mit hellen Augen, etwas zu großer Nase und weichem Mund
  • Erfolgreiche Biologin
  • Alleinstehend und einsam
  • Wohnt im Penthouse eines Wächterhauses
  • Wenige soziale Kontakte
  • Führt ein unauffälliges Leben
  • Erfüllte die Untersuchungspflichten und gab regelmäßig ihre Berichte und Tests ab bevor ihr Bruder starb
  • Sieben Jahre jüngerer Bruder Moritz Holl, der sich nach einer Mordanschuldigung im Gefängnis erhängte
  • Sprechender Name: Assoziation an die im 17. Jhd. als Hexe verfolgte Maria Holl

Charakter

  • Geringe Selbstachtung:
    Mia liebt ihren Körper nicht, sondern sieht ihn nur rational
  • Soziale Angst:
    Mia lebt zurückgezogen, denkt viel nach, führt lange Selbstgespräche bzw. Dialoge mit der fiktiven idealen Geliebten und meidet den Kontakt zu ihren Nachbarinnen oder Aktivitäten in Gruppen; sie will durch Anpassung ein Teil der Gesellschaft sein
  • Zwiespältige Geschwisterbeziehung:
    Moritz ist Mias einziger sozialer Kontakt, mit ihm trifft sie sich regelmäßig; sie mag seinen Verstand; sie ist eifersüchtig auf seine Affären; gleichzeitig kann sie nichts mit Moritz Freiheitsdrang anfangen; sie kann nicht gutheißen, dass er gegen die Regeln verstößt
  • Pessimistisches Menschenbild:
    Mia hält die meisten Menschen für unprofessionell und tölpelhaft; sie sieht ihre Mitmenschen als Menschen ohne Seele bzw. als Puppen und ohne Willen, sich aus ihrer Unmündigkeit zu befreien oder ihren Verstand zu nutzen
  • Handlungsunfähigkeit:
    Mia ist hoch intelligent, kann analytisch denken und für alles Pro- und Contra-Argumente finden; dies macht es ihr beinahe unmöglich, sich für eine Position zu entscheiden
  • Emotionale Person:
    Nach Moritz‘ Tod stellt Mia die Liebe zu ihrem Bruder über ihre Anpassung an die Methode; sie glaubt an seine Unschuld, obwohl die Methode ihn zum Schuldigen macht; die anderen Menschen gleichen eher leeren Hüllen, die ohne Emotionen auf die Methode reagieren; Mia lässt dank der idealen Geliebten mehr und mehr Skepsis, Zweifel, Wut und Widerstand freien Lauf
  • Passiver Widerstand aus moralischen Gründen:
    Mia will auf die Schwächen der Methode aufmerksam machen, sie in Frage stellen, um ihrem Bruder treu zu bleiben; sie will keine Galionsfigur für Widerständler werden; einen aktiven Versuch die Methode zu stürzen, wagte sie nie, weil sie in Teilen daran glaubt
  • Entwicklung:
    Zu Beginn keine Anti-Methodistin; sie lebt in Anpassung an die Staatsmacht; die Trauer um ihren Bruder verwirrt Mia und bringt sie zum Nachdenken: Steht sie aus Liebe zu ihm oder aus vernunftgründen zur Methode; sie beginnt, die Legitimität der Methode in Frage zu stellen und entzieht der Methode öffentlich das Vertrauen; nachdem ihr alles genommen würde, kämpft sie für ihre Würde und ergibt sich innerlich ihrem Schicksal, bereit eine Märtyrin zu werden

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