Sprache
- Die Sprache in der Erzählung ist einfach, klar und enthält keine Fachbegriffe.
- Die Erzählung sollte auch für Menschen aus den unteren sozialen Schichten verständlich und nachvollziehbar sein.
- Büchners Schreibstil in Lenz wurde deshalb von anderen Dichtern seiner Zeit oft als kunstlos beschrieben.
- Die Sprache in der Erzählung ist geprägt von dialektalen Einflüssen, die sich beispielsweise in Ellipsen äußern.
- „Sehn Sie, ich will gehn; Gott, Sie sind noch die einzigen Menschen, wo ich‘s aushalten könnte [...].“ (S. 20).
- Die Syntax der Erzählung ähnelt einem Bewusstseinsstrom.
- Die äußeren Eindrücke verschmelzen mit den Gefühlen von Lenz zu einem Bewusstseinsstrom.
- Der Bewusstseinsstrom wird dem Leser unmittelbar dargestellt.
- Lenz‘ innere Unruhe wird unterstrichen.
- „Es war ihm alles so klein, so nahe, so nass; er hätte die Erde hinter den Ofen setzen mögen [...]“ (S. 5)
- Die Erzählung ist in einem überwiegend hypotaktischen Stil geschrieben.
- Einem Hauptsatz werden viele Nebensätze untergeordnet.
- Das unterstreicht den schnellen Fortschritt von Lenz‘ geistiger Krankheit.
- Die Erzählung ist sehr distanziert und kühl.
- Das Geschehen und Lenz‘ geistige Krankheit sollen im Vordergrund der Erzählung stehen, aber nicht bewertet werden.
- Die Erzählung gleicht deshalb einer wissenschaftlichen Arbeit, die einen Krankheitsverlauf protokolliert.
- Lenz‘ psychische Erkrankung wird sachlich und nüchtern dargestellt, wobei beim Leser keine Sympathie für den Protagonisten geweckt werden soll.
- Während der ganzen Erzählung stehen Lenz‘ Gefühle und Gedanken im Mittelpunkt.
- Lenz‘ Gedanken und Beobachtungen bestehen meist aus kurzen elliptischen Sätzen, wenn er bei vollem Bewusstsein ist
- Für die Beschreibungen der Umgebung und der Natur wird eine sehr deskriptive Sprache verwendet.
- „Die Gipfel und hohen Bergflächen im Schnee, die Täler hinunter graues Gestein, grüne Flächen, Felsen und Tannen.“ (S. 5)
- Dennoch kann der Leser auch in diesen kurzen, oft auch abschweifenden Sätzen Lenz‘ geistige Erkrankung bereits erahnen.
- Lenz‘ Verhalten wird im Text von höheren Mächten bestimmt, die als „Es“ bezeichnet werden.
- „es drängte in ihm“ (S. 20)
- „er stand nun am Abgrund, eine wahnsinnige Lust ihn trieb [...]“ (S. 22)
- Lenz handelt durch seine Krankheit fremdbestimmt.
- Die Sprache verschleiert das Geschehen, was auch dem Seelenzustand von Lenz entspricht.
- Sprachlich und stilistisch fällt vor allem das Kunstgespräch zwischen Kaufmann und Lenz auf.
- Der Leser muss für das Gespräch selbst ein Grundwissen über den Idealismus besitzen, um die Argumentationsstruktur nachvollziehen zu können.
- Lenz‘ Verstand ist in diesem Gespräch klar und er verwendet eine Fachsprache, die ihm als Dichter eigen ist.
- Büchner schafft durch das Kunstgespräch eine höhere Reflexionsstufe, da die Figuren sich besser artikulieren.
- Büchner nutzt dieses Gespräch der zwei fiktiven Figuren, um seine Meinung über den Idealismus zu verdeutlichen.