Lerninhalte in Deutsch
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Basiswissen
Inhaltsverzeichnis

Stilmittel

  • Anapher: „Mahlke war das einzige Kind zu Hause. Mahlke war Halbwaise. Mahlkes Vater lebte nicht mehr. Mahlke trug im Winter wie Sommer altmodische hohe Schuhe(...) “ (S. 10)
    \(\rightarrow\) Von einer Anapher spricht man, wenn sich die Anfänge aufeinanderfolgender Sätze oder Satzteile mehrmals wiederholen (hier: Mahlke). Durch die Wiederholung entsteht eine besondere Eindringlichkeit und die Aufmerksamkeit des Lesers wird erhöht. In der vorliegenden Textstelle handelt es sich um die Beschreibung bzw. Charakterisierung von Mahlke, die Pilenz am Anfang des Werks vornimmt.
  • Antithese: „Zwar bewunderten wir Mahlke; doch mitten im verquollenen Getöse schlug die Bewunderung um: wir fanden ihn widerlich und zum Weggucken.“ (S. 67)
    \(\rightarrow\) Innerhalb einer Antithese stehen sich Satzglieder, Satzteile oder komplette Sätze gegenüber, die eine widersprüchliche Bedeutung aufweisen. In diesem Beispiel verweisen die Satzteile auf die ambivalente und ambige Beziehung der Freundesgruppe zum Außenseiter Mahlke. Grass stellt an dieser Stelle somit nicht nur inhaltlich, sondern auch stilistisch einen Widerspruch dar, der dem Leser direkt ins Auge springt.
  • Alliteration: „Keine Messe ohne Mahlke.“ (S. 93)
    \(\rightarrow\) Die Wiederholung einzelner Anfangsbuchstaben innerhalb der Alliteration bewirkt eine bezeichnende Einprägsamkeit beim Leser. Die Alliteration zeigt somit auch einen Zusammenhang zwischen einzelnen Satzteilen/-wörtern auf. In diesem Beispiel soll nochmals auf die Religiosität und Frömmigkeit Mahlkes aufmerksam gemacht werden.
  • Correctio: „Gab mir jedenfalls Mühe. Keine Mühe!“ (S. 86)
    \(\rightarrow\) Innerhalb dieser Textstelle verweist Pilenz auf die Freundschaft zu Mahlke. Ironischerweise gibt er zunächst an, sich um die Freundschaft zu kümmern. Direkt danach folgt Pilenz eigene Berichtigung des zuvor Gesagten durch einen aussagekräftigen Ausruf. Innerhalb einer Correctio wird die eigene Aussage zurückgenommen.
  • Ellipse: „Möcht wetten, da ist nochen Toter unten“ (S. 36)
    \(\rightarrow\) Eine Ellipse meint, dass einzelne Teile eines Satzes ausgelassen werden, weshalb der Satz unvollständig wirkt. Sie zieht die Aufmerksamkeit des Lesers auf sich, da der Text an dieser Stelle einen besonders aktiven Leser benötigt, der dem Satz selbst seinen Sinn zuweist. Zusätzlich finden wir hier einen deutlichen Verweis auf die dialektal ausgeprägte Umgangssprache, welche im Werk häufig verwendet wird. Dadurch wird zusätzlich Authentizität verkörpert.
  • Hyperbel: „(...) erzähle ihm von Mahlke und Mahlkes Jungfrau, von Mahlkes Gurgel und Mahlkes Tante, von Mahlkes Mittelscheitel, Zuckerwasser, Grammophon (...).“ (S. 86)
    \(\rightarrow\) Die Hyperbel dient der Übertreibung des Sachverhaltes und beinhaltet in diesem Beispiel zusätzlich noch einen starken Aufzählungscharakter. Zu Anfang findet man wieder eine anaphorische Tendenz durch die mehrmalige Wiederholung des Protagonisten.
  • Vergleich: „Schwamm Mahlke auf dem Rücken, torkelte der Holzgriff auf seiner Brust, verdeckte aber nie vollkommenen jenen fatalen Knorpel zwischen Kinnlade und Schlüsselbein, der als Rückenflosse ausgefahren blieb und eine Kielspur riß.“ (S. 9)
    \(\rightarrow\) Es fällt auf, dass Mahlke indirekt mit einem Kriegsschiff verglichen wird, wenn man sich den genauen Kontext der Textstelle anschaut. Der Vergleich sorgt für Anschaulichkeit aufgrund eines sogenannten sprachlichen Bildes und deutet schon am Anfang des Werks auf Mahlkes großes Interesse und seine Begeisterung gegenüber der Kriegsmarine und Militärschiffe im Zweiten Weltkrieg hin.

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