Major von Crampas
Major von Crampas tritt das erste Mal im 13. Kapitel auf, als er mit seiner Familie in den Ort Kessin zieht.
Infos zur Person
- Crampas ist Vater zweier Kinder im Alter von „zehn und acht Jahren“ (Kap. 13, Z. 108 f.) sowie Ehemann der Frau Majorin, welche von Effi als „immer verstimmt, beinahe melancholisch“ (Kap. 13, Z. 114) beschrieben wird
- Der Major soll als „neuer Bezirkskommandeur“ (Kap. 13, Z. 100) in Kessin seinen Vorgänger ersetzen
- Das neue Gesicht im verlassenen Kessin befindet sich im mittleren Alter von 44 Jahren und verfügt bereits über einiges an Lebenserfahrung durch die zahlreichen Stationierungen an unterschiedlichen Orten
Charakter
- Gentlemen: Laut Effi handelt es sich bei dem Leutnant um einen „vollkommenen Kavalier“ (Kap. 13, Z. 130), welcher „ungewöhnlich gewandt“ (Kap. 13, Z. 130) in seinem Auftreten ist.
- Hitzköpfig: Aufgrund einer Verletzung des linken Arms durch „ein Duell mit einem Kameraden“ (Kap. 13, Z. 118 f.) ist anzunehmen, dass der temperamentvolle Charakter des Herren mittleren Alters bereits des Öfteren zu Auseinandersetzungen geführt hat. Effi fühlt sich von diesem Umstand jedoch weniger abgeschreckt als vielmehr angezogen, was sich mit ihrer durchweg positiv gefärbten Meinung gegenüber dem neuen Kommandeur begründen lässt
- Heldenhaft: Als der Major mit dem Baron und Effi eines Tages ausreitet, gesteht er ihnen bei einem Gespräch, dass er gerne einen Ehrentod sterben würde, anstatt in einem gewöhnlichen Ableben dahinzuscheiden. Zynisch ausgedrückt wird ihm dieser Wunsch am Ende erfüllt, indem er im Duell gegen Instetten dessen Kugel zum Opfer fällt
- Unzuverlässig: Gerüchten zufolge stellt der Major einen „Damenmann“ (Kap. 13, Z. 117) dar, was wiederum die starke „Eifersucht“ (Kap. 13, Z. 116) seiner Frau erklären würde. Indem der verheiratete Familienvater ein Verhältnis zur 20 Jahre jüngeren Effi beginnt, bestätigt er seinen Ruf als Casanova. Instetten beschreibt den Major als Charakter mit „Spielernatur“ (Kap. 18, Z. 34), auf den „kein rechter Verlaß“ (Kap. 18, Z. 160) sei
- Poetisch: Bei einem Ausflug ohne Instetten, erzählt Crampas Effi von seiner Leidenschaft für Poesie. Mit seinem Wissen über romantische Dichter wie Heine beeindruckt er die junge Frau nachhaltig und merkt zum Ende der Unterhaltung an, dass Effi diese Information nicht an Instetten herantragen sollte (Ende Kapitel 17)