Auf einen Blick
Auf einen Blick
- Sozialkritik in Kabale und Liebe
- Das fiktive Herzogtum ähnelt dem tatsächlichen Herzogtum Württemberg, aus dem Schiller wegen seines Schreibverbots geflohen war
- Für den Herzog, den Präsidenten und Lady Milford gibt es reale Vorbilder; Schiller kritisiert zudem tatsächliche politische Maßnahmen wie den Verkauf von Soldaten
- Schiller greift den Absolutismus an und entlarvt ihn als System, das Willkür, Intrigen und Korruption begünstigt, während die Bevölkerung leidet
- Das Drama kritisiert den Adel als verlogenen, arroganten und egoistischen Stand, der sich von der Bevölkerung abkaspelt und seine dominante Stellung nicht verdient hat
- Dementsprechend steht auch die Ständegesellschaft in der Kritik: Sie begünstigt die Herrschaft des Adels und sie verhindert, dass Luise und Ferdinand ihre Liebe frei ausleben können
- Schiller stellt sich auf die Seite des Bürgertums, das Ende des 18. Jahrhunderts aufstrebte und politische Forderungen stellte
- Das Drama zeigt das Bürgertum als einen an der Pflicht orientierten Stand, der dem Adel moralisch überlegen ist
- Elemente des Sturm und Drang
- Als letztes großes Werk des Sturm und Drang beinhaltet das Werk die wesentlichen Merkmale der Strömung
- Typische Themen: Ständeübergreifende Liebe, Konflikt zwischen Pflicht und Gewissen, realistische Handlung, Moral des Bürgertums
- Ferdinand repräsentiert die radikale Subjektivität und Emotionalität, die typisch für Helden des Sturm und Drang sind
- Schiller ließ sich von Lessing und seinem bürgerlichen Trauerspiel inspirieren: Bürgerliche sind hier edel und ehrbar, der Adel hat keine Vorbildfunktion mehr inne
- Gefühlvolle, „echte“ Sprache
- Schiller geht aber über den Sturm und Drang hinaus: Luise ist eine ideale Figur, sie sieht Pflicht und Vernunft als ebenso wichtig wie das Gefühl an