Kap. 23 - 33
Ab Kapitel 23 geht es um die Folgen, die Rosentreters Taktik hat, einen Härtefallantrag für Mia zu stellen.
Kapitel 23 - Der Hammer
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- Seite: 98 - 104
- Zeit: Tag in der Gegenwart nach Kramers TV-Auftritt
- Ort/Quelle: Gerichtssaal
- Personen: Mia, Sophie, Bell, Rosentreter
Inhalt
Sophie hält eine weitere Verhandlung im Fall Mia Holl ab, da Rosentreter einen Anfechtungsantrag gestellt hat. Die Richterin fühlt sich dadurch zum zweiten Mal von Mia in die fütternde Hand gebissen und kann ihren Ärger kaum noch verbergen. Sie fragt sich, ob Mia einen schlechten Charakter hat oder an Depressionen leidet. Mias abwesende Haltung provoziert Sophie so sehr, dass sie die Geldstrafe von zwanzig auf fünfzig Tagessätze erhöht. Auch Mias Einspruch, sie habe doch alle fehlenden Schlaf- und Ernährungsberichte abgegeben und hygienische Proben eingereicht, schmettert die Richterin ab. Sie will sich nicht länger von Mia einwickeln lassen. Sophie leitet weiter zum Verfahren wegen Mias Zigaretten-Missbrauchs. Diese gesteht, weil Rosentreter einen Härtefallantrag stellen will. Sophie versucht, sich nicht aufzuregen. Sie fühlt sich aber so angegriffen, dass ihr die Farbe aus dem Gesicht weicht. Mia ist mit der Situation überfordert, blickt vom einen zum anderen und versteht nicht, warum Rosentreter ihr zu dem Antrag geraten hat, wenn dieser für so viel Ärger sorgt. Rosentreter bleibt aber hartnäckig und erklärt, dass Mia ihre Ruhe zusteht, weil sie durch die Implementierung der Methode einen Angehörigen verloren habe. Sophie lehnt den Antrag knallhart ab und erklärt Mia, dass sie kein Recht habe, sich der Methode zu entziehen. Außerdem verurteilt sie Mia zu zwei Jahren auf Bewährung.Kapitel 24 - Which side are you on
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- Seite: 105 - 111
- Zeit: Gegen Mittag am selben Tag
- Ort/Quelle: Mias Wohnung
- Personen: Mia, ideale Geliebte, Rosentreter
Inhalt
Mia murmelt nach der Verhandlung vor sich hin, dass sie sich verlangsamt hat. Rosentreter bringt sie deshalb besorgt nach Hause. Dort würgt Mia zwei Tabletten herunter, während sie sich von der idealen Geliebten anhören muss, dass sie sich endlich für eine Seite entscheiden soll. Mia fühlt sich schlecht und wirft Rosentreter vor, den Folterknecht zu spielen und sie ans Messer geliefert zu haben. Der Anwalt sinniert daraufhin über die Einführung der Folter und dass seither jeder Verurteilung eines Menschen, der seine Unschuld beteuert, etwas Unangenehmes anhaftet. Er fragt sie, ob sie an Moritz‘ Schuld glaubt und versucht ihr klarzumachen, dass eben Seele und Herz zählen, auch wenn die Methode das nicht sehen will. Mit seinem Härtefallantrag will er sich deshalb an die nächste Instanz wenden und Grundsatzfragen anstoßen. Mia erkennt plötzlich, dass es ihm um mehr geht als nur ihre Verteidigung.Kapitel 25 - Unzulässig
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- Seite: 112 - 115
- Zeit: Gegen Mittag am selben Tag
- Ort/Quelle: Mias Wohnung
- Personen: Mia, ideale Geliebte, Rosentreter
Inhalt
Rosentreter erzählt Mia widerwillig, dass er eine Frau liebt, die immunologisch nicht zu ihm passt, was die Beziehung zu einem Kapitalverbrechen macht. Mia spielt das Problem herunter, es gehe vielen Menschen so seit Jahrtausenden. Er solle eben offiziell eine andere heiraten und heimlich mit seiner großen Liebe zusammen sein. Rosentreter duzt Mia und erklärt ihr, dass sie ihm für ihre verbitterte, rationale Art leid tue. Die ideale Geliebte stimmt ihm daraufhin zu. Mia aber springt auf und wirft Rosentreter ein Foto des erhängten Moritz hin, um ihm zu sagen, wofür sie Mitleid verdient hat. Rosentreter bietet Mia an, eine Wiederaufnahme von Moritz‘ Fall zu erwirken und seine Unschuld zu beweisen.Kapitel 26 - Schnecken
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- Seite: 116 - 125
- Zeit: Kurz darauf
- Ort/Quelle: Mias Wohnung
- Personen: Mia, ideale Geliebte, Rosentreter, Kramer
Inhalt
Es klingelt an der Tür und Kramer kommt gut gelaunt herein. Rosentreter lässt sich von ihm einschüchtern und fürchtet, Kramer könnte ihn wegen seiner heimlichen Liebe durchschaut haben. Kramer wendet sich aber Mia zu und erklärt, dass das Interview nach ihrem Wirbel nicht mehr stattfinden könne. Als Mia den Härtefallantrag auf Rosentreter schiebt, bietet Kramer ihr an, den Anwalt loszuwerden für sie. Die ideale Geliebte warnt Mia, auch nur ein Wort über Rosentreters Liebe zu verlieren, woraufhin Mia schweigt. Kramer spielt dann auf Mias Gespräch mit Rosentreter an und erklärt, dass man heutzutage ja zum Glück keine Folter mehr brauche. Als er Mia bittet, von Moritz zu erzählen, greifen Rosentreter und die ideale Geliebte ein. Kramer und Rosentreter geraten in Streit, wer die Sache um den Fall Holl in den Schlamm zieht. Um die Wahrheit ans Licht zu bringen, erzählt Mia doch von Moritz. Sie berichtet, dass er Weinbergschnecken in einer Holzkiste gehalten hat. Dass er sich unverstanden fühlte von den Eltern und eher mit Pflanzen geredet hat. Und Mia erzählt von Moritz‘ Krankheit, von der Kramer und Rosentreter bisher nichts wussten. Kramer geht daraufhin hochmütig, ohne zu bemerken, dass Rosentreter grübelt.Kapitel 27 - Ambivalenz
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- Seite: 126 - 129
- Zeit: Nachdem Kramer und Rosentreter weg sind
- Ort/Quelle: Mias Wohnung
- Personen: Mia, ideale Geliebte
Inhalt
Mia hat ein ambivalentes Verhältnis zu Kramer. Einerseits könnte sie ihn für seine unbedingte Hingabe im Umgang mit der Welt lieben. Sie denkt wie er, dass Glauben und Wissen für Menschen dasselbe sind und sich die Wahrheit daher rational der Nützlichkeit ergeben muss. Andererseits empfindet Mia Widerwillen, weil Kramer ein Schnüffler ist, der innerlich leer ist.Kapitel 28 - Ohne zu weinen
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- Seite: 130 - 134
- Zeit: Nach Moritz‘ Date mit Sibylle
- Ort/Quelle: Mias Wohnung
- Personen: Mia, Moritz
Inhalt
Mia saß am Schreibtisch als es kurz nach Mitternacht schrill klingelte. Moritz kam verstört herein, ließ sich aufs Sofa führen und verkündete, dass Sibylle tot war. Mia wollte ihm zunächst nicht glauben. Dann erzählte Moritz, was er schon der Polizei gesagt hatte. Dass er sie bei der Brücke tot auf dem Boden fand und sie untenrum nackt war. Moritz erinnert sich, dass er neben ihr gewartet hat, bis die Polizei kam, und sich ihr so nahe gefühlt hat. Als Mia fragte, was die Polizei von ihm gewollt hat, wurde Moritz sauer. Mia versuchte ihm klarzumachen, dass sie sich nur sorge, doch er lief weg und hörte nicht mehr wie Mia sagt: „Ich bin doch dein Zuhause“.Kapitel 29 - Unser Haus
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- Seite: 135 - 137
- Zeit: Zurück in der Gegenwart
- Ort/Quelle: Mias Wohnung
- Personen: Mia, ihre drei Nachbarinnen
Inhalt
Mia erwacht aus ihrer Erinnerung an die Mordnacht und öffnet die Tür. Davor stehen Driss, die Pollsche und Lizzie. Driss hält Mia bewundernd ein Exemplar des Gesunden Menschenverstands hin, das Mia zeigt. Die anderen beiden aber wettern gegen Mia, weil das Haus keine Wächterhausplakette mehr bekommen könnte durch ihre Vorbestrafung. Sie fordern von Mia, aus ihrer Wohnung auszuziehen. Erst als Mia einen Schritt auf sie zugeht, laufen sie davon.Kapitel 30 - Bedrohung verlangt Wachsamkeit
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- Seite: 138 - 140
- Zeit: Kurz darauf, 14. Juli
- Ort/Quelle: Der gesunde Menschenverstand
- Personen: Kramer als Autor
Inhalt
In seinem Kommentar schreibt Kramer über die steigende Bedrohung des Landes. Er warnt vor Einzelnen, die ein normales Leben führen aber innerlich einen Kampf gegen die Methode beginnen wollen. Es soll ein Angriff mit biologischen Waffen geplant sein, der in Zusammenhang mit dem Fall Moritz Holl steht. Außerdem zitiert er Mias Worte, dass Moritz sich unverstanden fühlte, um zu beweisen, dass Moritz ein Gefährder war.Kapitel 31 - Die Zaunreiterin
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- Seite: 141 - 146
- Zeit: Am selben Tag
- Ort/Quelle: Mias Wohnung
- Personen: Mia, ideale Geliebte
Inhalt
Mia sitzt auf dem Hometrainer, während die ideale Geliebte ihr den Artikel vorliest. Sie applaudiert und erklärt, dass es solche Dreistigkeit wie diese Hetzschrift jeden Tag gibt. Die ideale Geliebte versucht ihr klarzumachen, dass es um mehr geht, dass dies Mias persönliche Anklageschrift ist. Mia aber will nichts dagegen tun, weil so schon alles schlimm genug ist. Die ideale Geliebte wirft ihr daher vor, ein Feigling zu sein und immer nur mit den Achseln zu zucken. Sie müsse endlich einsehen, dass Moritz der Methode zum Opfer gefallen ist, und solle sich endlich gegen Kramer wehren und sich zu Moritz bekennen. Diese Worte treffen Mia. Die ideale Geliebte lässt trotzdem nicht locker und vergleicht Mia mit einer Hexe, die als Zaunreiterin immer zwischen zwei Seiten lebt. Sie sei damit immer eine Außenseiterin. Innerlich muss Mia ihr da sogar recht geben. Sie erkennt, dass die Normalität, die die Methode fordert, ein zweischneidiges Schwert ist. Wer normal lebt, wird verteidigt. Wer sich gegen das Normative wehrt, wird bedroht. Ihr wird klar, dass Mia wie Moritz ist. Nur dass sie ihr Anderssein hinter Systemtreue versteckt, während Moritz stolz darauf war. Die ideale Geliebte will Mia deutlich machen, dass sie entscheiden kann, ob sie Opfer oder Täter sein will. Mia aber will beides nicht.Kapitel 32 - Fell und Hörner, zweiter Teil
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- Seite: 147 - 150
- Zeit: Zurück in der Vergangenheit, nach der Mordnacht
- Ort/Quelle: Am Fluss
- Personen: Mia, Moritz, Polizisten
Inhalt
Moritz wolle weder Opfer noch Täter sein, erklärte er Mia in einem Gespräch am Fluss. Dann nahm er sie plötzlich ganz fest in den Arm, weil Mia ihm in der Mordnacht hinterhergerufen hatte, dass sie sein Zuhause sei. Außerdem beteuerte er, dass er mit Sibylles Tod klarkommt, da er ja ein Leben lang Philosophie studiert hat. Das Leben seien die Erlebnisse zwischen der Dunkelheit von Geburt und Tod, diese müsse man voll auskosten. Moritz macht klar, dass er sich deshalb auch nie einer Gruppe anschließen würde, weil diese ihm sein Denken und Handeln vorschreiben würde. Er lebe lieber in seiner Wirklichkeit und flackert zwischen Anpassung und Widerstand. Plötzlich raschelte es im Gebüsch, doch anstelle eines Rehs, standen uniformierte Polizisten vor ihnen. Moritz wurde wegen Verdachts auf Vergewaltigung und Mordes an Sibylle verhaftet.Kapitel 3 - Das Recht zu schweigen
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- Seite: 151 - 152
- Zeit: Nicht näher genannter Tag in der Gegenwart
- Ort/Quelle: Am Fluss
- Personen: Mia, Polizisten