Gesellschaftskritik
Hein nutzte seinen Roman für eine Gesellschaftskritik. Dabei ging es ihm nicht nur um das Thema der Fremdenfeindlichkeit, sondern auch um die allgemeine eher schlechte Entwicklung der gesellschaftlichen Werte.
Nachkriegsgesellschaft in der DDR
- Die Menschen litten nach dem Krieg unter Armut, dem Verlust geliebter Menschen, der Zerstörung ihrer Heimat und der unsicheren politischen Lage
- In der DDR setzten alle ihre Hoffnung in die SED, die das Land wieder aufbauen wollte; bald wurde den Menschen klar, dass dies so nicht funktionieren wird
- Anstatt ein Kollektiv zu leben, zogen sich die Menschen ins Private zurück; einen echte Zusammenhalt gab es nicht; wer sich angepasst hat, konnte in Ruhe leben
- Hinter verschlossenen Türen versuchte der Kegelklub in Landnahme Einfluss auf die Stadtpolitik zu nehmen
- Es herrschte unterschwellig ein Klima der Angst und Bedrohung, weil die SED alles und jeden überwachte
Gesellschaft nach der Wende
- Nach dem Mauerfall hofften die Menschen in der ehemaligen DDR auf ein besseres Leben
- Enteignete Unternehmer forderten ihren Besitz zurück; hierfür schlossen sich im Roman die Kegelbrüder zusammen
- Viele Firmen konnten den Wirtschaftsaufschwung für sich nutzen; in Landnahme werden Haber und Kitzerow so zu reichen Männern; Chancengleichheit besteht nicht
- Anstatt sich politisch zu engagieren, gründen die Unternehmer in Guldenberg einen Karnevalsverein; das zeigt, dass aus der Vergangenheit nicht viel gelernt wurde; wieder ducken sich die Menschen, wenn auch diesmal nicht aus Angst