Erzählerin
Im Folgenden soll die namenlose Ich-Erzählerin näher beleuchtet werden, die neben dem Taxifahrer Stein die wichtigste Figur des Werkes ist.
Infos zur Person
- Junge Frau, vermutlich in ihren 20ern
- Weder Name noch Beruf werden genannt
- Alleinstehend und finanziell abgesichert
- Lebt in einer Wohnung in Berlin
- Raucht viel
Charakter
- Leichtlebig: Zusammen mit ihrer Clique feiert sie oft, trinkt viel Alkohol, nimmt unterschiedlichste Drogen und lebt freie Sexualität aus
- Vorurteile: Sie lehnt das spießbürgerliche Leben ohne großes Hinterfragen ab; hat Spaß daran, auf dem Dorf die Ruhe der Einheimischen zu stören; begutachtet die Vormieterin von Steins Haus kritisch und bezeichnet sie als „Leute dieses Schlags“ (S. 146); kann sich ein Leben in Canitz mit Haus und Mann deshalb nicht vorstellen
- Unsicher: Offenbar hat sich die Erzählerin selbst noch nicht gefunden und ist auf der Suche nach ihrer Identität; Entscheidungen zu treffen, fällt ihr schwer; sie weicht Auseinandersetzungen lieber aus und verschiebt Entscheidungen auf später; einerseits sucht sie die Nähe von Stein, andererseits will sie auf sein Angebot nicht eingehen
- Eifersüchtig: Sie erwähnt, dass Stein nach ihrer Trennung mit jeder Menge Frauen geschlafen hat, was sie offenbar verletzt hat; sie kann nicht hinschauen, wenn Stein eine andere küsst, obwohl die Clique sonst so offen ist was Sexualität angeht; sie sehnt sich danach, dass Stein sie wieder anschaut wie früher und dass er sie direkt bittet, zu sich zum Haus zu kommen
- Harmoniebedürftig: Anstatt ihre Wünsche zu äußern, macht sie es lieber den Anderen recht und fährt z.B. mit Stein zum Haus, obwohl sie keine Lust hat; ihre Meinung behält sie lieber für sich, um den Anderen nicht zu verletzen, wie etwa, als sie Stein ihr Entsetzen über die Bruchbude verschweigt; sie erträgt es nicht, dass Stein im Auto schweigt und abweisend ist; sie will den Menschen in ihrem Umfeld ein gutes Gefühl geben, so auch als sie beim Haus unbedingt etwas Positives, Zukunftsweisendes sagen will
- Gruppenzwang: Die Ich-Erzählerin richtet ihr Leben stark an ihrer Clique und dem damaligen Berliner Zeitgeist aus; oftmals scheint sie gar nicht sicher zu sein, was sie selbst eigentlich möchte; sie wohnt sogar im selben Haus wie ihre Freundin Christiane; die Erzählerin verschweigt Steins Haus lieber, weil sie nicht weiß, wie die Gruppe darauf reagieren würde
- Kunstinteressiert: Gemeinsam mit ihrer Clique besucht sie Theatervorstellungen, Lesungen, Kunstausstellungen und Konzerte