Nadine
In seiner Anfangszeit in Marseille lernt der Erzähler die junge, hübsche Französin Nadine kennen. Einige Zeit lang haben sie eine Affäre, um dann voneinander gelangweilt zu sein. Bis zum Ende der Handlung besteht eine zwischen Sympathie und Belanglosigkeit wechselnde Beziehung zwischen den beiden.
Infos zur Person
- Junge Französin
- Arbeitet als Verkäuferin in der Hutabteilung eines Kaufhauses
- Unverheiratet und kinderlos
- Hübsch, schlank, groß und blond
- Ihre Brüder sind in Lagern gefangen
Charakter
- Charmant: Sie bezaubert die Männer reihenweise mit ihrer sympathischen Art; nicht nur der Erzähler verfällt ihr sofort, sondern auch sein Hotel-Nachbar, der Legionär, sowie ein verheirateter Major
- Stolz: Nadine weiß um ihr gutes Aussehen und ist stolz darauf; sie geht selbstbewusst, aufrecht und mit erhobenem Kopf; legt großen Wert auf ihre Kleidung und ihr Make-up
- Intelligent: Sie arbeitete sich aus der Zuckerfabrik nach oben; ergattert einen guten Job als Verkäuferin; sie kennt sich trotz ihrer französischen Herkunft mit dem Transit-Prozedere aus; sie ist sich sicher, dass es statt abzufahren klüger sei, zu bleiben und abzuwarten
- Eifersüchtig: Die junge Frau will immer und überall im Mittelpunkt stehen und duldet niemanden um sich; mit Claudine versteht sie sich deshalb überhaupt nicht
- Freiheitsliebend: Nadine will sich nicht auf eine feste Beziehung einlassen; sie liebt ihr eigenständiges Leben und fängt mit Männern nur lose Verbindungen an; als sie von dem Erzähler gelangweilt ist, lässt sie die Treffen ohne Angst, ihn zu verletzten, einfach sein
- Oberflächlich: Sie geht nur lockere Beziehungen ein, ohne tiefgründige Gespräche oder Gefühle; Nadine sucht sich ihre Männer nicht nach Charakter, sondern nach Aussehen oder Vermögen aus
- Unehrlich: Anstatt sich mit offenen Worten von dem Erzähler zu trennen, nutzt sie genau wie er eine Ausrede, um sich nicht mehr mit ihm treffen zu müssen; den Major liebt sie nicht um seinetwillen, sondern vielmehr weil er ihr Vorteile bringt; obwohl der Major sie nervt, spielt sie ihm Gefühle vor, bis er abreisen muss
- Luxusliebend: Sie prahlt mit den neuen Kleidungsstücken, dem neuen Geschirr und all den Essensvorräten, die der Major ihr gekauft hat
- Einfühlsam: Obwohl sie kaum über Gefühle spricht, erkennt sie sofort, dass der Erzähler wegen Marie unglücklich ist; sie versucht ihn liebevoll abzulenken und rät ihm später, dass er nicht traurig sein solle; sie versucht, dem Erzähler zu helfen und schickt ihn zu ihrer Schulfreundin auf die Präfektur