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Epoche

Friedrich Schillers (10.11.1759 - 9.5.1805) Werk Maria Stuart wurde am 14. Juni 1800 in
Weimar uraufgeführt und erschien im April 1801 als Buch.
Maria Stuart ist somit der Klassik zuzuordnen, eine literarische Bewegung, die von 1786 bis 1832 andauerte. Neben Friedrich Schiller galt dessen Freund Johann Wolfgang von Goethe (28.8.1749 - 22.3.1832) als der zentrale Vertreter der Weimarer Klassik.
Wie schon der Name Klassik vermuten lässt, bezieht sich diese Literaturbewegung vor allem auf die Antike, aus denen die „Klassiker“ der Literatur stammten. Damals galten Harmonie und Vollkommenheit als Ideale in der griechischen Gesellschaft. Dies wurde in der Klassik neu aufgegriffen. Man wollte die Gesellschaft nach der französischen Revolution 1789 dazu erziehen, bessere Menschen zu werden. Schließlich hatte sich herausgestellt, dass trotz der Erklärung der Bürger- und Menschenrechte die Zeit des Schreckens nicht vorbei war. Daher sollte jeder Einzelne seine Vervollkommenung anstreben, indem er moralisch handelt und seinen Verstand einsetzt. Wichtige Werte waren demnach Ehrlichkeit, Mut und Toleranz. Außerdem sollten die Menschen sich in Bescheidenheit üben und ihr Schicksal annehmen. Dabei spielte auch der Glaube an Gott eine große Rolle.
In Anlehnung an die Antike wurde auch in der Literatur selbst die Vollkommenheit angestrebt. Form und Inhalt sollten harmonisch zueinander passen. Geprägt vom neuen Idealismus griffen die Autoren außerdem wieder auf klare, strikte Strukturen zurück, z.B. das Drama oder die Ode. Auch die gehobene, metrisch geregelte Sprache und die pathetischen Formulierungen kamen wieder in Mode.
All die genannten Merkmale der Klassik lassen sich in Schillers Drama Maria Stuart finden. Die Hauptfiguren entstammen alle dem Adel bzw. der oberen Gesellschaft, die in der Klassik als Vorbild galt. Wichtigstes Thema ist das Streben nach Vollkommenheit und Moral. So soll beispielsweise Maria ihr Schicksal annehmen, anstatt voller Hass auf Elisabeth zu blicken. Dies gelingt ihr durch den Glauben. Elisabeth dafür soll ihre Moral sprechen lassen und über das Schicksal ihrer Rivalin entscheiden. Passend zu dem tragischen Ausgang der Geschichte, hat Schiller sich für die Form des Dramas entschieden. Neben der gehobenen Sprache, dem geregelten Metrum und den theatralischen Formulierungen, findet sich in Maria Stuart außerdem die für die Klassik typische Stichomhytie, der häufige Redewechsel.
Auch die Wahl des historischen Stoffes rund um Maria Stuart hing direkt mit der Zeitgeschichte zusammen. Schiller verarbeitete damit seine eigenen Erfahrungen mit der französischen Revolution. Zunächst hatte man in Deutschland den französischen Kampf um Freiheit und Gleichheit begrüßt. Als dann aber tausende Menschen - unter anderem sogar der französische König Ludwig XVI. - auf dem Schafott landeten, waren die deutschen Aufklärer erschüttert. Dieses neue Umdenken wollte Schiller mit seinem Werk Maria Stuart - einem historischen Stoff, in dem es ebenfalls um einen Königsmord und um die Frage nach Moral geht - unterstützen. Sein Drama sollte ganz im Sinne der Klassik aufzeigen, welche Möglichkeiten ein Mensch hat, auch in hoffnungslosen Situationen noch moralisch zu handeln.

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