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Autorin

Anna Seghers lebte von 1900 bis 1983 und wurde als Schriftstellerin für ihre Erzählungen und Romane mit Preisen wie dem Kleist-Preis und dem Georg-Büchner-Preis geehrt. Als Jüdin und Kommunistin war sie zu NS-Zeiten in Deutschland extrem gefährdet, weshalb Seghers 1933 mit ihrer Familie floh. Nach einigen Jahren in Paris reiste sie 1941 von Marseille ins Exil nach Mexiko. Nach dem Krieg konnte sie in ihre Heimat zurückkehren.

Biografie Seghers

  • Am 19.11.1900 in Mainz geboren
  • Bürgerlicher Name: Netty Reiling
  • Sie wurde als Jüdin erzogen und besuchte eine Privat- und später eine Mädchenschule
  • Im 1. Weltkrieg leistete sie als Mädchen Kriegshilfsdienste
  • Nach dem Abitur 1920 studierte sie Geschichte, Kunstgeschichte und Sinologie in Heidelberg
  • 1925 Heirat mit dem ungarischen Soziologen László Radványi, mit dem sie nach Berlin zog und zwei Kinder bekam
  • Nach zwei Erzählungen erschien 1928 ihr erstes Buch Aufstand der Fischer von St. Barbara, für welches sie mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet wurde
  • Sie veröffentlichte ihre Werke seither unter dem Pseudonym Anna Seghers; den Nachnamen lehnte sie an ihren Lieblingsmaler Hercules Seghers an
  • Im selben Jahr trat sie der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) bei und war 1929 Mitgründerin eines kommunistischen Schriftstellerverbandes
  • 1933 wurde sie unter der neuen nationalsozialistischen Regierung kurzzeitig von der Gestapo verhaftet; Seghers Werke wurden in Deutschland verbrannt und verboten
  • Daraufhin gelang ihr die Flucht über die Schweiz nach Paris, wo sie von 1933 bis 1941 lebte
  • Im 2. Weltkrieg wurde Seghers Mann in ein Lager in Südfrankreich interniert; sie floh mit ihren Kindern nach Marseille, erwirkte eine Freilassung ihres Mannes und organisierte eine Ausreise
  • März 1941: Flucht nach Mexiko
  • Im Exil arbeitete sie als Schriftstellerin und engagierte sich politisch. Sie wurde Präsidentin des antifaschistischen Heinrich-Heine-Klubs und gründete mit Ludwig Renn die Bewegung Freies Deutschland, die eine Zeitschrift herausgab
  • 1942 veröffentlichte sie den Roman Das siebte Kreuz, der ihr nach seiner Verfilmung Weltruhm verschaffte
  • Zeitgleich schrieb Seghers ihren Roman Transit, den sie 1944 veröffentlichte
  • 1947: Rückkehr nach West-Berlin
  • Als SED-Mitglied hielt Seghers im selben Jahr eine viel beachtete Rede über das Exil und die Freiheit; außerdem erhielt sie den Georg-Büchner-Preis
  • 1950: Umzug nach Ost-Berlin
  • Sie wurde Mitglied des Weltfriedensrates und der Deutschen Akademie der Künste
  • 1952 bis 1978 war sie Präsidentin des Schriftstellerverbandes der DDR
  • 1955: Umzug nach Berlin-Adlershof, wo ihr Jahre nach ihrem Tod die Straße gewidmet und eine Anna-Seghers-Gedenkstätte in ihrer ehemaligen Wohnung eingerichtet wurde
  • 1.6.1983 in Ost-Berlin gestorben
Beim Betrachten der Biografie von Anna Seghers fällt auf, dass es viele Parallelen zum Leben des Ich-Erzählers in ihrem Werk Transit gibt. Die Autorin selbst schrieb im März 1960 an ihren Schriftsteller-Kollegen Lew Kopelew: „Ich habe fast alles, was darin vorkommt, miterlebt.“ Sie habe außerdem „niemals etwas so unmittelbar im Erlebnis Steckendes geschrieben.“ Die daraus resultierenden autobiografischen Bezüge sollen im Folgenden kurz erläutert werden:

Autobiografische Bezüge

  • Herkunft: Beide als Einzelkind in Deutschland aufgewachsen
  • Fremder Name: Als Jüdin änderte die gebürtige Netty Reiling ihren Namen in Anna Seghers; der Ich-Erzähler muss, um einen Transit zu bekommen, ebenfalls einen anderen Namen annehmen
  • Vertriebene: Parallel zu ihrer Geschichte lässt Seghers den Ich-Erzähler 1940 aus Deutschland nach Paris fliehen
  • Gestrandet in Marseille: Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen in Paris fliehen beide nach Marseille, wo sie aber nicht bleiben können bzw. wollen
  • Transit-Irrsinn: Nach ihren eigenen Erfahrungen mit den Behördengängen, beschreibt sie aus Sicht des Erzählers die langwierigen Transit-Bemühungen
  • Café- und Konsulats-Besuche: Genau wie ihr Ich-Erzähler saß Anna Seghers selbst häufig in Cafés und Konsulaten; sie schrieb beim Warten bereits am Roman Transit
  • Selbstmorde: Einige von Seghers Schriftsteller-Kollegen wie Ernst Weiß sahen auf der Flucht im Suizid den einzigen Ausweg; parallel dazu lässt sie Autor Weidel Selbstmord begehen in Paris

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