Otto Trsnjek
Infos zur Person
- Otto Trsnjek ist ein alter Bekannter Frau Huchels und besitzt eine „Tabaktrafik“ (S. 22, Z. 7) in der „Währingerstraße“ (S. 22, Z. 8) in Wien. Die Trafik wurde ihm als Entschädigung für seine Kriegsverletzung vom Staat zur Verfügung gestellt
- Der Trafikant verletzte sich im Krieg, sodass „von seinem linken Bein nur noch der halbe Oberschenkel übrig“ (S. 23, Z. 29 f.) geblieben ist
- Es handelt sich bei Trsnjek um einen alleinstehenden älteren Herren, der nie verheiratet war und dementsprechend auch kinderlos ist. Weitere Angaben zu Ottos familiärer Situation und Herkunft sind aus der Lektüre nicht zu entnehmen
Charakter
- Mit Leib und Seele Trafikant: Trsnjek geht voll und ganz in seinem Beruf als Trafikant auf. Für ihn ist die Trafik nicht nur Profession, sondern seine Identität. So meint er beispielsweise gleich zu Beginn ihres Kennenlernens zu Franz, als dieser es um den Beweggrund seines Zeitungsverkaufs geht: „Weil ich Trafikant bin. Weil ich Trafikant sein will. Und weil ich immer Trafikant sein werde“ (S. 24, Z. 15 f.)
- Einsam: So beliebt und fest eingesessen Trsnjek auch als Tabak-und Zeitschriftenhändler ist, den Hauptteil seiner Abende verbringt der ältere Herr meist alleine. Zwar hatte er laut Frau Huchels Erzählungen eine Romanze mit ihr, doch diese liegt weit zurück, und so altert der Trafikant einsam und ohne weitere Familie an seiner Seite. Anstelle von Menschen bezeichnet er seine Magazine und Tabakwaren als „Bekannte[n], [...] Freunde, [...] Familie“ (S. 24, Z. 6 f.)
- Gesellschaftskritisch: Das politische Geschehen und die wachsende Macht der Nationalsozialisten betrachtet Otto mit Argwohn. Er sympathisiert eher mit den Opportunisten wie etwa dem „Rote[n] Egon“ (S. 143, Z. 8), der als Bolschewist vom NS-Regime verfolgt wird und sich daraufhin das Leben nimmt. Trsnjek glaubt nicht, was die nationalsozialistische Presse und Gesellschaft schreibt und weigert sich auch aus Angst vor der Gestapo, seinen geschätzten jüdischen Kunden Sigmund Freud zu meiden
- Hilfsbereit: Ohne zu zögern, nimmt der Trafikant Franz bei sich als Lehrling auf und behandelt ihn infolgedessen wie ein Familienmitglied. Seine hilfsbereite und mutige Art wird ihm zum Verhängnis, als die Nazis ihn aufgrund seiner Solidarität zu Freud verhaften. Jedoch bleibt sich Otto Trsnjek bis zum Ende seines Lebens treu