Donati
Donati kann in der Märchennovelle als konträre Figur zu Fortunato angesehen werden und er unterstützt Florio in seiner Schwärmerei für Venus, anstatt ihn wieder auf den guten Weg zurück zu leiten.
Infos zur Person
- Der Name Donati findet seinen Ursprung im lateinischen Namen Donatus, was mit, der (von Gott) Geschenkte übersetzt wird
- Bei seinem ersten Auftritt wird er als „ein hoher schlanker Ritter“ (Abschn. 1, Z. 236) und eine „dunkeln Gestalt“ (Abschn. 1, Z. 253) beschrieben, dessen „Gesicht schön aber blass und wüst“ (Abschn. 1, Z. 239) mit „bleichen Lippen“ (Abschn. 1, Z. 243) anzusehen ist
- Donati gibt bei seiner ersten Begegnung mit Florio und Fortunato an, „vor der Stadt ein Landhaus“ (Abschn. 1, Z. 290) zu besitzen, in welches er sie einlädt. In Letzterem verbringen Florio und Donati dann auch im weiteren Verlauf der Handlung einen Nachmittag (Abschn. 4, Z. 2 f.)
- Das Gewand des dunklen Ritters ist mit „einem reichen Geschmeide“ (S. 11, Z. 11) verziert, was uns vermuten lässt, dass er wohlhabend ist
Charakter
- Der Tod: Donati „sah fast wie ein Toter aus“ (Abschn. 1, Z. 236 f.), als Florio ihn schlafend im Schlossgarten der Venus vorfindet. Auch der Blick, der als „fremd, stier und wild“ (Abschn. 2, Z. 145 f.) charakterisiert wird, weist Parallelen zwischen den beiden dunklen Figuren Venus und Donati auf, denen beiden etwas Lebloses anhaftet
- Gefährlich: Die Figur Donati trägt diabolische Charakterzüge, „sein Blick aus tiefen Augenhöhlen war irre flammend“ (Abschn. 1, Z. 238 f.), wobei das Element Feuer hier die Parallele zwischen der Teuflischen und dem dunklen Ritter darstellt. Im weiteren Verlauf der Handlung, färbt Donatis Bosheit auf Florio ab, was unschwer an den „flammendenden Augen“ (Abschn. 4, Z. 92) Florios in Venus' Schlafgemach nachzuvollziehen ist
- Unruhig: Im Gegensatz zu Fortunato umgibt Donati eine Unruhe. Sein Charakter wird als „ hastig“ (Abschn. 2, Z. 150) dargestellt, er „schlürfte hastig dunkelroten Wein [...] hinunter“ (Abschn. 1, Z. 243 f.)
- Falsch: Zwar legt Donati teils eine „umsichtige Höflichkeit“ (Abschn. 2, Z. 170) gegenüber Florio an den Tag, jedoch scheint dies keine echte Freundlichkeit zu sein. Grund für diese Annahme bildet Donatis Reaktion auf Florios Frömmigkeit, die der dunkle Ritter „mit einem ingrimmigen, abscheulichen Lachen“ (Abschn. 3, Z. 12 f.) abtut und sich sehr abfällig darüber äußert. Auch die Hilfsbereitschaft, welche Donati Florio entgegenbringt, wenn es darum geht, den Protagonisten mit Venus bekanntzumachen, ist berechnend. Donatis Ziel, Florio auf die dunkle Seite zu ziehen ist ihm wichtiger als dessen persönliches Glück