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Monologe

Analysiert man Stil und Sprache der Tragödie Hamlet, müssen speziell die inneren Monologe der Hauptfigur Hamlet analysiert werden, die eine Sonderstellung im Werk einnehmen. Nicht umsonst entstammt das bekannteste Zitat „Sein oder Nichtsein; das ist hier die Frage“ (S. 65) aus einem Monolog von Hamlet.

Beschreibung seiner Gefühlswelt

  • Hamlets Monologe lassen einen Blick in sein Inneres zu
    Während er sich seinen Mitmenschen gegenüber verstellt, zeigt sich in den Monologen sein wahres Ich
  • Die Häufigkeit und Länge der Monologe spiegeln die Unentschlossenheit und Unsicherheit Hamlets wieder
  • Hamlet offenbart seinen Blick für das Echte und Wahre; er lässt sich nicht von anderen täuschen
  • Innerlich kämpft Hamlet mit Selbstmordgedanken
    Die Welt und das Leben erscheinen ihm sinnlos, nach allem, was er erlebt hat
    Der Tod seines Vaters, die schnelle Wiederheirat seiner Mutter, die Intrige seines Onkels und der Verrat seiner vermeintlichen Freunde haben ihn enttäuscht
  • Die Monologe zeigen, wie schockiert und überfordert Hamlet nach der Mordenthüllung des Geistes ist
  • Außerdem zeigt sich Hamlets frauenverachtendes Denken
    Weil seine Mutter zu schwach war und sich zu einer Heirat mit Claudius verführen ließ, denkt er über alle Frauen schlecht
    Entsprechend hat er paradoxe Gefühle für Ophelia, die er zwar liebt, der er aber misstraut
  • Besonders fällt außerdem auf, dass Hamlet im Laufe der Handlung feststellt, dass er zu viel grübelt und nachdenkt
    Er bewundert Fortinbras für seinen Tatendrang
    Ironischerweise philosophiert Hamlet aber genau darüber wieder lange, anstatt direkt ins Tun zu kommen
  • Dass Hamlet Selbstgespräche führen muss, spiegelt seine Isolation am Hof wieder
    Außer Horatio hat er niemanden, mit dem er über seine Ängste und Zweifel sprechen kann

Wortgewandtheit

  • Innerhalb der Monologe beweist Hamlet seine hohe Bildung und Wortgewandtheit
  • Mit Bildern und Metaphern versinnbildlicht er seine Gefühle, z.B. „die Bühne in Tränen ertränken“ (S. 61)
  • Er zieht mythische Figuren als Vergleich heran, z.B. „Hyperion“ (S. 19)
  • Wortwiederholungen und Alliterationen sorgen für einen guten Lesefluss und Eindringlichkeit
  • Rhetorische Fragen lassen beinahe den Eindruck eines Gesprächs entstehen
  • Interjektionen wie „Pfui“ (S. 62) drücken die Empfindungen Hamlets aus
  • Er wendet sich mit Apostrophen wie „O himmlische Heerscharn! O Erde!“ (S. 34) an imaginäre Zuhörer

Vorausdeutungen auf zukünftiges Geschehen

  • Die Monologe lassen nicht nur einen Blick in Hamlets Inneres zu, sondern auch einen Blick in die Zukunft
  • Im ersten Akt kündigt Hamlet in seinem Selbstgespräch eine Rache an Claudius an
    Hamlets Leitspruch „Gedenke mein“ (S. 35) könnten sogar eine Vorausdeutung auf seinen eigenen Tod sein
  • Der zweite Monolog offenbart Hamlets Plan, Claudius mit einem Mord-Schauspiel als Schuldigen zu enttarnen
  • Im dritten Akt machen die Monologe deutlich, dass Hamlet sich nicht umbringen wird, sondern seiner Verantwortung ins Auge schauen wird
  • Sein letzter Monolog beinhaltet die Vorausdeutung, dass Hamlet genug von Feigheit hat und seine Rache angehen wird

Hamlets Entwicklung in den Monologen

  • Von Monolog zu Monolog entwickelt sich Hamlet weiter
    Die Stufen der Entwicklung lassen sich mit denen des Dramenaufbaus gleichsetzen
  • 1. Akt/ Exposition:
    Die beiden Monologe führen in das Thema ein
    Hamlets Enttäuschung und Ekel über die aktuelle Situation zeigen das Spannungsfeld auf
    Nach dem Treffen mit dem Geist seines Vaters ist Hamlet noch verwirrter und im ersten Schock bereit zur Rache
  • 2. Akt/ steigende Handlung:
    Hamlet erkennt nach der leidenschaftlichen Darbietung eines Schauspielers, dass er bisher feige war
    Er beginnt, einen Racheplan zu ersinnen
  • 3. Akt/ Peripetie:
    Hamlet grübelt nicht über seine Rache nach, sondern über das Leben und den Tod
    Er kommt allerdings zu dem Schluss, dass Selbstmord keine Option ist
    Später kündigt er an, dass die Zeit der Tat ist und ermahnt sich vor dem Gespräch mit seiner Mutter selbst zur Ruhe
    Die Chance, Claudius beim Beten zu töten, nutzt Hamlet nicht, weil er ihn in einer sündigen Situation umbringen will
  • 4. Akt/ fallende Handlung:
    Nach der Begegnung mit Fortinbras‘ Truppen erkennt Hamlet seine Feigheit und sein Zögern
    Er beschließt ein letztes Mal, endlich etwas zu tun

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