Aufgabengruppe 1
Aufgabe 1
a)
Wahrscheinlichkeiten berechnen
Du sollst mit Hilfe eines Baumdiagramms die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde einen Rabatt von 10% erhält, berechnen.
Dem Baumdiagramm kannst du entnehmen, dass es zwei Pfade für einen Rabatt von 10% gibt. Multipliziere jeweils die Wahrscheinlichkeiten entlang des Pfads und addiere dann die Wahrscheinlichkeiten der beiden Pfade.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kunde 10% Rabatt erhält, beträgt

.
b)
Erwartungswert berechnen
Ein Kunde kann entweder 4%, 10% oder 25% Rabatt erhalten. Die Zufallsvariable

kann die Werte 4, 10 und 25 annehmen. Du sollst den Erwartungswert von

bestimmen.
Für den
Erwartungswert einer Zufallsvariable

mit Ergebnisraum

gilt folgende Formel
Berechne zunächst die Wahrscheinlichkeiten der möglichen Ergebnisse. Die Wahrscheinlichkeit für 10% hast du bereits in Aufgabenteil a) berechnet. Nutze für die anderen Wahrscheinlichkeiten das Baumdiagramm.
Berechne nun mit der angegebenen Formel den Erwartungswert.
Der Erwartungswert ist

.
c)
Wert für
bestimmen
Der Geschäftsführer will, dass im Mittel 16% Rabatt gewährt werden. Du sollst den Wert für

bestimmen, sodass dies erfüllt ist.
Das bedeutet, dass der erwartete Rabatt 16% betragen soll, für den gerade berechneten Erwartungswert soll also gelten:
Löse diese Gleichung mit Hilfe der
abc-Formel, beachte dabei, dass

eine Wahrscheinlichkeit ist und somit
![\(p \in [0,1]\)](https://mathjax.schullv.de/9870b914ba3b624f6fb1419cf2f2b860389b460cc7637818109fc7f8e32e7d3a?color=5a5a5a)
gilt.
Damit im Mittel 16% Rabatt gewährt werden, muss die Wahrscheinlichkeit

betragen.
d)
Anzahl an Kunden berechnen
Du sollst die Anzahl der Kunden bestimmen, die mindestens am Glücksrad drehen müssen, damit mit mindestens 99%iger Wahrscheinlichkeit mindestens einer der Kunden den niedrigsten Rabatt erhält. Dabei erhält ein Kunde mit einer Wahrscheinlichkeit von

den niedrigsten Rabatt.
Das entspricht der Aussage, dass mit weniger als 1% Wahrscheinlichkeit alle Kunden einen Rabatt von 10% oder 25% erhalten. Die Wahrscheinlichkeit nicht den geringsten Rabatt zu erhalten, berechnest du über das Gegenereignis.
Mathematisch formuliert sieht die Aussage folgendermaßen aus:

.
Löse diese Gleichung nach

auf um die gesuchte Anzahl an Kunden zu berechnen. Beachte, dass sich das Ungleichungszeichen umdreht, falls durch eine negative Zahl geteilt wird.
Es müssen also mindestens 40 Kunden am Glücksrad drehen, damit mit 99% Wahrscheinlichkeit mindestens ein Kunde den niedrigsten Rabatt erhält.
Aufgabe 2
a)
Entscheidungsregel bestimmen
Du sollst die Entscheidungsregel für die Hypothese II „Mindestens 15% der Kunden sind bereit, die App zu nutzen.“ auf einem Niveau von

bestimmen.
Sei die Zufallsvariable

die Anzahl der Kunden aus

, die bereit sind die App zu nutzen.
Die Zufallsvariable

kann als
binomialverteilt angenommen werden, da ein Kunde entweder bereit ist die App zu nutzen oder nicht. Es gibt also nur zwei mögliche Ausgänge des Zufallsexperiments. Außerdem werden die Kunden als unabhängig angenommen. Ein Erfolg steht hier für einen Kunden, der bereit ist die App zu nutzen. Die Zufallsvariable

ist also binomialverteilt mit

.
Für den Ablehnungsbereich gilt demnacht:

.
Die Wahrscheinlichkeit für weniger als

Kunden, die bereit sind die App zu nutzen, soll höchstens 10% betragen.
Du kannst

mit Hilfe der Tabelle zur kumulierten Binomialverteilung bestimmen. Dort findest du

.
Der größtmögliche Ablehnungsbereich ist

. Der zugehörige Annahmebereich lautet

.
Bei mehr als 23 Kunden, die bereit wären die App zu nutzen, kann die Hypothese angenommen werden.
b)
Entscheide, ob Kosten oder Image mehr Gewicht in Hypothese II hat
Du sollst entscheiden, ob die Kostenfrage oder der Imageverlust zur Wahl der Hypothese II geführt hat.
Der Imageverlust wird als schwerwiegender erachtet, weil du durch das Signifikanzniveau beim Hypothesentest den Fehler beschränkst, die Nullhypothese fälschlicherweise abzulehnen. Das heißt in diesem Fall bei Hypothese II, dass du mit einer Wahrscheinlichkeit von höchstens 10 % nicht in die App investierst, obwohl eigentlich der geforderte Anteil der Kunden die App nutzen würde. In diesem Fall würdest du einen Imageverlust riskieren.
Aufgabengruppe 2
Aufgabe 1
a)
Mengen bestimmen, die das Ereignis beschreiben
Du sollst die Mengen finden, die das Ereignis E beschreiben.
E: „Mindestens eins der Ereignisse

und

tritt ein.“
Die Menge II und V beschreiben das Ereignis E, da
II

bedeutet es tritt

,

oder

und

ein. Also mindestens eins der beiden Ereignisse tritt ein.
V

bedeutet,

und

oder

und

oder

und

treten ein.
b)
Entscheide, welche Wahrscheinlichkeit größer ist
Du hast die folgenden Wahrscheinlichkeiten gegeben und sollst entscheiden, welche der beiden größer ist.
Die Formel der
bedingten Wahrscheinlichkeit lautet wie folgt:
Für die Wahrscheinlichkeiten gilt:
Da

und

, wird bei

durch eine kleinere Zahl dividiert. Der Zähler der Brüche ist identisch. Somit folgt, dass

.
c)
Vierfeldertafel
Du sollst eine Vierfeldertafel erstellen, sodass das Ereignis

mit einer Wahrscheinlichkeit von 98% eintritt.
Es gilt also:
Das Gegenereignis zu

ist „Weder

noch

tritt ein.“:

.
Daraus folgt:
Außerdem kannst du den Kreisdiagrammen folgende Wahrscheinlichkeiten entnehmen:
Trage diese Wahrscheinlichkeiten in die Vierfeldertafel ein und vervollständige diese dann entsprechend.
Nutze die bereits bekannten Wahrscheinlichkeiten in der Vierfeldertafel um die noch fehlenden zu berechnen:
Für die vollständige Vierfeldertafel erhältst du dann
|
 |
 |
|
 |
0,16 |
0,08 |
0,24 |
 |
0,74 |
0,02 |
0,76 |
|
0,9 |
0,1 |
1 |
Wahrscheinlichkeit berechnen
Du sollst nun noch die Wahrscheinlichkeit

berechnen. Nutze die Vierfeldertafel, um die gesuchte Wahrscheinlichkeit zu berechnen.
Aufgabe 2
a)
Wahrscheinlichkeit berechnen
In Deutschland besitzen

der Senioren ein Mobiltelefon. Du sollst die Wahrscheinlichkeit berechnen, dass unter 30 zufällig ausgewählten Senioren mindestens 17 und höchstens 23 ein Mobiltelefon besitzen. Die Anzahl der Senioren, die ein Mobiltelefon besitzen, kann als
binomialverteilt angenommen werden, da ein Senior entweder ein Mobiltelefon besitzt oder nicht. Außerdem werden die Senioren als unabhängig angenommen. Die Anzahl

der Senioren ist somit binomialverteilt mit

und

. Die Wahrscheinlichkeiten kannst du der Tabelle für die kumulierte Binomialverteilung entnehmen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass mindestens 17 und höchstens 23 Senioren ein Mobiltelefon besitzen, beträgt 82,639%.
b)
Wahrscheinlichkeit berechnen
Von den 30 Senioren im Publikum besitzen 24 ein Mobiltelefon. Es werden zufällig drei der Senioren ausgewählt. Du sollst die Wahrscheinlichkeit bestimmen, dass genau zwei der ausgewählten Senioren ein Mobiltelefon besitzen.
Das entspricht einem Urnenmodell mit zwei Gruppen ohne Zurücklegen. Aus der Gruppe mit Mobiltelefon werden zwei ausgewählt

, aus der Gruppe ohne Mobiltelefon wird einer ausgewählt

und insgesamt werden aus der gesamten Menge drei ausgewählt

.
Die gesuchte Wahrscheinlichkeit lautet demnach
Zu 40,788 % werden genau zwei Senioren mit Mobiltelefon ausgewählt.
Aufgabe 3
Verkaufspreis berechnen
Du sollst den Preis des Typ Y4 berechnen, damit die Handelskette im Mittel 97€ Gewinn beim Verkauf der Modelle Y3 und Y4 erzielt. Der erwartete Gewinn soll also 97€ betragen.
Für den
Erwartungswert einer Zufallsvariable

mit Ergebnisraum

gilt folgende Formel
Du kannst der Aufgabenstellung entnehmen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass das Modell Y3 verkauft wird 26% beträgt. Da das Modell Y3 im Einkauf 250€ gekostet hat und nun für 199€ verkauft wird, beträgt der Gewinn -51€.
Stelle die Gleichung für den Erwartungswert auf und forme nach dem Gewinn

für das Modell Y4 um.
Der Gewinn beim Verkauf des Modells Y4 muss 149€ betragen. Somit gilt für den Verkaufspreis:
Verkaufspreis

€