Teil B
Eine Geothermieanlage fördert durch einen Bohrkanal heißes Wasser aus einer wasserführenden Gesteinsschicht an die Erdoberfläche. In einem Modell entspricht die
-Ebene eines kartesischen Koordinatensystems der horizontal verlaufenden Erdoberfläche. Eine Längeneinheit im Koordinatensystem entspricht einem Kilometer in der Realität. Der Bohrkanal besteht aus zwei Abschnitten, die im Modell vereinfacht durch die Strecken
und
mit den Punkten 
und
beschrieben werden (vgl. Abbildung).

Schematische Skizze (nicht maßstabsgetreu)
a)
Berechne auf der Grundlage des Modells die Gesamtlänge des Bohrkanals auf Meter gerundet.
(2 BE)
b)
Beim Übergang zwischen den beiden Abschnitten des Bohrkanals muss die Bohrrichtung um den Winkel geändert werden, der im Modell durch den Schnittwinkel der beiden Geraden
und
beschrieben wird. Bestimme die Größe dieses Winkels.
Im Modell liegt die obere Begrenzungsfläche der wasserführenden Gesteinsschicht in der Ebene
(3 BE)
c)
Bestimme eine Gleichung der Ebene
in Normalenform.
(zur Kontrolle:
)
(2 BE)
d)
Der Bohrkanal wird geradlinig verlängert und verlässt die wasserführende Gesteinsschicht in einer Tiefe von
unter der Erdoberfläche. Die Austrittsstelle wird im Modell als Punkt
auf der Geraden
beschrieben. Bestimme die Koordinaten von
und ermittle die Dicke der wasserführenden Gesteinsschicht auf Meter gerundet.
Ein zweiter Bohrkanal wird benötigt, durch den das entnommene Wasser abgekühlt zurück in die wasserführende Gesteinsschicht geleitet wird. Der Bohrkanal soll geradlinig und senkrecht zur Erdoberfläche verlaufen. Für den Beginn des Bohrkanals an der Erdoberfläche kommen nur Bohrstellen in Betracht, die im Modell durch einen Punkt
(zur Kontrolle:
- und
-Koordinate von
)
(6 BE)
e)
Zeige rechnerisch, dass der zweite Bohrkanal die wasserführende Gesteinsschicht im Modell im Punkt
erreicht, und erläutere, wie die Länge des zweiten Bohrkanals bis zur wasserführenden Gesteinsschicht von der Lage der zugehörigen Bohrstelle beeinflusst wird.
(3 BE)
f)
Aus energetischen Gründen soll der Abstand der beiden Stellen, an denen die beiden Bohrkanäle auf die wasserführende Gesteinsschicht treffen, mindestens
betragen. Entscheide auf der Grundlage des Modells, ob diese Bedingung für jeden möglichen zweiten Bohrkanal erfüllt wird.
(4 BE)
(20 BE)
a)
b)
c)
Da die Strecke
senkrecht auf der Ebene
steht, kann der Vektor
als Normalenvektor verwendet werden, somit folgt:
Einsetzen der Koordinaten von
liefert für
Eine Gleichung von
in Normalenform lautet somit:
d)
Koordinaten bestimmen
Der Punkt
liegt auf der Geraden
und besitzt die
-Koordinate
Für die Gerade
ergibt sich zum Beispiel die folgende Geradengleichung:
Einsetzen der allgemeinen Form des Stützvektors von
in die Geradengleichung liefert:
Aus der dritten Zeile folgt:
Nach der ersten und zweiten Zeile gilt somit
Der Punkt
der im Modell die Austrittsstelle beschreibt, besitzt damit die Koordinaten
Dicke der wasserführenden Gesteinsschicht ermitteln
Die Dicke der wasserführenden Gesteinsschicht wird im Modell durch den Abstand der beiden Punkte
und
beschrieben. Somit folgt:
Die wasserführende Gesteinsschicht ist ungefähr
und damit ca.
dick.
e)
Punkt rechnerisch zeigen
Der zweite Bohrkanal durch die Gerade
mit der folgenden Geradengleichung beschrieben werden:
Die Ebene
beschreibt die obere Begrenzung der wasserführenden Gesteinsschicht. Der Punkt
ist somit der Punkt, in dem die Gerade
auf die Ebene
trifft.
Einsetzen der allgemeinen Koordinaten eines Punktes der Geraden
in die Ebenegleichung von
liefert:
Der zweite Bohrkanal erreicht die wasserführende Gesteinsschicht im Modell somit im Punkt mit den Koordinaten
Beeinflussung der Länge des Kanals erläutern
Da der Punkt
für alle Werte von
senkrecht über
liegt, ist die Länge des zweiten Bohrkanals unabhängig von der Lage von
und beträgt immer
Einsetzen der allgemeinen Koordinaten eines Punktes der Geraden
f)
Da stets
gilt, ist diese Ungleichung für alle Werte
erfüllt. Somit ist der geforderte Mindestabstand für jeden möglichen zweiten Bohrkanal erfüllt.