Teil B
Auf einem Abschnitt einer wenig befahrenen Landstraße ist eine Höchstgeschwindigkeit von
zugelassen. An einer Stelle dieses Abschnitts wird die Geschwindigkeit vorbeifahrender Pkw gemessen. Im Folgenden werden vereinfachend nur solche Fahrten betrachtet, bei denen die Fahrer die Geschwindigkeit unabhängig voneinander wählen konnten.
1
Für die ersten
erfassten Fahrten ergab sich nach Einteilung in Geschwindigkeitsklassen die folgende Verteilung:
Bei
der
Fahrten war der Fahrer allein unterwegs,
dieser Alleinfahrer fuhren zu schnell. Aus den
Fahrten wird eine zufällig ausgewählt. Es werden folgende Ereignisse betrachtet:
genau gemessenen Geschwindigkeiten näherungsweise durch eine Binomialverteilung mit den Parametern
und
beschrieben werden kann. Beispielsweise entspricht
näherungsweise dem Anteil der mit einer Geschwindigkeit von
erfassten Pkw.

„Der Fahrer war allein unterwegs.“
„Der Pkw war zu schnell.“
a)
Weise nach, dass die Ereignisse
und
stochastisch abhängig sind, und gib hierfür einen möglichen Grund im Sachzusammenhang an.
Die Geschwindigkeitsmessungen werden über einen längeren Zeitraum fortgesetzt. Dabei zeigt sich, dass die Verteilung der auf
(5 BE)
b)
Bestätige exemplarisch für eine der beiden mittleren Geschwindigkeitsklassen der oben dargestellten Stichprobe, dass die ermittelte Anzahl der Fahrten mit der Beschreibung durch die Binomialverteilung im Einklang steht.
(4 BE)
c)
Bestimme unter Verwendung dieser Binomialverteilung die kleinste Geschwindigkeit
für die die folgende Aussage zutrifft: „Bei mehr als
der erfassten Fahrten wird
nicht überschritten.“
(2 BE)
2
Die Polizei führt an der Messstelle eine Geschwindigkeitskontrolle durch. Bei einer Geschwindigkeit von mehr als
liegt ein Tempoverstoß vor. Vereinfachend soll davon ausgegangen werden, dass die Geschwindigkeit eines vorbeifahrenden Pkw mit einer Wahrscheinlichkeit von
größer als
ist.
a)
Berechne die Anzahl der Geschwindigkeitsmessungen, die mindestens durchgeführt werden müssen, damit mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als
mindestens ein Tempoverstoß erfasst wird.
(4 BE)
b)
Liegt in einer Stichprobe von 50 Geschwindigkeitsmessungen die Zahl der Tempoverstöße um mehr als eine Standardabweichung unter dem Erwartungswert, geht die Polizei davon aus, dass wirksam vor der Geschwindigkeitskontrolle gewarnt wurde, und bricht die Kontrolle ab. Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass die Geschwindigkeitskontrolle fortgeführt wird, obwohl die Wahrscheinlichkeit dafür, dass ein Tempoverstoß begangen wird, auf
gesunken ist.
(5 BE)
(20 BE)
1
a)
Aus der Aufgabenstellung und der Abbildung lassen sich folgende Wahrscheinlichkeiten ablesen:
Es folgt:
Da somit
gilt, sind die beiden Ereignisse
und
stochastisch abhängig.
Ein möglicher Grund im Sachzusammenhang ist ein steigendes Verantwortungsbewusstsein des Fahrers, wenn noch andere Personen im Fahrzeug sitzen.
Ein möglicher Grund im Sachzusammenhang ist ein steigendes Verantwortungsbewusstsein des Fahrers, wenn noch andere Personen im Fahrzeug sitzen.
b)
Die Zufallsgröße
beschreibt die gemessene Geschwindigkeit eines zufällig ausgewählten Pkws auf
gerundet und ist binomialverteilt mit den Parametern
und
Für die Geschwindigkeitsklasse
folgt damit:
Die Abbildung liefert, dass
der
gemessenen Fahrten und somit
in der Geschwindigkeitsklasse
lage. Das entspricht bis auf eine geringe Abweichung der eben bestimmten Wahrscheinlichkeit, das heißt die Stichprobe steht im Einklang mit der Beschreibung durch die Binomialverteilung.
c)
Gesucht ist das kleinste
sodass folgende Ungleichung gerade noch erfüllt ist:
Systematisches Ausprobieren mit dem Taschenrechner liefert:
Somit gilt
das heißt bei mehr als
der erfassten Fahrten wird
nicht überschritten.
2
a)
Die Zufallsgröße
beschreibt die Anzahl der Tempoverstöße in der Geschwindigkeitskontrolle und ist binomialverteilt mit unbekanntem
und
Gesucht ist der kleinste Wert für
sodass folgende Ungleichung noch erfüllt ist:
Für
folgt somit:
Es müssen somit mindestens
Messungen durchgeführt werden, damit mit einer Wahrscheinlichkeit von mehr als
mindestens ein Tempoverstoß erfasst wird.
b)
Betrachtet wird nun die Zufallsgröße
für
Für den Erwartungswert und die Standardabweichung dieser Zufallsgröße ergibt sich:
Die Zufallsgröße
beschreibt die Anzahl der Tempoverstöße unter den
Messungen und ist binomialverteilt mit
und
Für die gesuchte Wahrscheinlichkeit folgt somit: