Teil B
Gegeben ist die Funktion
mit Definitionsmenge
Die Abbildung zeigt den Verlauf des Graphen
von
im I. Quadranten.
für
beschrieben werden. Dabei steht
für die Zeit in Stunden seit der Einnahme der Tablette und
für die Konzentration des Wirkstoffs im Blut des Patienten (im Weiteren kurz als Wirkstoffkonzentration bezeichnet) in Milligramm pro Liter
Die folgenden Aufgaben e bis i sollen auf der Grundlage dieses Modells bearbeitet werden.
-Richtung unbegrenzte Flächenstück, das sich im I. Quadranten zwischen
und der
-Achse befindet, als AUC („area under the curve“) bezeichnet. Nur dann, wenn diesem Flächenstück ein endlicher Flächeninhalt zugeordnet werden kann, kann die betrachtete Funktion
die zeitliche Entwicklung der Wirkstoffkonzentration auch für große Zeitwerte
realistisch beschreiben.
fällt. Nach der Einnahme der zweiten Tablette erhöht sich die Wirkstoffkonzentration um die durch diese Tablette verursachte Konzentration des Wirkstoffs im Blut.
definierte Funktion
beschreibt für
modellhaft die zeitliche Entwicklung der Wirkstoffkonzentration während einer Dauerinfusion. Dabei ist
die seit Anlegen der Dauerinfusion vergangene Zeit in Stunden und
die Wirkstoffkonzentration in

a)
Begründe, dass
die einzige Nullstelle von
ist. Gib die Gleichung der senkrechten Asymptote von
an und begründe anhand des Funktionsterms von
, dass
die Gerade mit der Gleichung
als waagrechte Asymptote besitzt.
(3 BE)
b)
Bestimme rechnerisch Lage und Art des Extrempunkts von
(5 BE)
c)
Begründe, dass
für
nur im III. Quadranten verläuft, und zeichne in die Abbildung den darin fehlenden Teil von
ein. Berechne dazu
und drei weitere geeignete Funktionswerte von
(4 BE)
d)
Gegeben ist ferner die in
definierte Funktion
Zeige, dass
für
eine Stammfunktion von
ist.
Ein Pharmaunternehmen führt eine Studie zur Wirksamkeit und Verträglichkeit eines neu entwickelten Medikaments durch. Wenn das Medikament einmalig in Form einer Tablette eingenommen wird, kann die zeitliche Entwicklung der Konzentration des Wirkstoffs im Blut des Patienten modellhaft durch die betrachtete Funktion Zeige, dass
(3 BE)
e)
Berechne die Wirkstoffkonzentration
Minuten nach Einnahme der Tabletten und gib die maximal auftretende Wirkstoffkonzentration an.
(2 BE)
f)
An der Stelle
hat
einen Wendepunkt. Beschreibe, wie man rechnerisch vorgehen könnte, um dies zu begründen. Gib die Bedeutung der
-Koordinate des Wendepunkts im Sachzusammenhang an.
In der Pharmakologie wird das in positive
(3 BE)
g)
Die
-Achse,
und die Gerade mit der Gleichung
mit
schließen im I. Quadranten ein Flächenstück mit dem Inhalt
ein. Bestimme mithilfe der in Aufgabe d) angegebenen Stammfunktion
einen Term für
und beurteile unter Verwendung dieses Terms, ob die Funktion
auch für große Zeitwerte eine realistische Modellierung der zeitlichen Entwicklung der Wirkstoffkonzentrsation darstellt.
Das Medikament zeigt die gewünschte Wirkung erst ab einer bestimmten Wirkstoffkonzentration. Daher soll der Patient nach der ersten Tablette des Medikaments eine zweite identisch wirkende Tablette einnehmen, noch bevor die Konzentration des Wirkstoffs im Blut unter
(4 BE)
h)
Ermittle durch Rechnung den spätesten Zeitpunkt, zu dem die zweite Tablette eingenommen werden soll.
(4 BE)
i)
Wird die zweite Tablette zweieinhalb Stunden nach der ersten Tablette eingenommen, so kann die Wirkstoffkonzentration für
mit einem der folgenden Terme beschrieben werden. Wähle den passenden Term aus und begründe deine Wahl.
Verabreicht man das Medikament nicht in Form von Tabletten, sondern mittels einer Dauerinfusion, so wird der Wirkstoff langsam und kontinuierlich zugeführt. Die in
(A)
(B)
(C)
(D)
(3 BE)
j)
Begründe, dass der Graph von
streng monoton steigend ist.
(zur Kontrolle:
)
(4 BE)
k)
Bei Dauerinfusionen dieses Medikaments muss die Wirkstoffkonzentration spätestens
Minuten nach Beginn der Infusion dauerhaft größer als
sein und stets mindestens
unter der gesundheitsschädlichen Grenze von
liegen. Ermittle
und beurteile beispielsweise unter Verwendung der bisherigen Ergebnisse, ob gemäß der Modellierung diese beiden Bedingungen erfüllt sind.
(5 BE)
(40 BE)
a)
Einzige Nullstelle begründen
Die Nullstellen von
entsprechen den Nullstellen des Zählers
Für die Nullstellen des Zählers folgt:
Gleichung der senkrechten Asymptote angeben
Der Nenner des Funktionsterms von
hat bei
seine einzige Nullstelle. Somit ist die Gerade mit der Gleichung
die senkrechte Asymptote von
Waagerechte Asymptote begründen
Da der Grad des Zählers kleiner als der Grad des Nenners ist, gilt
somit besitzt
die Gerade mit der Gleichung
als waagrechte Asymptote.
b)
1. Schritt: Ableitungen bestimmen
2. Schritt: Notwendige Bedingung für Extremstellen anwenden
3. Schritt: Hinreichende Bedingung für Extremstellen überprüfen
An der Stelle
besitzt der Graph von
somit einen Hochpunkt.
4. Schritt: Vollständige Koordinaten berechnen
Der Extrempunkt von
ist der Hochpunkt
mit den Koordinaten
c)
Verlauf des Graphen begründen
Für negative Werte von
aus
ist der Funktionsterm
stets kleiner als Null. Somit verläuft
für
unterhalb der
-Achse, das heißt vollständig im dritten Quadranten.
Fehlenden Teil einzeichnen
Mit der Wertetabelle folgt:

d)
Mit der Quotientenregel und der Kettenregel folgt:
Somit ist
eine Stammfunktion von
e)
Wirkstoffkonzentration nach 30 Minuten berechnen
Maximale Wirkstoffkonzentration angeben
Nach Teilaufgabe 1b ist der einzige Extrempunkt des Graphen von
der Hochpunkt mit den Koordinaten
Da zusätzlich
gilt und der Graph
die
-Achse als waagrechte Asymptote besitzt, folgt, dass die maximale Wirkstoffkonzentration
beträgt.
Da zusätzlich
f)
Rechnerisches Vorgehen beschreiben
Um die Wendestelle
rechnerisch zu begründen, kann man die zweite und dritte Ableitung von
berechnen, sowie die notwendige Bedingung
für Wendestellen und die hinreichende Bedindung für Wendestellen an der Stelle
überprüfen.
Bedeutung im Sachzusammenhang angeben
Die zweite Ableitungsfunktion
beschreibt die momentane Änderungsrate der ersten Ableitungsfunktion
und die Funktion
beschreibt im Sachzusammenhang die Zu- bzw. Abnahme der Wirkstoffkonzentration.
Da
im Bereich um
eine negative Steigung besitzt, bedeutet die Existenz einer Wendestelle bei
dass die Wirkstoffkonzentration 2 Stunden nach Einnahme am stärksten abnimmt.
Da
g)
Term für den Flächeninhalt angeben
Realistische Modellierung beurteilen
Für
gilt:

Der Flächeninhalt
beschreibt im Sachzusammenhang die insgesamt bis zum Zeitpunkt
Stunden nach Einnahme im Blut vorhandene Menge des Wirkstoffs. Diese steigt für große Zeitwerte bis ins unendliche an, was keine realistische Modellierung darstellt.
h)
Mit der
-Formel folgt:
Mit Hilfe der Abbildung lässt sich erkennen, dass die Wirkstoffkonzentration nur an der Stelle
fällt und
somit nicht infrage kommt.
Spätestens
Stunden nach der Einnahme der ersten Tablette soll somit die zweite Tablette eingenommen werden.
Spätestens
i)
Der Graph von
ist im Vergleich zum Graph von
um
in
-Richtung verschoben und beschreibt somit die Wirkstoffkonzentration, die von der zweiten Tablette erzeugt wird. Addition mit der Wirkstoffkonzentration von der ersten Tablette liefert die gesuchte gesamte Konzentration, die somit durch Term (B) beschrieben wird.
j)
Da
stets positiv ist, sind für alle Werte von
sowohl der Nenner als auch der Zähler positiv und es gilt
Somit ist der Graph von
streng monoton steigend.
Somit ist der Graph von
k)
Grenzwert ermitteln
Erfüllung der Bedingungen beurteilen
Da der Graph von
streng monoton steigend ist, gilt
für alle
und die erste Bedingung ist erfüllt.
Es gilt
Da
gilt und der Graph von
streng monoton steigend ist, nähert sich die Wirkstoffkonzentration dem Wert
von unten an, ohne diesen zu erreichen.Die zweite Bedingung ist somit ebenfalls erfüllt.