Stochastik
Ein bekannter Video-Streamingdienst bietet einen kostenpflichtigen Zugang zu Spielfilmen und Serien an. Personen, die davon gegen Zahlung einer monatlichen Gebühr Gebrauch machen, werden im Folgenden als Abonnenten bezeichnet. Sie haben sich entweder für das Spielfilmpaket oder für das Komplettpaket entschieden, das neben den Spielfilmen auch noch Serien enthält.
a)
Unter den Abonnenten sind
höchstens 40 Jahre alt. Von diesen haben
das Komplettpaket gewählt. Unter denjenigen Abonnenten, die älter sind als 40 Jahre, haben sich
für das Komplettpaket entschieden.
ist.
(1)
Stelle den Sachverhalt im folgenden Baumdiagramm dar.

(2)
Eine unter allen Abonnenten zufällig ausgewählte Person hat sich für das Komplettpaket entschieden. Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass sie höchstens 40 Jahre alt ist.
Im Folgenden wird modellhaft davon ausgegangen, dass die Anzahl der höchstens 40-jährigen Abonnenten des Streamingdienstes binomialverteilt mit
(3)
Bestimme die Wahrscheinlichkeit dafür, dass unter
zufällig ausgewählten Abonnenten genau
höchstens 40 Jahre alt sind.
(4)
Bestimme die Anzahl der Abonnenten, die man mindestens zufällig auswählen müsste, damit unter ihnen mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens
mehr als
Personen älter sind als 40 Jahre.
(3 + 3 + 2 + 4 Punkte)
b)
Der Anteil der zufriedenen Abonnenten von derzeit
soll gesteigert werden. Dazu wird ein Algorithmus entwickelt, der jedem Abonnenten täglich individuell einen Spielfilm vorschlägt. Als Basis für die Entscheidung über den dauerhaften Einsatz des Algorithmus plant das Management einen Probebetrieb.
Im Anschluss soll mit einer Umfrage unter
zufällig ausgewählten Abonnenten untersucht werden, ob der Anteil der zufriedenen Abonnenten durch diese Maßnahme vergrößert wurde.
Von einer Vergrößerung des Anteils zufriedener Abonnenten wird ausgegangen, wenn von den
Abonnenten mindestens
zufrieden sind.
Die Zufallsgröße
„Anzahl der nach dem Probebetrieb zufriedenen Abonnenten unter den Befragten" wird durch eine Binomialverteilung mit den Parametern
und
modelliert.
(1)
Ermittle, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Management von einer Vergrößerung des Anteils zufriedener Abonnenten ausgeht, falls der Anteil der zufriedenen Abonnenten unverändert geblieben ist.
(2)
(i)
Ermittle die Wahrscheinlichkeit dafür, dass das Management davon ausgeht, dass die Maßnahme nicht erfolgreich war, falls der Anteil zufriedener Abonnenten nach dem Probebetrieb auf
gestiegen ist.
(ii)
Die folgende Abbildung zeigt zwei Histogramme von binomialverteilten Zufallsgrößen
bzw.
mit
und
bzw.
Veranschauliche die Wahrscheinlichkeiten aus b) (1) und b) (2) (i) in der Abbildung.


(iii)
Ein Mitarbeiter des Managements ist der Meinung, dass die Wahrscheinlichkeit für die in 2 (i) beschriebene Fehlentscheidung zu hoch ist. Er schlägt vor, die Maßnahme bereits bei mindestens 125 mit dem Angebot zufriedenen Abonnenten als erfolgreich einzustufen.
Beurteile diesen Vorschlag.
(2 + 6 Punkte)
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a)
(1)
„Ein Abonnent ist höchstens 40 Jahre alt.“
„Ein Abonnent hat das Komplettpaket.“

(2)
(3)
Die Zufallsvariable
die die Anzahl der höchstens 40-jährigen Abonnenten angibt, ist binomialverteilt mit
und
Somit folgt:
(4)
Die Zufallsvariable
gibt die Anzahl der Abonnenten an, die älter als 40 Jahre sind und ist binomialverteilt mit unbekanntem
und
Es ist nun der minimale Wert von
gesucht, sodass folgende Ungleichung erfüllt ist:
Systematisches Ausprobieren mit dem Taschenrechner liefert:
Es müssen somit mindestens
Abonnenten zufällig ausgewählt werden, damit unter ihnen mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens
mehr als 20 Personen älter als 40 Jahre sind.
b)
(1)
(2)
(i)
Mit der Zufallsgröße
und
folgt:
(ii)


(iii)
Anhand der Diagramme wird deutlich, dass in diesem Fall zwar der in (2) (i) beschriebene Fehler kleiner wird, allerdings gleichzeitig der in b) (1) beschriebene Fehler deutlich größer wird.
Der Fehler aus b) (1), das heißt fälschlicherweise von einer erfolgreichen Maßnahme auszugehen, obwohl sich in Wirklichkeit nichts an dem Anteil der zufriedenen Abonnenten geändert hat, ist hierbei deutlich gravierender für das Unternehmen. Somit ist der beschriebene Vorschlag im Gesamtbild keine gute Idee, da die höchste Priorität ist, den Fehler aus b) (1) so kleine wie möglich zu halten.
Der Fehler aus b) (1), das heißt fälschlicherweise von einer erfolgreichen Maßnahme auszugehen, obwohl sich in Wirklichkeit nichts an dem Anteil der zufriedenen Abonnenten geändert hat, ist hierbei deutlich gravierender für das Unternehmen. Somit ist der beschriebene Vorschlag im Gesamtbild keine gute Idee, da die höchste Priorität ist, den Fehler aus b) (1) so kleine wie möglich zu halten.