Aufgabe 4
Aufgabenstellung
Im Folgenden betrachten wir die Entwicklung von Wolfspopulationen. Dabei beschränken wir uns ausschließlich auf die weiblichen Mitglieder einer Population, die aus Welpen (
), jungen Fähen (
) sowie ausgewachsenen Fähen (
) bestehen soll. Alle Fähen sind vermehrungsfähig. Die Welpen entwickeln sich ein Jahr nach der Geburt zu jungen Fähen und ein Jahr später zu ausgewachsenen Fähen.
Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung einer in der Wildnis lebenden Population für die Jahre 2013 und 2014:
Tabelle
Modellhaft lässt sich die Entwicklung mit der Matrix
beschreiben:
Die folgende Tabelle zeigt die Verteilung einer in der Wildnis lebenden Population für die Jahre 2013 und 2014:
2013 | 2014 | |
---|---|---|
65 | 52 | |
8 | 26 | |
20 | 16 |
von: | ||||||
nach: | ||||||
a) (1) Begründe mit den Daten aus der Tabelle, dass
gilt.
(3P)
(2) Interpretiere die weiteren von Null verschiedenen Einträge in der Matrix
im Sachzusammenhang.
(4P)
b) (1) Berechne die Verteilungen, die nach diesem Modell in den Jahren 2015 und 2016 zu erwarten sind.
(4P)
(2) Bestimme die Verteilung, die nach diesem Modell im Jahr 2012 vorgelegen hätte.
(5P)
(3) Zeige, dass sich in diesem Modell die Population aus 2011 nicht bestimmen lässt.
(3P)
(4) Ein Biologe behauptet, dass weniger als
% aller Welpen mindestens ein Alter von drei Jahren erreichen.
Prüfe, ob nach der obigen Modellierung mit der Matrix
die Behauptung des Biologen zutrifft.
Prüfe, ob nach der obigen Modellierung mit der Matrix
(4P)
c) Wölfe, die in einem Tierpark leben, haben andere Überlebens- und Fortpflanzungsraten. Für einen Tierpark kann die Entwicklung seiner Wolfspopulation durch die folgende Matrix
modelliert werden:
(1) Beschreibe im Sachzusammenhang die Einträge in der zweiten Spalte der Matrix
im Vergleich zu den Einträgen in der zweiten Spalte der Matrix
.
(2P)
(2) Wegen der räumlichen Beschränkung will die Tierparkleitung die Gesamtzahl der Wölfe konstant halten. Das soll durch eine strikte Geburtenkontrolle gewährleistet werden.
Zeige, dass eine von
verschiedene stationäre Verteilung existiert, d. h. eine Verteilung, die sich innerhalb eines Jahres nicht ändert.
Zeige, dass eine von
(7P)
(3) Ermittle die kleinstmögliche Gesamtpopulation mit stationärer Verteilung
mit natürlichen Zahlen
und
.
(4P)
d) Für die Population in dem obigen Tierpark wird eine neue Modellierung gewählt: Die Entwicklungsstufe der Welpen wird mit der Überlebensrate von
% beibehalten, die Entwicklungsstufen der jungen Fähen und ausgewachsenen Fähen werden zu einer Stufe zusammengefasst. Die neue Modellierung soll durch die Matrix
mit
und
dargestellt werden. Die Population der Welpen und Fähen soll mit insgesamt 19 Tieren konstant bleiben.
mit
(1) Zeige, dass in dem neuen Modell eine stationäre Verteilung mit 11 Welpen nicht vorkommen kann.
(7P)
(2) Zeige, dass sich für
und
eine stationäre Verteilung mit 5 Welpen und 14 Fähen ergibt.
(2P)
(3) Mit den Werten aus (2) ist
. Ein Taschenrechner liefert z. B.
.
Die Potenzen
der Matrix
streben mit wachsendem
gegen die Matrix
.
Mit Hilfe der Matrix
lässt sich die langfristige Entwicklung einer Population ermitteln.
Leider fallen in einem Jahr alle fünf Welpen der Population einer Infektionskrankheit zum Opfer. Daraufhin beschließt die Tierparkleitung die Anschaffung von vier zusätzlichen Fähen.
Ermittle die langfristige Entwicklung der neuen Population.
Die Potenzen
Mit Hilfe der Matrix
Leider fallen in einem Jahr alle fünf Welpen der Population einer Infektionskrankheit zum Opfer. Daraufhin beschließt die Tierparkleitung die Anschaffung von vier zusätzlichen Fähen.
Ermittle die langfristige Entwicklung der neuen Population.
(5P)
a) (1)
Wert für
begründen
Du sollst hier anhand der Tabelle begründen, warum für den Eintrag
der Matrix
gilt. Beachte dabei, dass
eine Übergangsmatrix ist. Der Eintrag der
-ten Zeile und
-ten Spalte einer Übergangsmatrix gibt die Übergangsrate von Altersgruppe
in Altersgruppe
an. Überlege also, welche Bedeutung der Parameter
hat und ziehe anschließend Rückschlüsse auf die Tabelle.
Die Variable
steht in der Spalte
und in Zeile
. Sie steht demnach für die Übergangsrate von
nach
, gibt also an, wie viele der Welpen sich nach einem Jahr zu jungen Fähen entwickeln. Da innerhalb dieses Jahres auch alle zuvor vorhandenen jungen Fähen ausgewachsen sind, sind alle jungen Fähen, die im Jahr 2014 vorhanden sind im Jahr 2013 Welpen gewesen. Die Übergangsrate von
nach
ergibt sich also aus dem relativen Anteil der Welpen, die überleben:
(2)
Einträge der Matrix interpretieren
In der Matrix
kommen noch 4 weitere von Null verschiedene Elemente vor. Diese sollst du im Sachzusammenhang interpretieren. Nutze dazu, wie oben, die allgemeine Bedeutung der Übergangsmatrix und die Erklärungen zum Sachzusammenhang im Einleitungstext.
Eintrag
:
Der Eintrag
gibt die Übergangsquote von
nach
an. Da sich ein Wolf natürlich nicht rückwärts entwickeln kann, bedeutet dies im Sachzusammenhang, dass jede junge Fähe im Schnitt
Welpen gebährt.
Eintrag
:
Der Eintrag
gibt die Übergangsrate von
nach
an. Das bedeutet, dass sich die Hälfte aller jungen Fähen im nächsten Jahr zu ausgewachsenen Fähen entwickeln. Da Fähen laut Aufgabenstellung nicht zwei Jahre hintereinander jung sein können, gibt diese Übergangsquote die Überlebensrate der jungen Fähen an. Insgesamt bedeutet dies, dass nach einem Jahr die Hälfte aller jungen Fähen überlebt hat und damit ausgewachsen ist.
Eintrag
:
Analog zum ersten Eintrag in der zweiten Spalte, gibt der erste Eintrag der dritten Spalte die Anzahl der Welpen an, die jede ausgewachsene Fähe im Schnitt pro Jahr bekommt.
Eintrag
:
Dieser Eintrag gibt die Übergangsquote von ausgewachsener Fähe zu ausgewachsener Fähe an. Dies entspricht der Überlebensrate der ausgewachsenen Fähen.

b) (1)
Verteilung der nächsten Jahre berechnen
Den Verteilungsvektor
, der die Verteilung der Population im
-ten Entwicklungsschritt beschreibt, lässt sich allgemein über folgende Formel berechnen:
Dabei ist
die betrachtete Übergangsmatrix.
Im vorliegenden Fall findet pro Jahr ein Entwicklungsschritt statt. Das bedeutet, du kannst die gesuchte Verteilung für das Jahr 2015 mit Hilfe der Verteilung für 2014 und die Verteilung für das Jahr 2016 mit der davor berechneten Verteilung für 2015 berechnen. Die Verteilung für 2014 kannst du aus der Tabelle ablesen:
Nun kannst du die Verteilung für das Jahr 2015 per Hand oder mit deinem GTR berechnen.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Es ergibt sich insgesamt:
Mit der Verteilung
aus dem Jahr 2015 kannst du nun auch die Verteilung
für 2016 berechnen:
Im Jahr 2015 ist eine Verteilung mit
Welpen,
bzw. ca.
jungen Fähen und
bzw. ca.
ausgewachsenen Fähen zu erwarten, im Jahr 2016 eine Verteilung mit
bzw. ca.
Welpen,
bzw. ca.
jungen Fähen und
bzw. ca.
ausgewachsenen Fähen.
Lösungsweg B: Mit dem GTR
Möchtest du hierfür deinen GTR verwenden, so kannst du unter folgendem Befehl die Matrix
und den Verteilungsvektor
speichern:
a:=
7: Matrix und Vektor
1: Erstellen
1: Matrix erstellen
Analog dazu kannst du den Vektor
abspeichern
Berechne nun das Produkt
für die Verteilung in 2015 und das Produkt
für die Verteilung in 2016:
Im Jahr 2015 ist eine Verteilung mit
Welpen,
bzw. ca.
jungen Fähen und
bzw. ca.
ausgewachsenen Fähen zu erwarten, im Jahr 2016 eine Verteilung mit
bzw. ca.
Welpen,
bzw. ca.
jungen Fähen und
bzw. ca.
ausgewachsenen Fähen.
(2)
Verteilung vom Vorjahr berechnen
In dieser Aufgabe sollst du nun eine vorherige Verteilung berechnen, anstatt einer zukünftigen. Dazu kannst du dieselbe Gleichung verwenden. Setze diesmal
ein und löse das dabei entstehende lineare Gleichungssystem für
. Hast du einen GTR zur Verfügung, so kannst du mit der Matrix
arbeiten:
kannst du aus der Tabelle ablesen:
.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Betrachte folgende Gleichung:
Du kennst
und
. Damit entsteht folgendes lineares Gleichungssystem mit
:
Aus
kannst du direkt eine Lösung für
berechnen:
Übrig bleibt noch ein lineares Gleichungssystem mit zwei Unbekannten, das du mit dem Additionsverfahren lösen kannst:
Aus dieser neuen Gleichung kannst du nun eine Lösung für
berechnen:
Setzt du diese Lösung nun in
ein, so kannst du eine Lösung für
berechnen:
Nach dem Modell hätte im Jahr 2012 eine Verteilung mit
Welpen,
jungen Fähen und
ausgewachsenen Fähen vorgelegen.
Lösungsweg B: GTR
Gib die Matrix wie oben in deinen GTR ein und berechne dann das Produkt
Damit gilt nun
.
Nach dem Modell hätte im Jahr 2012 eine Verteilung mit
Welpen,
jungen Fähen und
ausgewachsenen Fähen vorgelegen.
(3)
Zeigen, dass sich die Population aus 2011 nicht bestimmen lässt
Hier ist es deine Aufgabe zu zeigen, dass sich in diesem Modell die Population aus 2011 nicht bestimmen lässt. Berechne dazu die Verteilung aus dem Jahr 2011, die nach diesem Modell vorliegt. Anhand dieser Verteilung erkennst du, dass damit nicht die Population aus dem Jahr 2011 bestimmt werden kann.
Die Verteilung aus dem Jahr 2012 hast du aus dem vorherigen Aufgabenteil gegeben:
Damit kannst du nun wie im vorherigen Aufgabenteil die Verteilung aus dem vorigen Jahr per Hand oder mit deinem GTR bestimmen.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Betrachte folgende Gleichung:
Du kennst
und
. Damit entsteht folgendes lineares Gleichungssystem mit
:
Aus
kannst du direkt eine Lösung für
berechnen:
Übrig bleibt noch ein lineares Gleichungssystem mit zwei Unbekannten, das du mit dem Additionsverfahren lösen kannst:
Aus dieser neuen Gleichung kannst du nun eine Lösung für
berechnen:
Setzt du diese Lösung nun in
ein, so kannst du eine Lösung für
berechnen:
Damit erhältst du als Verteilung für das Jahr 2011:
.
Da die dritte Komponente negativ ist und eine Population nur positive Werte besitzt, kann durch das Modell nicht die Population im Jahr 2011 beschrieben werden.
Lösungsweg B: GTR
Gib die Matrix wie oben in deinen GTR ein und berechne dann das Produkt
Damit gilt nun
.
Da die dritte Komponente negativ ist und eine Population nur positive Werte besitzt, kann durch das Modell nicht die Population im Jahr 2011 beschrieben werden.
(4)
Prozentsatz berechnen
Um die Behauptung des Biologen zu überprüfen, berechne den Prozentsatz der Welpen, die ein Alter von mindestens drei Jahren erreichen mit Hilfe der Pfadmultiplikationsregel.
Im Aufgabenteil a) hast du gesehen, dass der Anteil der Welpen, die ein Alter von
Jahr erreichen, also zu einer jungen Fähe heranwachsen,
beträgt.
Analog dazu beträgt der Anteil der jungen Fähen, die ein Alter von
Jahren erreichen, also zu ausgewachsenen Fähen heranwachsen,
, also
und der Anteil der ausgewachsenen Fähen, die das nächste Lebensjahr erreichen, beträgt
.
Mit der Pfadmultiplikationsregel ergibt sich dementsprechend folgender Prozentsatz:
.
Nach dem angegebenen Modell mit der Matrix A erreichen durchschnittlich
aller Welpen mindestens ein Alter von
Jahren. Die Behauptung des Biologen trifft nach diesem Modell demnach zu.



Analog dazu beträgt der Anteil der jungen Fähen, die ein Alter von
c) (1)
Einträge im Sachzusammenhang vergleichen
Im Aufgabenteil a) hast du bereits die Einträge der Matrix
im Sachzusammenhang beschrieben. Diese Bedeutungen treffen auch auf die Einträge der Matrix
zu, vergleiche also die Überlebens- und Geburtenraten:
Eintrag
:
Der erste Eintrag der zweiten Spalte entspricht der Anzahl der Welpen, die eine junge Fähe durchschnittlich gebährt. In der Matrix
ist dieser Eintrag geringer. Im Tierpark bringt jede junge Fähen also im Schnitt nur einen Welpen zur Welt, während sie in freier Wildbahn
gebährt.
Eintrag
:
Dieser Eintrag ist in beiden Matrizen gleich und ist deshalb Null, weil es keine jungen Fähen gibt, die im folgenden Jahr immernoch junge Fähen bleiben. Diese Information kannst du dem Einleitungstext der Aufgabenstellung entnehmen.
Eintrag
:
Der dritte Eintrag der zweiten Spalte beschreibt die Überlebensrate der jungen Fähen. Im Schnitt überleben also
aller jungen Fähen im Tierpark und entwickeln sich zu ausgewachsenen Fähen. Diese Quote ist höher als die Überlebensrate der jungen Fähen in freier Wildbahn, die dort nur
beträgt.
(2)
Existenz einer stationären Verteilung zeigen
Du sollst zeigen, dass eine stationäre Verteilung ungleich dem Nullvektor existiert, das heißt, eine Verteilung
, die folgende Gleichung erfüllt:
Stelle das aus dieser Gleichung resultierende lineare Gleichungssystem auf. Um dieses zu lösen, setze eine der drei Unbekannten
,
oder
gleich
und stelle die übrigen beiden in Abhängigkeit von
dar.
Es ergibt sich folgendes Gleichungssystem:
Aus
weißt du
, setze also beispielsweise
. Dann gilt
. Eingesetzt in
ergibt sich dann:
Überprüfe nun diese Lösungen, indem du die Darstellungen für
,
und
in
einsetzt:
Die Gleichung
ist für beliebiges
erfüllt.
Insgesamt lautet die gesuchte Verteilung
mit
.
(3)
Kleinstmögliche Gesamtpopulation ermitteln
Gesucht ist hier die kleinstmögliche Gesamtpopulation mit stationärer Verteilung, die aus natürlichen Zahlen besteht. Natürliche Zahlen sind alle positiven ganzen Zahlen, also
,
,
.
Im vorherigen Aufgabenteil hast du berechnet, dass für jedes
eine stationäre Verteilung durch
gegeben ist.
Damit also alle drei Einträge natürliche Zahlen sind, muss insbesondere
eine natürliche Zahl sein. Zu beachten ist dann noch, dass
die kleinste natürliche Zahl
ist, sodass
eine natürliche Zahl ist. Um dieses zu finden, schreibe die Kommazahl in einen Bruch um und überlege dir, für welche Faktoren der Bruch verschwindet.
Du kannst sehen, dass
mindestens
oder ein größeres Vielfaches von
sein muss, um den Bruch eliminieren zu können. Daraus folgt, dass die kleinste Gesamtpopulation mit stationärer Verteilung für
gegeben ist:
Die kleinste Gesamtpopulation besteht dann aus
Individuen.
Die stationäre Verteilung mit der kleinstmöglichen Gesamtpopulation mit natürlichen Zahlen ist gegeben durch
.

Im vorherigen Aufgabenteil hast du berechnet, dass für jedes
Damit also alle drei Einträge natürliche Zahlen sind, muss insbesondere
d) (1)
Zeigen, dass keine stationäre Verteilung mit 11 Welpen existiert
Hier sollst du nun zeigen, dass in dem neuen Modell mit der Übergangsmatrix
und einer konstanten Gesamtpopulation von
Tieren, keine stationäre Verteilung mit
Welpen möglich ist. Bei einer konstanten Gesamtpopulation von
Tieren und festen Anzahl von
Welpen, ist die Anzahl der Fähen durch
gegeben.
Stelle nun das Gleichungssystem auf, dass sich mit einer stationären Verteilung
ergibt, berechne damit
und
und überprüfe die Bedingungen, die das Modell an
und
stellt.
Die Gleichung
kannst du direkt nach
auflösen:
Es gilt
, somit ist diese Bedingung des Modells erfüllt. Die Gleichung
kannst du direkt nach
auflösen:
Damit gilt
und die Bedingung des Modells an
ist nicht erfüllt. Somit kann in dem neuen Modell keine stationäre Verteilung mit 11 Welpen vorkommen.
(2)
Stationäre Verteilung nachweisen
Die Übergangsmatrix
hat mit den für
und
gegebenen Werten folgende Gestalt:
Zeige nun, dass durch
eine stationäre Verteilung gegeben ist. Berechne dazu das Produkt
. Erhältst du
als Ergebnis, so hast du eine stationäre Verteilung vorliegen.
Also ist
eine stationäre Verteilung der Matrix
.
(3)
Langfristige Entwicklung der Population ermitteln
Hier sollst du die langfristige Entwicklung der neuen Population ermitteln. Bestimme dazu zuerst die aktuelle Verteilung der neuen Population, dann kannst du mit der Matrix
die langfristige Entwicklung dieser Population bestimmen.
Ausgehend von der Verteilung
sterben nun
Welpen, woraufhin
zusätzliche Fähen angeschafft werden. Damit erhältst du als neue Verteilung
:
Die langfristige Entwicklung kannst du nun mit dem Produkt
bestimmen:
Damit entwickelt sich die neue Population langfristig gegen die ursprüngliche Verteilung
.
a) (1)
Wert für
begründen
Du sollst hier anhand der Tabelle begründen, warum für den Eintrag
der Matrix
gilt. Beachte dabei, dass
eine Übergangsmatrix ist. Der Eintrag der
-ten Zeile und
-ten Spalte einer Übergangsmatrix gibt die Übergangsrate von Altersgruppe
in Altersgruppe
an. Überlege also, welche Bedeutung der Parameter
hat und ziehe anschließend Rückschlüsse auf die Tabelle.
Die Variable
steht in der Spalte
und in Zeile
. Sie steht demnach für die Übergangsrate von
nach
, gibt also an, wie viele der Welpen sich nach einem Jahr zu jungen Fähen entwickeln. Da innerhalb dieses Jahres auch alle zuvor vorhandenen jungen Fähen ausgewachsen sind, sind alle jungen Fähen, die im Jahr 2014 vorhanden sind im Jahr 2013 Welpen gewesen. Die Übergangsrate von
nach
ergibt sich also aus dem relativen Anteil der Welpen, die überleben:
(2)
Einträge der Matrix interpretieren
In der Matrix
kommen noch 4 weitere von Null verschiedene Elemente vor. Diese sollst du im Sachzusammenhang interpretieren. Nutze dazu, wie oben, die allgemeine Bedeutung der Übergangsmatrix und die Erklärungen zum Sachzusammenhang im Einleitungstext.
Eintrag
:
Der Eintrag
gibt die Übergangsquote von
nach
an. Da sich ein Wolf natürlich nicht rückwärts entwickeln kann, bedeutet dies im Sachzusammenhang, dass jede junge Fähe im Schnitt
Welpen gebährt.
Eintrag
:
Der Eintrag
gibt die Übergangsrate von
nach
an. Das bedeutet, dass sich die Hälfte aller jungen Fähen im nächsten Jahr zu ausgewachsenen Fähen entwickeln. Da Fähen laut Aufgabenstellung nicht zwei Jahre hintereinander jung sein können, gibt diese Übergangsquote die Überlebensrate der jungen Fähen an. Insgesamt bedeutet dies, dass nach einem Jahr die Hälfte aller jungen Fähen überlebt hat und damit ausgewachsen ist.
Eintrag
:
Analog zum ersten Eintrag in der zweiten Spalte, gibt der erste Eintrag der dritten Spalte die Anzahl der Welpen an, die jede ausgewachsene Fähe im Schnitt pro Jahr bekommt.
Eintrag
:
Dieser Eintrag gibt die Übergangsquote von ausgewachsener Fähe zu ausgewachsener Fähe an. Dies entspricht der Überlebensrate der ausgewachsenen Fähen.

b) (1)
Verteilung der nächsten Jahre berechnen
Den Verteilungsvektor
, der die Verteilung der Population im
-ten Entwicklungsschritt beschreibt, lässt sich allgemein über folgende Formel berechnen:
Dabei ist
die betrachtete Übergangsmatrix.
Im vorliegenden Fall findet pro Jahr ein Entwicklungsschritt statt. Das bedeutet, du kannst die gesuchte Verteilung für das Jahr 2015 mit Hilfe der Verteilung für 2014 und die Verteilung für das Jahr 2016 mit der davor berechneten Verteilung für 2015 berechnen. Die Verteilung für 2014 kannst du aus der Tabelle ablesen:
Nun kannst du die Verteilung für das Jahr 2015 per Hand oder mit deinem GTR berechnen.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Es ergibt sich insgesamt:
Mit der Verteilung
aus dem Jahr 2015 kannst du nun auch die Verteilung
für 2016 berechnen:
Im Jahr 2015 ist eine Verteilung mit
Welpen,
bzw. ca.
jungen Fähen und
bzw. ca.
ausgewachsenen Fähen zu erwarten, im Jahr 2016 eine Verteilung mit
bzw. ca.
Welpen,
bzw. ca.
jungen Fähen und
bzw. ca.
ausgewachsenen Fähen.
Lösungsweg B: Mit dem GTR
Möchtest du hierfür deinen GTR verwenden, so kannst du unter folgendem Befehl die Matrix
und den Verteilungsvektor speichern:
F3: Mat
Verlasse das Matrix-Menü nach dem Eingeben. Die Matrix abrufen kannst du dann mit dem folgenden Befehl:
OPTN
F2: Mat
F1: Mat
Berechne nun das Produkt
für die Verteilung in 2015 und das Produkt
für die Verteilung in 2016:
Im Jahr 2015 ist eine Verteilung mit
Welpen,
bzw. ca.
jungen Fähen und
bzw. ca.
ausgewachsenen Fähen zu erwarten, im Jahr 2016 eine Verteilung mit
bzw. ca.
Welpen,
bzw. ca.
jungen Fähen und
bzw. ca.
ausgewachsenen Fähen.
(2)
Verteilung vom Vorjahr berechnen
In dieser Aufgabe sollst du nun eine vorherige Verteilung berechnen, anstatt einer zukünftigen. Dazu kannst du dieselbe Gleichung verwenden. Setze diesmal
ein und löse das dabei entstehende lineare Gleichungssystem für
. Hast du einen GTR zur Verfügung, so kannst du mit der Matrix
arbeiten:
kannst du aus der Tabelle ablesen:
.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Betrachte folgende Gleichung:
Du kennst
und
. Damit entsteht folgendes lineares Gleichungssystem mit
:
Aus
kannst du direkt eine Lösung für
berechnen:
Übrig bleibt noch ein lineares Gleichungssystem mit zwei Unbekannten, das du mit dem Additionsverfahren lösen kannst:
Aus dieser neuen Gleichung kannst du nun eine Lösung für
berechnen:
Setzt du diese Lösung nun in
ein, so kannst du eine Lösung für
berechnen:
Nach dem Modell hätte im Jahr 2012 eine Verteilung mit
Welpen,
jungen Fähen und
ausgewachsenen Fähen vorgelegen.
Lösungsweg B: GTR
Gib die Matrix wie oben in deinen GTR ein und berechne dann das Produkt
Damit gilt nun
.
Nach dem Modell hätte im Jahr 2012 eine Verteilung mit
Welpen,
jungen Fähen und
ausgewachsenen Fähen vorgelegen.
(3)
Zeigen, dass sich die Population aus 2011 nicht bestimmen lässt
Hier ist es deine Aufgabe zu zeigen, dass sich in diesem Modell die Population aus 2011 nicht bestimmen lässt. Berechne dazu die Verteilung aus dem Jahr 2011, die nach diesem Modell vorliegt. Anhand dieser Verteilung erkennst du, dass damit nicht die Population aus dem Jahr 2011 bestimmt werden kann.
Die Verteilung aus dem Jahr 2012 hast du aus dem vorherigen Aufgabenteil gegeben:
Damit kannst du nun wie im vorherigen Aufgabenteil die Verteilung aus dem vorigen Jahr per Hand oder mit deinem GTR bestimmen.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Betrachte folgende Gleichung:
Du kennst
und
. Damit entsteht folgendes lineares Gleichungssystem mit
:
Aus
kannst du direkt eine Lösung für
berechnen:
Übrig bleibt noch ein lineares Gleichungssystem mit zwei Unbekannten, das du mit dem Additionsverfahren lösen kannst:
Aus dieser neuen Gleichung kannst du nun eine Lösung für
berechnen:
Setzt du diese Lösung nun in
ein, so kannst du eine Lösung für
berechnen:
Damit erhältst du als Verteilung für das Jahr 2011:
.
Da die dritte Komponente negativ ist und eine Population nur positive Werte besitzt, kann durch das Modell nicht die Population im Jahr 2011 beschrieben werden.
Lösungsweg B: GTR
Gib die Matrix wie oben in deinen GTR ein und berechne dann das Produkt
Damit gilt nun
.
Da die dritte Komponente negativ ist und eine Population nur positive Werte besitzt, kann durch das Modell nicht die Population im Jahr 2011 beschrieben werden.
(4)
Prozentsatz berechnen
Um die Behauptung des Biologen zu überprüfen, berechne den Prozentsatz der Welpen, die ein Alter von mindestens drei Jahren erreichen mit Hilfe der Pfadmultiplikationsregel.
Im Aufgabenteil a) hast du gesehen, dass der Anteil der Welpen, die ein Alter von
Jahr erreichen, also zu einer jungen Fähe heranwachsen,
beträgt.
Analog dazu beträgt der Anteil der jungen Fähen, die ein Alter von
Jahren erreichen, also zu ausgewachsenen Fähen heranwachsen,
, also
und der Anteil der ausgewachsenen Fähen, die das nächste Lebensjahr erreichen, beträgt
.
Mit der Pfadmultiplikationsregel ergibt sich dementsprechend folgender Prozentsatz:
.
Nach dem angegebenen Modell mit der Matrix A erreichen durchschnittlich
aller Welpen mindestens ein Alter von
Jahren. Die Behauptung des Biologen trifft nach diesem Modell demnach zu.



Analog dazu beträgt der Anteil der jungen Fähen, die ein Alter von
c) (1)
Einträge im Sachzusammenhang vergleichen
Im Aufgabenteil a) hast du bereits die Einträge der Matrix
im Sachzusammenhang beschrieben. Diese Bedeutungen treffen auch auf die Einträge der Matrix
zu, vergleiche also die Überlebens- und Geburtenraten:
Eintrag
:
Der erste Eintrag der zweiten Spalte entspricht der Anzahl der Welpen, die eine junge Fähe durchschnittlich gebährt. In der Matrix
ist dieser Eintrag geringer. Im Tierpark bringt jede junge Fähen also im Schnitt nur einen Welpen zur Welt, während sie in freier Wildbahn
gebährt.
Eintrag
:
Dieser Eintrag ist in beiden Matrizen gleich und ist deshalb Null, weil es keine jungen Fähen gibt, die im folgenden Jahr immernoch junge Fähen bleiben. Diese Information kannst du dem Einleitungstext der Aufgabenstellung entnehmen.
Eintrag
:
Der dritte Eintrag der zweiten Spalte beschreibt die Überlebensrate der jungen Fähen. Im Schnitt überleben also
aller jungen Fähen im Tierpark und entwickeln sich zu ausgewachsenen Fähen. Diese Quote ist höher als die Überlebensrate der jungen Fähen in freier Wildbahn, die dort nur
beträgt.
(2)
Existenz einer stationären Verteilung zeigen
Du sollst zeigen, dass eine stationäre Verteilung ungleich dem Nullvektor existiert, das heißt, eine Verteilung
, die folgende Gleichung erfüllt:
Stelle das aus dieser Gleichung resultierende lineare Gleichungssystem auf. Um dieses zu lösen, setze eine der drei Unbekannten
,
oder
gleich
und stelle die übrigen beiden in Abhängigkeit von
dar.
Es ergibt sich folgendes Gleichungssystem:
Aus
weißt du
, setze also beispielsweise
. Dann gilt
. Eingesetzt in
ergibt sich dann:
Überprüfe nun diese Lösungen, indem du die Darstellungen für
,
und
in
einsetzt:
Die Gleichung
ist für beliebiges
erfüllt.
Insgesamt lautet die gesuchte Verteilung
mit
.
(3)
Kleinstmögliche Gesamtpopulation ermitteln
Gesucht ist hier die kleinstmögliche Gesamtpopulation mit stationärer Verteilung, die aus natürlichen Zahlen besteht. Natürliche Zahlen sind alle positiven ganzen Zahlen, also
,
,
.
Im vorherigen Aufgabenteil hast du berechnet, dass für jedes
eine stationäre Verteilung durch
gegeben ist.
Damit also alle drei Einträge natürliche Zahlen sind, muss insbesondere
eine natürliche Zahl sein. Zu beachten ist dann noch, dass
die kleinste natürliche Zahl
ist, sodass
eine natürliche Zahl ist. Um dieses zu finden, schreibe die Kommazahl in einen Bruch um und überlege dir, für welche Faktoren der Bruch verschwindet.
Du kannst sehen, dass
mindestens
oder ein größeres Vielfaches von
sein muss, um den Bruch kürzen zu eliminieren. Daraus folgt, dass die kleinste Gesamtpopulation mit stationärer Verteilung für
gegeben ist:
Die kleinste Gesamtpopulation besteht dann aus
Individuen.
Die stationäre Verteilung mit der kleinstmöglichen Gesamtpopulation mit natürlichen Zahlen ist gegeben durch
.

Im vorherigen Aufgabenteil hast du berechnet, dass für jedes
Damit also alle drei Einträge natürliche Zahlen sind, muss insbesondere
d) (1)
Zeigen, dass keine stationäre Verteilung mit 11 Welpen existiert
Hier sollst du nun zeigen, dass in dem neuen Modell mit der Übergangsmatrix
und einer konstanten Gesamtpopulation von
Tieren, keine stationäre Verteilung mit
Welpen möglich ist. Bei einer konstanten Gesamtpopulation von
Tieren und festen Anzahl von
Welpen, ist die Anzahl der Fähen durch
gegeben.
Stelle nun das Gleichungssystem auf, dass sich mit einer stationären Verteilung
ergibt, berechne damit
und
und überprüfe die Bedingungen, die das Modell an
und
stellt.
Die Gleichung
kannst du direkt nach
auflösen:
Es gilt
, somit ist diese Bedingung des Modells erfüllt. Die Gleichung
kannst du direkt nach
auflösen:
Damit gilt
und die Bedingung des Modells an
ist nicht erfüllt. Somit kann in dem neuen Modell keine stationäre Verteilung mit 11 Welpen vorkommen.
(2)
Stationäre Verteilung nachweisen
Die Übergangsmatrix
hat mit den für
und
gegebenen Werten folgende Gestalt:
Zeige nun, dass durch
eine stationäre Verteilung gegeben ist. Berechne dazu das Produkt
. Erhältst du
als Ergebnis, so hast du eine stationäre Verteilung vorliegen.
Also ist
eine stationäre Verteilung der Matrix
.
(3)
Langfristige Entwicklung der Population ermitteln
Hier sollst du die langfristige Entwicklung der neuen Population ermitteln. Bestimme dazu zuerst die aktuelle Verteilung der neuen Population, dann kannst du mit der Matrix
die langfristige Entwicklung dieser Population bestimmen.
Ausgehend von der Verteilung
sterben nun
Welpen, woraufhin
zusätzliche Fähen angeschafft werden. Damit erhältst du als neue Verteilung
:
Die langfristige Entwicklung kannst du nun mit dem Produkt
bestimmen:
Damit entwickelt sich die neue Population langfristig gegen die ursprüngliche Verteilung
.