A1 - Analysis
Die mit über 51 Metern - gute 17 Stockwerke - höchste Wasserrutsche der Welt namens „Verrückt“, die mit Schlauchbooten befahren wird, befindet sich im US-Bundesstaat Kansas.
Der Verlauf der Wasserrutsche soll durch die Graphen von zwei ganzrationalen Funktionen modelliert werden. Der Graph der ersten Funktion
beschreibt den Verlauf des ersten Teils der Wasserrutsche vom Startpunkt
bis zum Punkt
und der Graph der zweiten Funktion
den Verlauf des zweiten Teils vom Punkt
bis zum Punkt
Die
-Achse beschreibt den ebenen Erdboden.
Im Folgenden sind alle Längen und Koordinaten in Meter angegeben.

1
Zunächst soll der Verlauf des zweiten Teils der Wasserrutsche durch eine ganzrationale Funktion modelliert werden.
1.1
Begründe anhand des Graphen, dass die gesuchte ganzrationale Funktion mindestens vierten Grades sein muss.
(2 BE)
1.2
Der Graph der Funktion
verläuft durch die Punkte
und
Die Steigung im Übergangspunkt
beträgt
und im Punkt
geht die Rutsche waagerecht ins Auffangbecken über. Der Steigungswinkel des Graphen an der Stelle
beträgt
Gib einen Ansatz zur Bestimmung einer ganzrationalen Funktion vierten Grades mit den genannten Eigenschaften an und bestimme die Funktionsgleichung.
Im Folgenden soll der Verlauf des zweiten Teils der Wasserrutsche durch den Graphen der Funktion
(5 BE)
1.3
Auf einer Werbetafel für den Freizeitpark soll die maximale Höhe des zweiten Teils der Wasserrutsche angegeben werden.
Ermittle ohne Verwendung des Graphen die maximale Höhe innerhalb des Intervalls
Im weiteren Verlauf der Rutsche interessiert das maximale Gefälle. Bestimme das maximale Gefälle innerhalb des Intervalls
(8 BE)
2
Der Verlauf der Wasserrutsche von
nach
soll aufgrund der hohen Geschwindigkeit, mit der ein Schlauchboot herunterfährt, im Übergangspunkt
sowohl knickfrei als auch krümmungsruckfrei sein und dort auch keinen Sprung aufweisen.
2.1
Um die Bedingung „knickfrei“ einzuhalten, darf die erste Ableitung der Funktion keine Sprungstelle haben.
Erläutere diese Bedingung im Sachzusammenhang und gehe dabei auf mögliche Folgen für den Bewegungsablauf des Schlauchboots an der Übergangsstelle ein.
(3 BE)
2.2
Beschreibe die Eigenschaft „krümmungsruckfrei“ im Übergangspunkt
mathematisch.
(3 BE)
2.3
Zur Modellierung des Verlaufs des ersten Teils der Wasserrutsche von
nach
werden die Graphen der Funktionen
und
mit
und
betrachtet.
Beurteile auf rechnerischer Grundlage, welcher der beiden Graphen zur Modellierung des Verlaufs des ersten Teils der Wasserrutsche für den Übergang im Punkt
besser geeignet ist.
(9 BE)
3
Um die Rutsche für die Besucher bereits von Weitem gut sichtbar zu machen, soll der Bereich unterhalb der gesamten Rutsche zwischen
und
mit einer senkrecht zum Boden verlaufenden Werbefläche versehen werden. Diese Werbefläche soll bis auf eine Höhe von
über dem ebenen Boden herunterreichen.
Bestimme den Flächeninhalt der entstehenden Werbefläche.
(10 BE)
1.1
Der Graph in Abbildung 2 besitzt zwischen dem Punkt
und dem Punkt
drei Stellen, an denen seine Steigung Null ist:
und dem Punkt
zwei Wendestellen.
Aus der notwendigen Bedingung für Wendestellen folgt, dass die zweite Ableitungsfunktion also zwei Nullstellen besitzt. Die zweite Ableitungsfunktion ist somit mindestens eine ganzrationale Funktion zweiten Grades.
Für die Ausgangsfunktion folgt also, dass sie mindestens eine ganzrationale Funktion vierten Grades sein muss, da mit jedem Ableiten ein Grad verloren geht.
- Einen Tiefpunkt an der Stelle
- Einen Hochpunkt an der Stelle
- Einen weiteren Punkt mit waagerechter Tangente an der Stelle
, der entweder ein Tiefpunkt oder ein Sattelpunkt ist.
1.2
Ansatz angeben
Allgemeine Gleichung einer ganzrationalen Funktion vierten Grades:
Aus der Aufgabenstellung ergeben sich folgende Bedingungen:
und
Funktionsgleichung bestimmen
Nach dem Definieren der Funktion
und dem Eingeben des GLeichungssystems in den CAS kann das lineare Gleichungssystem unter Keyboard
Math1 gelöst werden.
Der CAS liefert folgende Werte:
- Der Graph verläuft durch den Punkt
es gilt also:
- Der Graph verläuft durch den Punkt
es gilt also:
- Die Steigung des Graphen im Übergangspunkt
beträgt
es muss also gelten:
- Im Punkt
geht die Rutsche waagerecht ins Auffangbecken über:
- An der Stelle
beträgt der Steigungswinkel

1.3
Die maximale Höhe der Wasserrutsche im Intervall
entspricht dem maximalen Funktionswert von
in diesem Intervall. Im CAS können die ersten beiden Ableitungen von
definiert werden.
Der Graph von
besitzt somit an der Stelle
einen Hochpunkt.
3. Schritt: Funktionswerte vergleichen
Vergleichen mit den Funktionswerten an den Rändern des Intervalls liefert:
beträgt die maximale Höhe somit ca.
Maximales Gefälle bestimmen
Gesucht ist das maximale Gefälle, also der Funktionswert der Wendestelle von
im Intervall
Die dritte Ableitung von
kann hierfür im CAS definiert werden.
3. Schritt: Funktionswerte vergleichen
Vergleichen mit den Randwerten des Intervalls liefert:
somit an der Stelle
mit
Das größte Gefälle im Intervall
beträgt damit ca.
1. Schritt: Notwendige Bedingung für Extremstellen anwenden
Mit dem solve-Befehl des CAS ergibt sich:
Da der Hochpunkt im Intervall
gesucht wird, ist die einzige mögliche Extremstelle
2. Schritt: Hinreichende Bedingung für Extremstellen anwenden

1. Schritt: Notwendige Bedingung für Wendestellen anwenden
Mit dem solve-Befehl des CAS ergibt sich:
Da die Wendestelle im Intervall
liegen soll, ist
die einzige mögliche Stelle.
2. Schritt: Hinreichende Bedingung für Extremstellen anwenden
An der Stelle
besitzt der Graph von
damit eine Wendestelle.

2.1
Die Bedingung „Knickfrei“ bedeutet, dass sich die Steigung der Rutschbahn nicht plötzlich verändert.
Ist dies an der Übergangsstelle nicht der Fall, so kann eine Sprungstelle der ersten Ableitung in zwei Varianten erfolgen:
- Das Gefälle vor dem Übergang kann größer als danach sein. Aufgrund von der schlagartigen Abnahme des Gefälles könnte das Schlauchboot mit der Vorderseite auf der Rutschbahn aufstoßen und abrupt abgebremst werden oder sogar stecken bleiben.
- Das Gefälle vor dem Übergang kann kleiner als danach sein und im Knick dann schlagartig in ein steileres Gefälle übergehen. Hier kann es passieren, dass das Schlauchboot für kurze Zeit den Kontakt zur Rutschbahn verliert und in freien Fall gerät. Beim erneuten Auftreffen könnte es sich dann beispielsweise überschlagen oder seitlich kippen, wobei die Personen in dem Schlauchboot verletzt werden könnten.
2.2
Damit der Übergangspunkt krümmungsruckfrei ist, muss der Graph der Funktion
dieselbe Krümmung wie der Graph der Funktion
besitzen, welche durch die zweite Abbildung der Funktionen beschrieben wird. Es muss also
gelten.
2.3
Die beiden Funktionen müssen im Punkt
auf Sprungfreiheit, Knickfreiheit und Krümmungsruckfreiheit zum Graphen von
geprüft werden.
Mit dem CAS ergibt sich:
Bei beiden Funktionen stimmen sowohl Funktionswert als auch der Wert der ersten Ableitungsfunktion näherungsweise mit den Werten von
überein. Die Graphen beider Funktionen verlaufen somit sprung- und knickfrei.
Der Wert der zweiten Ableitung weicht bei
im Gegensatz zu
deutlich von
ab. Die Krümmungsruckfreiheit ist für
folglich nicht gegeben, was im Punkt
zu einer abrupten Krümmungsänderung und somit zu einer schlagartigen Beschleunigung bzw. zu schlagartigem Abbremsen führen würde.
Die Funktion
ist somit besser zur Modellierung geeignet als die Funktion
3

Hilfsskizze
