Aufgabe 3
Aufgabenstellung
Für jede positive reelle Zahl
sind eine Funktion
mit der Gleichung
,
, und eine Funktion
mit der Gleichung
,
, gegeben.
Die Graphen von
und
sind in der Abbildung 1 dargestellt.
Abbildung 1
Es sei nun
eine beliebige positive reelle Zahl.
Abbildung 1
Die Graphen von

a) (1) Ermittle das Intervall auf der
-Achse, für das der Graph der Funktion
unterhalb der
-Achse verläuft.
[Zur Kontrolle: Das gesuchte Intervall ist
.]
[Zur Kontrolle: Das gesuchte Intervall ist
(5P)
(2) Zeige: Es gilt
für alle
.
(5P)
(3) Bestimme die Stellen, an denen die Funktion
ein lokales Maximum bzw. Minimum besitzt.
(6P)
b) (1) Bestimme dasjenige
, für das die Funktion
genau eine Nullstelle hat.
(5P)
(2) Berechne die zugehörige Nullstelle.
(3P)
c) Betrachte nun die Funktion
mit der Gleichung
,
, und die Funktion
mit der Gleichung
,
.
(1) Ermittle mit Hilfe eines Integrationsverfahrens eine Stammfunktion der Funktion
.
[Zur Kontrolle: Zum Beispiel ist die Funktion
mit der Gleichung
eine Stammfunktion von
.]
[Zur Kontrolle: Zum Beispiel ist die Funktion
(6P)
(2) Berechne in Abhängigkeit von
den Inhalt
der Fläche, die von den Graphen der Funktionen
und
eingeschlossen wird.
[Zur Kontrolle:
]
[Zur Kontrolle:
(6P)
d) Für
erhält man die Funktion
mit der Gleichung
,
.
(1) Ermittle mit Hilfe von c) (1) eine Stammfunktion der Funktion
.
[Zur Kontrolle: Zum Beispiel ist die Funktion
mit der Gleichung
eine Stammfunktion von
.]
[Zur Kontrolle: Zum Beispiel ist die Funktion
(4P)
(2) Berechne den Inhalt der Fläche, die von dem Graphen der Funktion
und der
-Achse eingeschlossen wird.
[Zur Kontrolle: Der gesuchte Flächeninhalt beträgt ungefähr
[FE]]
[Zur Kontrolle: Der gesuchte Flächeninhalt beträgt ungefähr
(6P)
(3) In der Abbildung 2 ist die Fläche eingefärbt, die von den Graphen der Funktionen
und
eingeschlossen wird.
Die
-Achse teilt diese Fläche.
Berechne das Verhältnis der größeren zur kleineren Teilfläche.
Die
Berechne das Verhältnis der größeren zur kleineren Teilfläche.
(4P)

a)(1)
Gesuchtes Intervall ermitteln
Anhand von Abbildung 1 erkennst du, dass der Graph von
eine nach oben geöffnete Parabel ist. Da der Koeffizient von
unabhängig von
ist, ist auch
eine nach oben geöffnete Parabel. Somit musst du noch die Nullstellen der Funktionsgleichung von
bestimmen, welche dir die Grenzen des gesuchten Intervalls liefern.
Setze den Funktionsterm von
gleich Null, um mögliche Nullstellen zu ermitteln:
Hier kannst du entweder die PQ-Formel oder die Mitternachtsformel verwenden, um die Nullstellen zu bestimmen.
Lösungsweg A: PQ-Formel
Du kannst
und
direkt ablesen. Damit erhältst du die Nullstellen:
Die Nullstellen der Funktion
sind also
und
.
Lösungsweg B: Mitternachtsformel
Du kannst die Mitternachtsformel hier direkt anwenden, wobei
,
und
:
Die Nullstellen der Funktion
sind also
und
.
Da die Nullstellen nicht mehr im gesuchten Intervall
liegen (der Graph soll unterhalb der
-Achse liegen), folgt für
:
.
a)(2)
Gleichung für
zeigen
Leite
mit Hilfe der Produktregel ab und forme um, damit du die gesuchte Form von
erhältst.
Damit hast du die Behauptung gezeigt.
a)(3)
Lokale Extremstellen von
bestimmen
Gesucht sind die Extremstellen der Funktion
. Um eine Extremstelle
einer Funktion
zu bestimmen, musst du Folgendes überprüfen:
aus den beiden vorangegangenen Aufgabenteilen.
1. Schritt: Notwendige Bedingung überprüfen
Setze den Funktionsterm der
Ableitung
gleich Null, um mögliche Nullstellen zu bestimmen.
hast du dabei schon im Aufgabenteil (2) bestimmt.
Der Satz vom Nullprodukt liefert dir nun, dass das Produkt genau dann gleich Null ist, wenn einer der beiden Faktoren gleich Null ist. Da
ist, betrachte nur noch
:
Aus dem Aufgabenteil (1) kennst du die Nullstellen von
bereits:
und
.
2. Schritt: 2. Ableitung von
ermitteln
Die Funktionsgleichung von
ist
. Mit der Produktregel erhältst du:
3. Schritt: Hinreichende Bedingung überprüfen
Überprüfe nun das Vorzeichen von
an den gefundenen Nullstellen
und
. Daraus kannst du die Art der Extremstelle folgern.
Damit hat die Funktion an der Stelle
ein lokales Maximum und an der Stelle
ein lokales Minimum.
- Notwendige Bedingung:
- Hinreichende Bedingung:
Hochpunkt des Graphen von
an der Stelle
.
Tiefpunkt des Graphen von
an der Stelle
- Oder: Vorzeichen-Wechsel der ersten Ableitung:
Wert der ersten Ableitung vonvor der Stelle
positiv und nach
negativ
Hochpunkt des Graphen.
Wert der ersten Ableitung vonvor der Stelle
negativ und nach
positiv
Tiefpunkt des Graphen.
b)(1)
Gesuchtes
ermitteln
Du sollst das
ermitteln, für das
genau eine Nullstelle hat. Bestimme dazu mit dem Satz vom Nullprodukt die Form einer Nullstelle von
. Nutze auch die PQ-Formel oder die Mitternachtsformel. Damit die Nullstelle eindeutig ist, muss die Diskriminante der Nullstelle gleich Null sein.
1. Schritt: Nullstellen von
bestimmen
Die Funktionsgleichung von
lautet:
.
Da
ist, liefert dir der Satz vom Nullprodukt, dass du noch
betrachten musst:
Hier kannst du entweder die PQ-Formel oder die Mitternachtsformel verwenden, um die Nullstellen zu bestimmen.
Lösungsweg A: PQ-Formel
Du kannst
und
direkt ablesen. Damit erhältst du die Nullstellen:
Die Nullstellen der Funktion
sind also
und
.
Lösungsweg B: Mitternachtsformel
Du kannst die Mitternachtsformel hier direkt anwenden, wobei
,
und
:
Die Nullstellen der Funktion
sind also
und
.
2. Schritt:
bestimmen
Damit die Nullstelle nun eindeutig ist, musst du das
bestimmen, für das der Wurzelterm der Nullstelle gleich Null ist:
Da in der Aufgabenstellung
gefordert ist, erhältst du:
Für
besitzt
genau eine Nullstelle.
b)(2)
Berechnen der zugehörigen Nullstelle
Du kennst aus dem vorigen Aufgabenteil bereits die Form einer Nullstelle von
in Abhängigkeit von
. Setze nun das ermittelte
ein, um die gesuchte Nullstelle zu berechnen.
Die zugehörige Nullstelle lautet
.
c)(1)
Stammfunktion von
ermitteln
Der Funktionsterm von
ist ein Produkt. Wähle also die partielle Integration als Integrationsverfahren. Dabei gilt:
Fasse als
diejenige Funktion auf, die leicht zu integrieren ist und als
die Funktion, die beim Ableiten vereinfacht wird:
Einsetzen ergibt:
Berechne nun das neu erhaltene Integral ebenfalls mit der partiellen Integration:
Einsetzen ergibt:
Für
ist
eine Stammfunktion von
. Damit kannst du eine Stammfunktion von
berechnen:
Somit ist
eine Stammfunktion von
.
c)(2)
Flächeninhalt
berechnen
Du sollst den Flächeninhalt
der Fläche, die von den Graphen der Funktionen
und
eingeschlossen wird, berechnen.
mit den Schnittstellen der beiden Funktionen als Grenzen liefert dir
:
1. Schritt: Integrationsgrenzen bestimmen
Setze die Funktionsterme von
und
gleich, um die Schnittstellen der beiden Funktionen zu erhalten:
Da
, kannst du hier durch
teilen:
Der Satz vom Nullprodukt liefert die beiden Nullstellen
und
.
Somit lautet die untere Integrationsgrenze
und die obere
.
2. Schritt:
berechnen
Mit dem Hauptsatz der Integralrechnung ergibt sich:
Der gesuchte Flächeninhalt beträgt
.
- Nutze dazu die Funktion
, die in der Aufgabenstellung als Differenz von
und
definiert wird.
- Eine Stammfunktion
hast du bereits im ersten Aufgabenteil berechnet.
- Die Grenzen der eingeschlossenen Fläche erhältst du, indem du die beiden Stellen
und
, an denen sich die Funktionen schneiden, berechnest.
d)(1)
Stammfunktion von
ermitteln
Du sollst eine Stammfunktion von
mit Hilfe der Aufgabe c)(1) ermitteln. Du kennst bereits eine Stammfunktion von
und kannst eine Stammfunktion von
berechnen. In der Aufgabenstellung von c) hast du Folgendes gegeben:
Forme dies nach
um und setze
ein:
Für eine Stammfunktion von
gilt:
Für
ist
eine Stammfunktion von
.
Mit dem Hauptsatz der Integralrechnung und der Linearität des Integrals ergibt sich:
Also ist
eine Stammfunktion von
.
d)(2)
Gesuchten Flächeninhalt berechnen
Der Flächeninhalt, der vom Graphen von
und der
-Achse eingeschlossen wird, ist gesucht.
mit den Nullstellen von
als Integrationsgrenzen liefert dir also den Flächeninhalt der eingeschlossenen Fläche.
1. Schritt: Integrationsgrenzen bestimmen
Aus der Lösung von Aufgabe b)(1) erhältst du die Nullstellen von
:
Die Nullstellen der Funktion
sind
und
.
Einsetzen von
ergibt:
und
Damit sind
und
die Integrationsgrenzen.
2. Schritt: Eingeschlossene Fläche berechnen
Mit dem Hauptsatz der Integralrechnung folgt:
Also beträgt der Inhalt der zwischen
-Achse und dem Graphen der Funktion
eingeschlossenen Fläche ca.
Flächeneinheiten.
d)(3)
Verhältnis von größeren zur kleineren Teilfläche berechnen
Um das Verhältnis der beiden Flächen zueinander zu berechnen, benötigst du den Inhalt der beiden Flächen:
in
ein, um die gesamte schraffierte Fläche zu berechnen:
Damit ergibt sich für den Flächeninhalt der größeren Fläche:
Das Verhältnis von größeren zur kleineren Teilfläche beträgt also:
Die größere Fläche ist demnach etwa viermal so groß wie die kleinere Teilfläche.
- Das Integral einer Funktion gibt dir die Fläche zwischen
-Achse und dem Graphen der Funktion an. Integriere also über
.
- Im ersten Aufgabenteil hast du bereits eine Stammfunktion
von
berechnet.
- Da die Schnittpunkte von
und der
-Achse gerade die Nullstellen der Funktion
sind, liefern diese die Integrationsgrenzen.
- Die Nullstellen von
hast du bereits in der Aufgabe b)(1) berechnet, somit musst du noch
einsetzen.
- Den Inhalt der kleineren Fläche, also von der
-Achse und dem Graphen von
eingeschlossenen Fläche hast du im zweiten Aufgabenteil berechnet, dieser beträgt
Flächeneinheiten.
- Den Inhalt der gesamten schraffierten Fläche erhältst du durch einsetzen von
in
aus der Aufgabe c)(2).
- Der Inhalt der größeren Fläche ergibt sich damit aus der Subtraktion der kleineren Fläche von der gesamten Fläche.