Aufgabe 5
Die Entwicklung der Population einer bestimmten Seevogelart in einem festgelegten Beobachtungsgebiet wird durch folgende Modellannahmen beschrieben:
Die Überlebensrate der Vögel in den ersten beiden Lebensjahren wird jeweils mit 0,6 angenommen, in den späteren Lebensjahren mit 0,8. Die erste Brut findet im 3. Lebensjahr statt, der Bruterfolg wird mit 0,5 Jungvögeln pro Elternvogel und Jahr angenommen.
Die Vögel werden in drei Altersgruppen eingeteilt, deren Anzahlen
Anzahl der Jungvögel im 1. Lebensjahr (Altersgruppe 1)
Anzahl der Vögel im 2. Lebensjahr (Altersgruppe 2)
Anzahl der Altvögel, die älter als 2 Jahre sind (Altersgruppe 3)
durch jährliche Zählungen ermittelt und jeweils zu einer Verteilung 1
zusammengefasst werden. Die Matrix
beschreibt dieses Modell.
Die Vögel werden in drei Altersgruppen eingeteilt, deren Anzahlen
1 Verteilungsvektoren werden der Einfachheit halber im Folgenden kurz „Verteilung“ genannt.
a)
Die aktuelle Zählung ergibt
,
,
.
- Berechnen Sie, ausgehend von diesen Zahlen, die Verteilung der Vögel nach einem Jahr und nach zwei Jahren.
- Bestimmen Sie die Verteilung der Vögel, die sich aus dem Modell für das Vorjahr ergäbe.
- Fünf Elemente der Matrix L haben den Wert Null.
Erklären Sie für jedes dieser Elemente aus dem Sachzusammenhang heraus, warum es den Wert Null hat.
(5P + 5P + 5P)
b)
- Sei
die Verteilung in einem beliebigen Jahr und
die Verteilung zwei Jahre danach.
Zeigen Sie:.
Begründen Sie nun: Schon ab dem 1. Jahr nach der aktuellen Zählung aus a) ist die Anzahl der Vögel der Altersgruppe 1 stets größer oder gleich der Anzahl der Vögel der Altersgruppe 2. - Untersuchen Sie, ob es eine von
verschiedene stationäre Verteilung gibt.
- Wenn sich die Population sehr lange nach dem durch die Matrix L beschriebenen Modell entwickelt, wird sie sich pro Jahr näherungsweise um einen festen Prozentsatz p verkleinern. Nach 20 Jahren wird sie noch aus insgesamt 17.870 Vögeln, nach weiteren 10 Jahren aus 15.422 Vögeln bestehen.
Berechnen Sie anhand dieser Angaben einen Näherungswert für den Prozentsatz p. - Durch Schutzmaßnahmen könnte - bei sonst gleichbleibenden Entwicklungsbedingungen - der Bruterfolg gegenüber der bisherigen Quote von 0,5 Jungvögeln pro Elternvogel und Jahr erhöht werden.
Ermitteln Sie, wie groß die Quote a des Bruterfolgs sein müsste, damit sich langfristig eine stationäre Verteilungeinstellen würde, und berechnen Sie den Anteil der 3 Altersgruppen an der Gesamtzahl der Vögel einer solchen stationären Verteilung.
[ Zur Kontrolle:]
(7P + 5P + 4P + 7P)
c)
Es wird vorgeschlagen, bei der Entwicklung der gegebenen Population von Seevögeln bei sonst identischen Modellannahmen vier Altersgruppen zu unterscheiden, deren Anzahlen ebenfalls bei jährlichen Zählungen ermittelt werden:
Anzahl der Jungvögel im 1. Lebensjahr (Altersgruppe 1)
Anzahl der Vögel im 2. Lebensjahr (Altersgruppe 2)
Anzahl der Vögel im 3. Lebensjahr (Altersgruppe 3)
Anzahl der Altvögel, die älter als 3 Jahre sind (Altersgruppe 4).
Geben Sie eine
an, die diesem Modellierungsansatz entspricht.
(5P)\
d)
Die Entwicklung einer Population einer anderen Vogelart ist durch den folgenden Übergangsgraphen gegeben, wobei sich die Übergangsquoten wieder auf ein Jahr beziehen.

- Geben Sie dazu eine Übergangsmatrix M an.
- Beschreiben Sie anhand des Übergangsgraphen, nach welchen Modellannahmen die Entwicklung der Population dieser anderen Vogelart im Vergleich zur bisher betrachteten Seevogelart abläuft.
(3P + 4P)
a)(1)
Verteilung der Vögel nach einem und zwei Jahren berechnen
Deine Aufgabe ist es hier, die Verteilung der Vögel nach einem und nach zwei Jahren zu berechnen, wobei dir die aktuelle Verteilung gegeben ist mit:
Die Übergangsmatrix ist dir ebenfalls gegeben mit
Hierbei bietet sich die folgende Formel an, um die Verteilung zum Zeitpunkt
zu berechnen:
Dort kannst du nun
,
für
und
bzw
einsetzen und erhältst so die Verteilung der Vögel nach ein bzw. zwei Jahren.
Dabei kannst du deinen GTR zu Hilfe nehmen oder auch handschriftlich rechnen.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Hierbei kannst du zunächst die Verteilung nach einem Jahr berechnen und diese zur Berechnung der Verteilung im zweiten Jahr wieder verwenden:
Nach einem Jahr sind
Jungvögel,
Vögel im 2. Lebensjahr und
Altvögel vorhanden.
Nun kennst du
und kannst damit
berechnen:
Nach zwei Jahren sind
Jungvögel,
Vögel im zweiten Lebensjahr und
Altvögel vorhanden.
Lösungsweg B: GTR
Mit dem GTR kannst du hier am besten arbeiten, indem du zunächst die Übergangsmatrix
unter der Bezeichnung
speicherst. Dies kannst du im Rechenmenü tun. Wähle dazu 2ND
x
(MATRIX)
EDIT und wähle die Bezeichnung
aus. Anschließend musst du zunächst die Dimension der Matrix (3 x 3) und anschließend die Matrixeinträge eingeben. Verlasse das Matrixmenü anschließend wieder. Das gleiche kannst du mit dem Verteilungsvektor
tun und ihn unter
abspeichern. Dieser hat die Dimension 3 x 1.
Dann kannst du anschließend
berechnen, indem du die Matrix bzw. den Vektor wieder aufrufst. Unter
2ND
x
(MATRIX)
NAMES
Nach einem Jahr sind
Jungvögel,
Vögel im 2. Lebensjahr und
Altvögel vorhanden.
Genauso kannst du nun auch die Verteilung nach zwei Jahren berechnen, indem du den Verteilungsvektor
als C speicherst:
Nach zwei Jahren sind
Jungvögel,
Vögel im zweiten Lebensjahr und
Altvögel vorhanden.
a) (2)
Verteilung für das Vorjahr berechnen
Nun sollst du die Verteilung für das Vorjahr berechnen. Also die Anzahl der verschiedenen Altersgruppen der Vögel zum Zeitpunkt
. Hier kannst du wieder die Formel von oben anwenden, und zwar kennst du in diesem Fall den Verteilungsvektor
und die Übergangsmatrix
und du suchst den Verteilungsvektor
,
das heißt die Verteilung, sodass daraus ein Jahr später die Verteilung
entsteht.
Insgesamt suchst du also den Verteilungsvektor
, der die folgende Gleichung erfüllt:
Setzt du dort die Informationen ein, so kannst du aus dieser Gleichung ein lineares Gleichungssystem in Abhängigkeit von
,
und
gewinnen, welches du anschließend entweder mit dem GTR oder per Hand lösen kannst.
1. Schritt: Lineares Gleichungssystem aufstellen
Setzt du
und
in die Gleichung ein, so erhältst du folgende Gleichung:
Dort kannst du nun jede „Zeile“ einzeln ablesen. Dann erhältst du das folgende lineare Gleichungssystem:
2. Schritt: Gleichungssystem lösen
Hier hast du auch wieder zwei Möglichkeiten, entweder du löst das LGS mit Hilfe des GTR oder handschriftlich.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Du kannst schnell erkennen, dass die erste und zweite Gleichung des LGS jeweils von nur einer Variablen abhängen. Außerdem weißt du, dass du aus einer Gleichung mit einer Variablen die Lösung für die Variablen direkt bestimmen kannst.
Du kannst hier also wie folgt vorgehen:
Aus der zweiten Gleichung erhältst du:
Setzt du dies nun in (3) ein, so kannst du nach
auflösen:
Aus dem Modell ergäbe sich die folgende Verteilung für das Vorjahr:
Es waren ca. 6.667 Jungvögel, 19.667 Vögel im 2. Lebensjahr und 4.000 Altvögel vorhanden.
Lösungsweg B: GTR
Mit dem GTR kannst du das LGS lösen, indem du die Koeffizienten als Einträge einer Matrix auffasst. Es ergibt sich die folgende Matrix:
Diese kannst du wie zuvor zunächst eingeben und abspeichern. Verlasse das Matrixmenü anschließend wieder.
Dann kannst du die Matrix
mit dem rref-Befehl so umformen, dass sie dir die Lösungen anzeigt. Den Befehl findest du unter
Rufe dazu die Matrix
in der Klammer hinter dem Befehl wieder so auf wie zuvor.
Bestätigst du anschließend mit ENTER, so erhältst du die folgende Matrix als Ergebnis:
Daraus kannst du die Ergebnisse ablesen und erhältst:
,
,
Aus dem Modell ergäbe sich die folgende Verteilung für das Vorjahr:
Es waren ca. 6.667 Jungvögel, 19.667 Vögel im 2. Lebensjahr und 4.000 Altvögel vorhanden.
a) (3)
Nullwerte der Matrix erklären
In diesem Aufgabenteil, sollst du für jedes Element der Matrix
, das den Wert Null hat, erklären, warum es eben diesen Wert hat. Am besten kannst du dabei schrittweise für jedes Element einzeln vorgehen.
Die folgenden Elemente der Matrix
haben den Wert Null:
gibt dabei den Anteil der Vögel an, die im nächsten Jahr von Altersgruppe
in Altersgruppe
übergehen. Bei den Altvögeln bedeutet
beispielsweise, dass jeder Altvogel im Schnitt pro Jahr
Nachkommen hat.
Erklärung für
Das erste Element
beschreibt den Anteil der Vögel, die nach einem Jahr vom Stadium
immer noch im Stadium
bleiben. Da
aber das Stadium der Vögel im ersten Lebensjahr bezeichnet, ist dieser Wert Null, weil ein Vogel nicht zwei Jahre hintereinander im 1. Lebensjahr sein kann.
Erklärung für
beschreibt den Anteil der Vögel, die von der Altersgruppe
in die Altersgruppe
übergehen. Für einen solchen Übergang müsste folgendes passieren:
hat aus ähnlichen Gründen den Wert Null, wie
. Nach einem Jahr ist jeder Vogel entweder ein Jahr älter oder gestorben. Ist er vorher in Altersgruppe
, also im zweiten Lebensjahr, so kann er im nächsten Jahr nicht noch einmal in Altergruppe
sein. Daher hat
den Wert Null.
Erklärung für
Hierbei verläuft die Erklärung analog zu
.
beschreibt den Anteil der Vögel, die von Altersgruppe
nach einem Jahr zurück in Altersgruppe
übergeht. Dies würde aber bedeuten, dass ein Vogel vom dritten Lebensjahr, ein Jahr später im 2. Lebensjahr wäre. Dies ist unmöglich. Nachkommen, die nach einem Jahr bereits das zweite Lebensjahr erreicht haben, kann ein Altvogel auch nicht produzieren. Daher hat
den Wert Null.
Erklärung für
beschreibt den Anteil der Vögel aus Altersgruppe
, die nach einem Jahr Altersgruppe
angehören. Da dies aber bedeuten würde, dass ein Vogel das zweite Lebensjahr überspringen würde, ist dies unmöglich. Daher ist
.
|
Dabei kannst du deinen GTR zu Hilfe nehmen oder auch handschriftlich rechnen.

2ND


Insgesamt suchst du also den Verteilungsvektor
- Löse (1) nach
und bestimme so die Lösung für
- Löse (2) nach
und bestimme so die Lösung für
- Setze die Lösungen aus den ersten beiden Schritten in (3) ein und bestimme die Lösung für
durch Umformen von (3)
2ND |
Bestätigst du anschließend mit ENTER, so erhältst du die folgende Matrix als Ergebnis:

- Ein Vogel, der im zweiten Lebensjahr ist, ist ein Jahr später wieder im ersten Lebensjahr oder
- Ein Vogel im zweiten Lebensjahr zeugt Nachkommen
b)(1)
Zeigen, dass
gilt
In dieser Aufgabe sind dir drei Verteilungen gegeben.
ist dabei die Verteilung in einem beliebigen Jahr. Die Verteilungen der beiden darauffolgenden Jahre sind dann gegeben durch:
Du sollst nun zeigen, dass
gilt.
Dazu kannst du den Vektor
„ausrechnen“. Stelle also
,
und
jeweils in Abhängigkeit von
,
und
dar. Dann kannst du
und
gegenüberstellen.
Dabei kannst du entweder zuerst
,
und
„berechnen“ , indem du diese in Abhängigkeit von
,
und
darstellst, und anschließend mit der Formel
berechnen oder du berechnest
über die Formel
.
Lösungsweg A: Berechnung von
über
Berechnest du zu erst
, so ergibt sich:
Damit ist:
,
,
Dies kannst du nun in die Berechnung von
einsetzen und erhältst:
Demnach ist also
,
und
. Da
,
und
immer größer oder gleich Null sind (es kann keine negativen Anzahlen an Vögeln geben), ist in jedem Fall:
Damit ist die Behauptung bewiesen.
Lösungsweg B: Berechnung von
mit
Berechnest du
mit Hilfe folgender Formel,
so kannst du sehen, dass du hierfür zuerst die Matrix
quadrieren musst.
Für diese Nebenrechnung gibt es wieder zwei Möglichkeiten: Du kannst
handschriftlich oder auch mit dem GTR berechnen.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Berechnest du
handschriftlich, so musst du eine Matrix-Matrix-Multiplikation ausführen:
Lösungsweg B: GTR
kannst du wie in Aufgabenteil a) mit dem GTR berechnen. Dann erhältst du das Ergebnis:
Nun kannst du
berechnen:
Damit ist also
,
und
. Da
,
und
immer größer oder gleich Null sind (es kann keine negativen Anzahlen an Vögeln geben), ist in jedem Fall:
Damit ist die Behauptung bewiesen.
Begründen, warum die Behauptung schon ab dem ersten Jahr gilt
Oben hast du gezeigt, dass, unabhängig von der Startverteilung, nach zwei Jahren immer
gilt. Das bedeutet, du hast gezeigt, dass nach zwei Jahren, unabhängig von der Anfangspopulation, mindestens so viele Vögel der Altersgruppe 1 vorhanden sind wie in der Altersgruppe 2.
Daher gilt dies auch für die Verteilung im Vorjahr, die du in Aufgabenteil a) (2) berechnet hast. Betrachtest du diese Verteilung als Startverteilung
, so entspricht die Verteilung der aktuellen Zählung
und die Verteilung ein Jahr nach der aktuellen Zählung
aus dem obigen Beweis. Daher sind im ersten Jahr nach der aktuellen Zählung mindestens so viele Vögel in Altersgruppe 1 wie in Altersgruppe 2 vorhanden.
Setzt man dann die aktuelle Verteilung als
, so erhält man de Behauptung für die Verteilung zwei Jahre nach der aktuellen Zählung usw. Aus diesem Grund sind ab dem ersten Jahr nach der aktuellen Verteilung immer mindestens so viele Vögel in Altersgruppe 1 wie in Altersgruppe 2 vorhanden.
b) (2)
Auf stationäre Verteilungen untersuchen
Hier ist es deine Aufgabe, zu untersuchen, ob es eine von
verschiedene stationäre Verteilung gibt. Eine stationäre Verteilung ist eine Verteilung
, sodass
usw. gilt. Das bedeutet,
muss die folgende Gleichung erfüllen:
Aus dieser Gleichung ergibt sich mit
wieder ein lineares Gleichungssystem in Abhängigkeit von
,
und
. Dieses kannst du dann wieder mit dem GTR oder auch handschriftlich lösen.
1. Schritt: Lineares Gleichungssystem aufstellen
Das lineare Gleichungssystem kannst du wieder wie in Aufgabenteil a) (2) aufstellen, indem du die Matrix und den Vektor miteinander multiplizierst und anschließend jede „Zeile“ einzeln abliest:
Daraus ergibt sich dann das folgende LGS:
2. Schritt: Gleichungssystem lösen
Das LGS kannst du nun handschriftlich oder mit dem GTR lösen.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Hier kannst du mit dem Einsetzungsverfahren arbeiten. Wie du siehst, hast du
in Abhängigkeit von
dargestellt und
in Abhängigkeit von
. Setzt du nun
in (2) ein, so erhältst du
ebenfalls in Abhängigkeit von
. Dann kannst du diese Darstellungsweisen von
und
in (3) einsetzen, die dann nur noch von
abhängt. So kannst du eine Lösung für
bestimmen und anschließend die Lösungen für
und
.
Setzt du nun
und
in (3) ein, so erhältst du:
Mit
ergibt sich für
und
:
Damit wäre also
, was der Voraussetzung widerspricht.
Es existiert keine stationäre Verteilung außer
.
Lösungsweg B: GTR
Um das LGS wie zuvor mit dem GTR zu lösen, musst du zunächst alle
auf eine Seite bringen. Dann wird aus
Fasst du nun die Koeffizienten wieder als Einträge einer Matrix auf und wendest auf diese Matrix den rref-Befehl (diesen kennst du bereits aus Aufgabenteil a) ) des GTR an, so erhältst du:
Damit existiert keine stationäre Verteilung außer
.
b) (3)
Prozentsatz berechnen
Nun sollst du den Prozentsatz
näherungsweise berechnen, um den sich die Gesamtpopulation der Vögel jährlich verkleinert. Du hast dazu die Gesamtpopulation
zu zwei Zeitpunkten
und
gegeben:
Wenn sich die Gesamtpopulation
innerhalb eines Jahres um den Prozentsatz
verkleinert, so bleibt ein Anteil von
der Population erhalten. Also gilt aufgrund der Regeln der Prozentrechnung:
Du kennst nun aber nicht zwei Werte, die nur ein Jahr auseinander liegen, sondern zwei Werte, die 10 Jahre auseinander liegen. Du suchst also eine Formel für
in Abhängigkeit von
. Aus der obigen Formel kannst du solch eine Formel herleiten und anschließend mit Hilfe der gegebenen Werte eine Gleichung in Abhängigkeit von
aufstellen und so anschließend
berechnen.
1. Schritt: Formel aufstellen
Du weißt, dass
gilt. Das gleiche kannst du auch für
formulieren:
Dort kannst du nun wieder die Formel für
einsetzen und erhältst:
Du kannst folgendes erkennen: Setzt du dies immer weiter fort, bis du
erhältst so kommt jedes mal einmal der Faktor
hinzu:
2. Schritt: Gleichung aufstellen und lösen
Setzt du nun die beiden Werte in die Formel ein, so erhältst du die folgende Gleichung:
Diese Gleichung kannst du nun entweder handschriftlich oder auch mit Hilfe des GTR lösen.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Die Gesamtpopulation der Seevögel reduziert sich jährlich um einen Prozentsatz von
.
Lösungsweg B: GTR
Mit dem GTR kannst du die Gleichung lösen, indem du diese in ein Nullstellenproblem umformst:
Den rechten Teil der Gleichung kannst du nun als Funktionsterm einer Funktion
in Abhängigkeit von
auffassen. Bestimmst du mit Hilfe des Graph-Menüs des GTR nun wie zuvor die Nullstellen der Funktion
, so erhältst du die Lösung:
.
Die Gesamtpopulation der Seevögel reduziert sich jährlich um einen Prozentsatz von
.
b) (4)
Erforderliche Quote des Bruterfolgs berechnen
Im vorigen Aufgabenteil hast du gezeigt, dass mit der bisherigen Quote des Bruterfolgs, keine stationäre Verteilung existiert, die von
verschieden ist. Hier sollst du nun eine neue Quote
für den Bruterfolg berechnen, sodass es eine stationäre Verteilung
geben kann.
In der Matrix
wird also
durch
ersetzt. Damit ergibt sich die neue Übergangsmatrix:
Damit
stationär ist, muss gelten:
Aus dieser Gleichung ergibt sich ein lineares Gleichungssystem aus vier Unbekannten und drei Gleichungen. Weil hier mehr Unbekannte als Gleichungen vorhanden sind, kannst du dieses LGS lösen, indem du eine der Variablen als
festlegst und dann alle Unbekannten in Abhängigkeit von
darstellst. Hierzu kannst du beispielsweise
wählen. Da du eine Aussage über
erhalten möchtest, wäre es nicht sehr sinnvoll dieses als
festzulegen.
1. Schritt: Gleichungssystem aufstellen
Wenn du die obige Gleichung ausmultiplizierst, erhältst du:
Liest du daraus nun wieder jede „Zeile “ einzeln ab, so erhältst du folgendes lineares Gleichungssystem:
2. Schritt: Gleichungssystem lösen
Wie oben beschrieben, kannst du nun beispielsweise
setzen und die anderen Variablen durch Einsetzen in Abhängigkeit von t darstellen. Anschließend musst du noch überprüfen, ob die dritte Gleichung (3) so ebenfalls erfüllt ist, indem du dort die neue Darstellung von
und
einsetzt. Setzt du also nun
und ersetzt dies überall im LGS, so erhältst du:
Nun kannst du
in (2) einsetzen, so erhältst du eine Darstellung von
in Abhängigkeit von
:
Da
=
aber auch gleichzeitig noch die Originalgleichung (3)
=
erfüllt sein müssen, muss auch
=
gelten. Hiermit kannst du nun prüfen, ob es überhaupt eine stationäre Verteilung geben kann und gegebenenfalls
berechnen:
Mit
kann es eine stationäre Verteilung
geben.
Anteile der Altersgruppen an der Gesamtzahl berechnen
Oben hast du die stationäre Verteilung
in Abhängigkeit von
und
dargestellt.
hast du berechnet. Nun kannst du
in Abhängigkeit von
darstellen und anschließend zuerst die Gesamtzahl
der Vögel berechnen. Dann kannst du mit der Formel
den Anteil
der Altersgruppe
an der Gesamtzahl der Vögel berechnen.
Mit
ergibt sich
mit den vorigen Ergebnissen als:
Die Gesamtpopulation ergibt sich dann als die Summe der Anzahl der Vögel jeder Altersgruppe:
Damit kannst du nun die Anteile der einzelnen Altersgruppen berechnen:
Die prozentualen Anteile der einzelnen Altersgruppen ergeben sich für die stationären Verteilungen
mit:
|

|
Es existiert keine stationäre Verteilung außer

|

|
|
- Altersgruppe 1:
- Altersgruppe 2:
- Altersgruppe 3:
c)
Matrix
angeben
In diesem Aufgabenteil sollst du eine neue Matrix
der Dimension
angeben. Diese Matrix soll den Modellierungsansatz beschreiben, bei dem die Population der Seevögel in vier statt drei Altersgruppen eingeteilt wird. Die übrigen Modellannahmen, wie z.B. Überlebensquoten und Bruterfolg sollen erhalten bleiben.
Der Aufgabenstellung kannst du entnehmen, dass die Altersgruppe der Altvögel sozusagen noch einmal aufgeteilt wird. Es wird also zwischen die Altersgruppen 2 und 3 eine zusätzliche Altersgruppe „eingeschoben\grqq. Die Altersgruppen 1 und 2 bleiben also so erhalten, die Altersgruppe 3 beschreibt nun die Vögel im 3. Lebensjahr und die Altersgruppe 4 beschreibt nun die Altvögel, also alle Vögel, die älter als 3 Jahre sind.
Du musst nun also die Übergangsmatrix
dahingehend modifizieren, dass eine Spalte und eine Zeile für die neue Altersgruppe eingefügt wird. Anschließend musst du noch die übrigen Einträge anpassen.
Da die neue Altersgruppe zwischen der ehemals 2. und 3. Altersgruppe „eingeschoben“ wird, muss diese neue Zeile also zwischen der 2. und dritten Zeile von
und die neue Spalte zwischen die 2. und 3. Spalte von
eingefügt werden.
Damit ergibt sich eine vorläufige Version für
:
Nun kannst du aus den vorigen Aufgaben ableiten, dass ein Vogel nicht plötzlich jünger werden kann und auch nicht ein Jahr später immer noch genauso alt sein kann wie im Jahr zuvor. Ein Vogel in Altersgruppe 3 muss also in Altersgruppe 4 übergehen oder sterben. Er kann sich aber bereits fortpflanzen und hat dabei den gleichen Bruterfolg wie die Altvögel. Daher sind alle Elemente der dritten Spalte von
bis auf
Null und
.
Das letzte Element der dritten Spalte
entspricht der Überlebensrate eines Vogels in Altersgruppe 3. Da die Modellannahmen, bis auf die Einteilung der Altersgruppen gleich bleiben sollen, haben Vögel in Altersgruppe 3 die gleiche Überlebensrate wie die Altersgruppe 3 im vorherigen Modell. Damit gilt:
.
Nun fehlen noch drei Elemente der vierten Zeile von
. Dies sind die Übergangsquoten der anderen Altersgruppen in die Altersgruppe
. Hier gilt das gleiche wie zuvor: Ein Vogel der ersten Altersgruppe kann nicht direkt in die Altersgruppe 3 übergehen und ein Vogel aus Altersgruppe 4 kann auch nicht zurück in Altersgruppe 3 gehen. Daher muss
gelten. Der nun noch fehlende Eintrag ergibt sich aus der Überlebensrate der Vögel im zweiten Lebensjahr, also gilt:
.
Damit ergibt sich
bis hierher mit:
Da eine Spalte hinter der zweiten Spalte eingefügt wurde, muss auch die zweite Spalte angepasst werden. Denn hier steht momentan noch, dass die Übergangsquote von Altersgruppe 2 in Altersgruppe 4
beträgt. Aus den gleichen Gründen wie zuvor, muss diese aber Null sein. Insgesamt ergibt sich dann:
d)(1)
Übergangsmatrix angeben
Hier hast du nun den Übergangsgraphen gegeben, der die Entwicklung einer zweiten Seevogelart beschreibt und sollst ausgehend davon eine zugehörige Übergangsmatrix
angeben.
Überlege dir zunächst, wie viele Zeilen und spalten die Matrix
haben muss. Anschließend kannst du dich um die Einträge von
kümmern.
Im Übergangsgraphen gibt es nur zwei Knoten, also kannst du davon ausgehen, dass es bei dieser Seevogelart nur zwei Altersgruppen gibt. Demnach muss die Übergangsmatrix jeweils zwei Zeilen und Spalten besitzen.
In Aufgabenteil a) (3) hast du gesehen, dass das Element
die Übergangsquote von Altersgruppe
in Altersgruppe
beschreibt. In dem Übergangsgraphen findest du diese Quote als Bezeichnung an dem Pfeil vom Knoten
zum Knoten
.
Damit ergibt sich dann die folgende Übergangsmatrix:
d) (2)
Entwicklung der 2. Seevogelart im Vergleich zur 1. beschreiben
Die Beschreibung der Entwicklung der 1. Seevogelart ist dir bereits in der Einführung zur Aufgabe gegeben. Überlege dir hier nun zunächst mit Hilfe des Übergangsgraphen, wie die Entwicklung der 2. Seevogelart abläuft und ziehe anschließend den Vergleich zur 1. Seevogelart.
1. Schritt: Entwicklung der zweiten Seevogelart beschreiben
Betrachte dazu zunächst den allgemeinen Aufbau des Graphen, also die Anzahl der Knoten, die Beschriftung der Knoten usw. Anschließend kannst du die Details betrachten, indem du dir über die Bedeutung der einzelnen Pfeile nacheinander Gedanken machst.
Am Graphen kannst du sehen, dass es bei der zweiten Seevogelart nur zwei Altersgruppen gibt. Da die Übergangsquoten sich wieder auf ein Jahr beziehen, bedeutet dies also, dass diese Seevogelart bereits nach einem Jahr ausgewachsen ist und die erste Brut bereits im zweiten Lebensjahr stattfinden kann.
Daran, dass der Pfeil von (1) nach (2) mit
beschriftet ist, kannst du erkennen, dass die Übergangsquote, also sozusagen die Überlebensrate im 1. Lebensjahr,
beträgt.
Analog dazu bedeutet der Pfeil von (2) zur (1) mit der Beschriftung
, dass ein Vogel im Durchschnitt jedes Jahr
Nachkommen bekommt.
Der Pfeil von (2) zu (2) mit der Beschriftung
ist die Übergangsquote von Altersgruppe 2 nach Altersgruppe 2, also die Überlebensquote eines ausgewachsenen Vogels.
2. Schritt: Vergleich zwischen den beiden Arten
Vergleiche nun schrittweise die Entwicklungen der beiden Arten:
Dabei fällt dir folgendes auf:
Überlege dir zunächst, wie viele Zeilen und spalten die Matrix
- Die 1. Seevogelart wird in drei Altersgruppen eingeteilt und ist erst nach zwei Jahren ausgewachsen und brutfähig, die 2. Seevogelart ist dagegen in nur zwei Altersgruppen eingeteilt worden und bereits nach dem ersten Lebensjahr ausgewachsen und brutfähig.
- Bei den Jungvögeln der 1. Seevogelart beträgt die Überlebensquote
, bei der 2. Art überleben weniger Jungtiere, hier beträgt die Überlebensquote
.
- Bei den Altvögeln, ist die Überlebensquote der 2. Seevogelart ebenfalls niedriger, diese beträgt
und die der 1. Art
.
- Der Bruterfolg ist allerdings bei der 2. Art höher: Hier bekommt jeder Altvogel durchschnittlich
Nachkommen pro Jahr, bei der 2. Art sind es
bzw. nach der Einführung der Schutzmaßnahmen
Nachkommen pro Vogel und pro Jahr.
a)(1)
Verteilung der Vögel nach einem und zwei Jahren berechnen
Deine Aufgabe ist es hier, die Verteilung der Vögel nach einem und nach zwei Jahren zu berechnen, wobei dir die aktuelle Verteilung gegeben ist mit:
Die Übergangsmatrix ist dir ebenfalls gegeben mit
Hierbei bietet sich die folgende Formel an, um die Verteilung zum Zeitpunkt
zu berechnen:
Dort kannst du nun
,
für
und
bzw
einsetzen und erhältst so die Verteilung der Vögel nach ein bzw. zwei Jahren.
Dabei kannst du deinen GTR zu Hilfe nehmen oder auch handschriftlich rechnen.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Hierbei kannst du zunächst die Verteilung nach einem Jahr berechnen und diese zur Berechnung der Verteilung im zweiten Jahr wieder verwenden:
Nach einem Jahr sind
Jungvögel,
Vögel im 2. Lebensjahr und
Altvögel vorhanden.
Nun kennst du
und kannst damit
berechnen:
Nach zwei Jahren sind
Jungvögel,
Vögel im zweiten Lebensjahr und
Altvögel vorhanden.
Lösungsweg B: GTR
Mit dem GTR kannst du hier am besten arbeiten, indem du zunächst die Übergangsmatrix
unter der Bezeichnung
speicherst. Dies kannst du im CALC-menü tun. Wähle dazu unter F3: MAT die Bezeichnung
aus. Anschließend musst du zunächst die Dimension der Matrix (3 x 3) und anschließend die Matrixeinträge eingeben. Verlasse das Matrixmenü anschließend wieder. Das gleiche kannst du mit dem Verteilungsvektor
tun und ihn unter
abspeichern. Dieser hat die Dimension 3 x 1.
Dann kannst du anschließend
berechnen, indem du die Matrix bzw. den Vektor wieder aufrufst. Unter OPTN
F2: MAT
F1: MAT findest du den Befehl um eine Matrix abzurufen. Setze dahinter die Bezeichnung der gewünschten Matrix.
Nach einem Jahr sind
Jungvögel,
Vögel im 2. Lebensjahr und
Altvögel vorhanden.
Genauso kannst du nun auch die Verteilung nach zwei Jahren berechnen, indem du den Verteilungsvektor
als C speicherst:
Nach zwei Jahren sind
Jungvögel,
Vögel im zweiten Lebensjahr und
Altvögel vorhanden.
a) (2)
Verteilung für das Vorjahr berechnen
Nun sollst du die Verteilung für das Vorjahr berechnen. Also die Anzahl der verschiedenen Altersgruppen der Vögel zum Zeitpunkt
. Hier kannst du wieder die Formel von oben anwenden, und zwar kennst du in diesem Fall den Verteilungsvektor
und die Übergangsmatrix
und du suchst den Verteilungsvektor
,
das heißt die Verteilung, sodass daraus ein Jahr später die Verteilung
entsteht.
Insgesamt suchst du also den Verteilungsvektor
, der die folgende Gleichung erfüllt:
Setzt du dort die Informationen ein, so kannst du aus dieser Gleichung ein lineares Gleichungssystem in Abhängigkeit von
,
und
gewinnen, welches du anschließend entweder mit dem GTR oder per Hand lösen kannst.
1. Schritt: Lineares Gleichungssystem aufstellen
Setzt du
und
in die Gleichung ein, so erhältst du folgende Gleichung:
Dort kannst du nun jede „Zeile“ einzeln ablesen. Dann erhältst du das folgende lineare Gleichungssystem:
2. Schritt: Gleichungssystem lösen
Hier hast du auch wieder zwei Möglichkeiten, entweder du löst das LGS mit Hilfe des GTR oder handschriftlich.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Du kannst schnell erkennen, dass die erste und zweite Gleichung des LGS jeweils von nur einer Variablen abhängen. Außerdem weißt du, dass du aus einer Gleichung mit einer Variablen die Lösung für die Variablen direkt bestimmen kannst.
Du kannst hier also wie folgt vorgehen:
Aus der zweiten Gleichung erhältst du:
Setzt du dies nun in (3) ein, so kannst du nach
auflösen:
Aus dem Modell ergäbe sich die folgende Verteilung für das Vorjahr:
Es waren ca. 6.667 Jungvögel, 19.667 Vögel im 2. Lebensjahr und 4.000 Altvögel vorhanden.
Lösungsweg B: GTR
Mit dem GTR kannst du das LGS im EQUA-Menü lösen. Wähle dort mit F1 den Menüpunkt Lin Gleichungssyst und gib die Anzahl der Unbekannten (3) an.
Anschließend kannst du die Koeffizienten des LGS eingeben und mit EXE bestätigen.
Dann erhältst du das Ergebnis:
,
,
Aus dem Modell ergäbe sich die folgende Verteilung für das Vorjahr:
Es waren ca. 6.667 Jungvögel, 19.667 Vögel im 2. Lebensjahr und 4.000 Altvögel vorhanden.
a) (3)
Nullwerte der Matrix erklären
In diesem Aufgabenteil, sollst du für jedes Element der Matrix
, das den Wert Null hat, erklären, warum es eben diesen Wert hat. Am besten kannst du dabei schrittweise für jedes Element einzeln vorgehen.
Die folgenden Elemente der Matrix
haben den Wert Null:
gibt dabei den Anteil der Vögel an, die im nächsten Jahr von Altersgruppe
in Altersgruppe
übergehen. Bei den Altvögeln bedeutet
beispielsweise, dass jeder Altvogel im Schnitt pro Jahr
Nachkommen hat.
Erklärung für
Das erste Element
beschreibt den Anteil der Vögel, die nach einem Jahr vom Stadium
immer noch im Stadium
bleiben. Da
aber das Stadium der Vögel im ersten Lebensjahr bezeichnet, ist dieser Wert Null, weil ein Vogel nicht zwei Jahre hintereinander im 1. Lebensjahr sein kann.
Erklärung für
beschreibt den Anteil der Vögel, die von der Altersgruppe
in die Altersgruppe
übergehen. Für einen solchen Übergang müsste folgendes passieren:
hat aus ähnlichen Gründen den Wert Null, wie
. Nach einem Jahr ist jeder Vogel entweder ein Jahr älter oder gestorben. Ist er vorher in Altersgruppe
, also im zweiten Lebensjahr, so kann er im nächsten Jahr nicht noch einmal in Altergruppe
sein. Daher hat
den Wert Null.
Erklärung für
Hierbei verläuft die Erklärung analog zu
.
beschreibt den Anteil der Vögel, die von Altersgruppe
nach einem Jahr zurück in Altersgruppe
übergeht. Dies würde aber bedeuten, dass ein Vogel vom dritten Lebensjahr, ein Jahr später im 2. Lebensjahr wäre. Dies ist unmöglich. Nachkommen, die nach einem Jahr bereits das zweite Lebensjahr erreicht haben, kann ein Altvogel auch nicht produzieren. Daher hat
den Wert Null.
Erklärung für
beschreibt den Anteil der Vögel aus Altersgruppe
, die nach einem Jahr Altersgruppe
angehören. Da dies aber bedeuten würde, dass ein Vogel das zweite Lebensjahr überspringen würde, ist dies unmöglich. Daher ist
.
|
Dabei kannst du deinen GTR zu Hilfe nehmen oder auch handschriftlich rechnen.



Insgesamt suchst du also den Verteilungsvektor
- Löse (1) nach
und bestimme so die Lösung für
- Löse (2) nach
und bestimme so die Lösung für
- Setze die Lösungen aus den ersten beiden Schritten in (3) ein und bestimme die Lösung für
durch Umformen von (3)

- Ein Vogel, der im zweiten Lebensjahr ist, ist ein Jahr später wieder im ersten Lebensjahr oder
- Ein Vogel im zweiten Lebensjahr zeugt Nachkommen
b)(1)
Zeigen, dass
gilt
In dieser Aufgabe sind dir drei Verteilungen gegeben.
ist dabei die Verteilung in einem beliebigen Jahr. Die Verteilungen der beiden darauffolgenden Jahre sind dann gegeben durch:
Du sollst nun zeigen, dass
gilt.
Dazu kannst du den Vektor
„ausrechnen“. Stelle also
,
und
jeweils in Abhängigkeit von
,
und
dar. Dann kannst du
und
gegenüberstellen.
Dabei kannst du entweder zuerst
,
und
„berechnen“ , indem du diese in Abhängigkeit von
,
und
darstellst, und anschließend mit der Formel
berechnen oder du berechnest
über die Formel
.
Lösungsweg A: Berechnung von
über
Berechnest du zu erst
, so ergibt sich:
Damit ist:
,
,
Dies kannst du nun in die Berechnung von
einsetzen und erhältst:
Demnach ist also
,
und
. Da
,
und
immer größer oder gleich Null sind (es kann keine negativen Anzahlen an Vögeln geben), ist in jedem Fall:
Damit ist die Behauptung bewiesen.
Lösungsweg B: Berechnung von
mit
Berechnest du
mit Hilfe folgender Formel,
so kannst du sehen, dass du hierfür zuerst die Matrix
quadrieren musst.
Für diese Nebenrechnung gibt es wieder zwei Möglichkeiten: Du kannst
handschriftlich oder auch mit dem GTR berechnen.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Berechnest du
handschriftlich, so musst du eine Matrix-Matrix-Multiplikation ausführen:
Lösungsweg B: GTR
kannst du wie in Aufgabenteil a) mit dem GTR berechnen. Dann erhältst du das Ergebnis:
Nun kannst du
berechnen:
Damit ist also
,
und
. Da
,
und
immer größer oder gleich Null sind (es kann keine negativen Anzahlen an Vögeln geben), ist in jedem Fall:
Damit ist die Behauptung bewiesen.
Begründen, warum die Behauptung schon ab dem ersten Jahr gilt
Oben hast du gezeigt, dass, unabhängig von der Startverteilung, nach zwei Jahren immer
gilt. Das bedeutet, du hast gezeigt, dass nach zwei Jahren, unabhängig von der Anfangspopulation, mindestens so viele Vögel der Altersgruppe 1 vorhanden sind wie in der Altersgruppe 2.
Daher gilt dies auch für die Verteilung im Vorjahr, die du in Aufgabenteil a) (2) berechnet hast. Betrachtest du diese Verteilung als Startverteilung
, so entspricht die Verteilung der aktuellen Zählung
und die Verteilung ein Jahr nach der aktuellen Zählung
aus dem obigen Beweis. Daher sind im ersten Jahr nach der aktuellen Zählung mindestens so viele Vögel in Altersgruppe 1 wie in Altersgruppe 2 vorhanden.
Setzt man dann die aktuelle Verteilung als
, so erhält man de Behauptung für die Verteilung zwei Jahre nach der aktuellen Zählung usw. Aus diesem Grund sind ab dem ersten Jahr nach der aktuellen Verteilung immer mindestens so viele Vögel in Altersgruppe 1 wie in Altersgruppe 2 vorhanden.
b) (2)
Auf stationäre Verteilungen untersuchen
Hier ist es deine Aufgabe, zu untersuchen, ob es eine von
verschiedene stationäre Verteilung gibt. Eine stationäre Verteilung ist eine Verteilung
, sodass
usw. gilt. Das bedeutet,
muss die folgende Gleichung erfüllen:
Aus dieser Gleichung ergibt sich mit
wieder ein lineares Gleichungssystem in Abhängigkeit von
,
und
. Dieses kannst du dann wieder mit dem GTR oder auch handschriftlich lösen.
1. Schritt: Lineares Gleichungssystem aufstellen
Das lineare Gleichungssystem kannst du wieder wie in Aufgabenteil a) (2) aufstellen, indem du die Matrix und den Vektor miteinander multiplizierst und anschließend jede „Zeile“ einzeln abliest:
Daraus ergibt sich dann das folgende LGS:
2. Schritt: Gleichungssystem lösen
Das LGS kannst du nun handschriftlich oder mit dem GTR lösen.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Hier kannst du mit dem Einsetzungsverfahren arbeiten. Wie du siehst, hast du
in Abhängigkeit von
dargestellt und
in Abhängigkeit von
. Setzt du nun
in (2) ein, so erhältst du
ebenfalls in Abhängigkeit von
. Dann kannst du diese Darstellungsweisen von
und
in (3) einsetzen, die dann nur noch von
abhängt. So kannst du eine Lösung für
bestimmen und anschließend die Lösungen für
und
.
Setzt du nun
und
in (3) ein, so erhältst du:
Mit
ergibt sich für
und
:
Damit wäre also
, was der Voraussetzung widerspricht.
Es existiert keine stationäre Verteilung außer
.
Lösungsweg B: GTR
Um das LGS wie zuvor mit dem GTR zu lösen, musst du zunächst alle
auf eine Seite bringen. Dann wird aus
Nun kannst du das LGS wie in Aufgabenteil a) mit dem Menüpunkt Lineares Gleichungssystem im EQUA-Menü deines GTR lösen und erhältst:
Damit existiert keine stationäre Verteilung außer
.
b) (3)
Prozentsatz berechnen
Nun sollst du den Prozentsatz
näherungsweise berechnen, um den sich die Gesamtpopulation der Vögel jährlich verkleinert. Du hast dazu die Gesamtpopulation
zu zwei Zeitpunkten
und
gegeben:
Wenn sich die Gesamtpopulation
innerhalb eines Jahres um den Prozentsatz
verkleinert, so bleibt ein Anteil von
der Population erhalten. Also gilt aufgrund der Regeln der Prozentrechnung:
Du kennst nun aber nicht zwei Werte, die nur ein Jahr auseinander liegen, sondern zwei Werte, die 10 Jahre auseinander liegen. Du suchst also eine Formel für
in Abhängigkeit von
. Aus der obigen Formel kannst du solch eine Formel herleiten und anschließend mit Hilfe der gegebenen Werte eine Gleichung in Abhängigkeit von
aufstellen und so anschließend
berechnen.
1. Schritt: Formel aufstellen
Du weißt, dass
gilt. Das gleiche kannst du auch für
formulieren:
Dort kannst du nun wieder die Formel für
einsetzen und erhältst:
Du kannst folgendes erkennen: Setzt du dies immer weiter fort, bis du
erhältst so kommt jedes mal einmal der Faktor
hinzu:
2. Schritt: Gleichung aufstellen und lösen
Setzt du nun die beiden Werte in die Formel ein, so erhältst du die folgende Gleichung:
Diese Gleichung kannst du nun entweder handschriftlich oder auch mit Hilfe des GTR lösen.
Lösungsweg A: Handschriftlich
Die Gesamtpopulation der Seevögel reduziert sich jährlich um einen Prozentsatz von
.
Lösungsweg B: GTR
Mit dem GTR kannst du die Gleichung im Graph-Menü lösen, indem du den rechten Teil als Funktionsterm einer Funktion
in Abhängigkeit von
auffasst. Nun suchst du den Wert für
, sodass
. Lässt du dir den Graphen von
anzeigen, so kannst du den gesuchten Wert von
unter
bestimmen, indem du
eingibst. Bestätigst du anschließend mit EXE, so erhältst du die Lösung:
.
Die Gesamtpopulation der Seevögel reduziert sich jährlich um einen Prozentsatz von
.
b) (4)
Erforderliche Quote des Bruterfolgs berechnen
Im vorigen Aufgabenteil hast du gezeigt, dass mit der bisherigen Quote des Bruterfolgs, keine stationäre Verteilung existiert, die von
verschieden ist. Hier sollst du nun eine neue Quote
für den Bruterfolg berechnen, sodass es eine stationäre Verteilung
geben kann.
In der Matrix
wird also
durch
ersetzt. Damit ergibt sich die neue Übergangsmatrix:
Damit
stationär ist, muss gelten:
Aus dieser Gleichung ergibt sich ein lineares Gleichungssystem aus vier Unbekannten und drei Gleichungen. Weil hier mehr Unbekannte als Gleichungen vorhanden sind, kannst du dieses LGS lösen, indem du eine der Variablen als
festlegst und dann alle Unbekannten in Abhängigkeit von
darstellst. Hierzu kannst du beispielsweise
wählen. Da du eine Aussage über
erhalten möchtest, wäre es nicht sehr sinnvoll dieses als
festzulegen.
1. Schritt: Gleichungssystem aufstellen
Wenn du die obige Gleichung ausmultiplizierst, erhältst du:
Liest du daraus nun wieder jede „Zeile “ einzeln ab, so erhältst du folgendes lineares Gleichungssystem:
2. Schritt: Gleichungssystem lösen
Wie oben beschrieben, kannst du nun beispielsweise
setzen und die anderen Variablen durch Einsetzen in Abhängigkeit von t darstellen. Anschließend musst du noch überprüfen, ob die dritte Gleichung (3) so ebenfalls erfüllt ist, indem du dort die neue Darstellung von
und
einsetzt. Setzt du also nun
und ersetzt dies überall im LGS, so erhältst du:
Nun kannst du
in (2) einsetzen, so erhältst du eine Darstellung von
in Abhängigkeit von
:
Da
=
aber auch gleichzeitig noch die Originalgleichung (3)
=
erfüllt sein müssen, muss auch
=
gelten. Hiermit kannst du nun prüfen, ob es überhaupt eine stationäre Verteilung geben kann und gegebenenfalls
berechnen:
Mit
kann es eine stationäre Verteilung
geben.
Anteile der Altersgruppen an der Gesamtzahl berechnen
Oben hast du die stationäre Verteilung
in Abhängigkeit von
und
dargestellt.
hast du berechnet. Nun kannst du
in Abhängigkeit von
darstellen und anschließend zuerst die Gesamtzahl
der Vögel berechnen. Dann kannst du mit der Formel
den Anteil
der Altersgruppe
an der Gesamtzahl der Vögel berechnen.
Mit
ergibt sich
mit den vorigen Ergebnissen als:
Die Gesamtpopulation ergibt sich dann als die Summe der Anzahl der Vögel jeder Altersgruppe:
Damit kannst du nun die Anteile der einzelnen Altersgruppen berechnen:
Die prozentualen Anteile der einzelnen Altersgruppen ergeben sich für die stationären Verteilungen
mit:
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Es existiert keine stationäre Verteilung außer

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F5: G-Solv |

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- Altersgruppe 1:
- Altersgruppe 2:
- Altersgruppe 3:
c)
Matrix
angeben
In diesem Aufgabenteil sollst du eine neue Matrix
der Dimension
angeben. Diese Matrix soll den Modellierungsansatz beschreiben, bei dem die Population der Seevögel in vier statt drei Altersgruppen eingeteilt wird. Die übrigen Modellannahmen, wie z.B. Überlebensquoten und Bruterfolg sollen erhalten bleiben.
Der Aufgabenstellung kannst du entnehmen, dass die Altersgruppe der Altvögel sozusagen noch einmal aufgeteilt wird. Es wird also zwischen die Altersgruppen 2 und 3 eine zusätzliche Altersgruppe „eingeschoben\grqq. Die Altersgruppen 1 und 2 bleiben also so erhalten, die Altersgruppe 3 beschreibt nun die Vögel im 3. Lebensjahr und die Altersgruppe 4 beschreibt nun die Altvögel, also alle Vögel, die älter als 3 Jahre sind.
Du musst nun also die Übergangsmatrix
dahingehend modifizieren, dass eine Spalte und eine Zeile für die neue Altersgruppe eingefügt wird. Anschließend musst du noch die übrigen Einträge anpassen.
Da die neue Altersgruppe zwischen der ehemals 2. und 3. Altersgruppe „eingeschoben“ wird, muss diese neue Zeile also zwischen der 2. und dritten Zeile von
und die neue Spalte zwischen die 2. und 3. Spalte von
eingefügt werden.
Damit ergibt sich eine vorläufige Version für
:
Nun kannst du aus den vorigen Aufgaben ableiten, dass ein Vogel nicht plötzlich jünger werden kann und auch nicht ein Jahr später immer noch genauso alt sein kann wie im Jahr zuvor. Ein Vogel in Altersgruppe 3 muss also in Altersgruppe 4 übergehen oder sterben. Er kann sich aber bereits fortpflanzen und hat dabei den gleichen Bruterfolg wie die Altvögel. Daher sind alle Elemente der dritten Spalte von
bis auf
Null und
.
Das letzte Element der dritten Spalte
entspricht der Überlebensrate eines Vogels in Altersgruppe 3. Da die Modellannahmen, bis auf die Einteilung der Altersgruppen gleich bleiben sollen, haben Vögel in Altersgruppe 3 die gleiche Überlebensrate wie die Altersgruppe 3 im vorherigen Modell. Damit gilt:
.
Nun fehlen noch drei Elemente der vierten Zeile von
. Dies sind die Übergangsquoten der anderen Altersgruppen in die Altersgruppe
. Hier gilt das gleiche wie zuvor: Ein Vogel der ersten Altersgruppe kann nicht direkt in die Altersgruppe 3 übergehen und ein Vogel aus Altersgruppe 4 kann auch nicht zurück in Altersgruppe 3 gehen. Daher muss
gelten. Der nun noch fehlende Eintrag ergibt sich aus der Überlebensrate der Vögel im zweiten Lebensjahr, also gilt:
.
Damit ergibt sich
bis hierher mit:
Da eine Spalte hinter der zweiten Spalte eingefügt wurde, muss auch die zweite Spalte angepasst werden. Denn hier steht momentan noch, dass die Übergangsquote von Altersgruppe 2 in Altersgruppe 4
beträgt. Aus den gleichen Gründen wie zuvor, muss diese aber Null sein. Insgesamt ergibt sich dann:
d)(1)
Übergangsmatrix angeben
Hier hast du nun den Übergangsgraphen gegeben, der die Entwicklung einer zweiten Seevogelart beschreibt und sollst ausgehend davon eine zugehörige Übergangsmatrix
angeben.
Überlege dir zunächst, wie viele Zeilen und spalten die Matrix
haben muss. Anschließend kannst du dich um die Einträge von
kümmern.
Im Übergangsgraphen gibt es nur zwei Knoten, also kannst du davon ausgehen, dass es bei dieser Seevogelart nur zwei Altersgruppen gibt. Demnach muss die Übergangsmatrix jeweils zwei Zeilen und Spalten besitzen.
In Aufgabenteil a) (3) hast du gesehen, dass das Element
die Übergangsquote von Altersgruppe
in Altersgruppe
beschreibt. In dem Übergangsgraphen findest du diese Quote als Bezeichnung an dem Pfeil vom Knoten
zum Knoten
.
Damit ergibt sich dann die folgende Übergangsmatrix:
d) (2)
Entwicklung der 2. Seevogelart im Vergleich zur 1. beschreiben
Die Beschreibung der Entwicklung der 1. Seevogelart ist dir bereits in der Einführung zur Aufgabe gegeben. Überlege dir hier nun zunächst mit Hilfe des Übergangsgraphen, wie die Entwicklung der 2. Seevogelart abläuft und ziehe anschließend den Vergleich zur 1. Seevogelart.
1. Schritt: Entwicklung der zweiten Seevogelart beschreiben
Betrachte dazu zunächst den allgemeinen Aufbau des Graphen, also die Anzahl der Knoten, die Beschriftung der Knoten usw. Anschließend kannst du die Details betrachten, indem du dir über die Bedeutung der einzelnen Pfeile nacheinander Gedanken machst.
Am Graphen kannst du sehen, dass es bei der zweiten Seevogelart nur zwei Altersgruppen gibt. Da die Übergangsquoten sich wieder auf ein Jahr beziehen, bedeutet dies also, dass diese Seevogelart bereits nach einem Jahr ausgewachsen ist und die erste Brut bereits im zweiten Lebensjahr stattfinden kann.
Daran, dass der Pfeil von (1) nach (2) mit
beschriftet ist, kannst du erkennen, dass die Übergangsquote, also sozusagen die Überlebensrate im 1. Lebensjahr,
beträgt.
Analog dazu bedeutet der Pfeil von (2) zur (1) mit der Beschriftung
, dass ein Vogel im Durchschnitt jedes Jahr
Nachkommen bekommt.
Der Pfeil von (2) zu (2) mit der Beschriftung
ist die Übergangsquote von Altersgruppe 2 nach Altersgruppe 2, also die Überlebensquote eines ausgewachsenen Vogels.
2. Schritt: Vergleich zwischen den beiden Arten
Vergleiche nun schrittweise die Entwicklungen der beiden Arten:
Dabei fällt dir folgendes auf:
Überlege dir zunächst, wie viele Zeilen und spalten die Matrix
- Die 1. Seevogelart wird in drei Altersgruppen eingeteilt und ist erst nach zwei Jahren ausgewachsen und brutfähig, die 2. Seevogelart ist dagegen in nur zwei Altersgruppen eingeteilt worden und bereits nach dem ersten Lebensjahr ausgewachsen und brutfähig.
- Bei den Jungvögeln der 1. Seevogelart beträgt die Überlebensquote
, bei der 2. Art überleben weniger Jungtiere, hier beträgt die Überlebensquote
.
- Bei den Altvögeln, ist die Überlebensquote der 2. Seevogelart ebenfalls niedriger, diese beträgt
und die der 1. Art
.
- Der Bruterfolg ist allerdings bei der 2. Art höher: Hier bekommt jeder Altvogel durchschnittlich
Nachkommen pro Jahr, bei der 2. Art sind es
bzw. nach der Einführung der Schutzmaßnahmen
Nachkommen pro Vogel und pro Jahr.