Aufgabe 1
Aufgabenstellung
Ein Schüler beobachtet in einem Experiment insgesamt sechs Tage lang die Vermehrung von Pantoffeltierchen in einer Nährlösung. Zur Modellierung der Anzahl der Pantoffeltierchen während der ersten drei Tage verwendet er für
die Funktion
mit der Gleichung
,
.
Dabei wird
als Maßzahl zur Einheit 1 Tag und
als Anzahl der Pantoffeltierchen zum Zeitpunkt
aufgefasst.
Der Graph von
ist in der Abbildung 1 dargestellt.
Abbildung 1

a) (1) Berechne den Funktionswert von
an der Stelle
und interpretiere diesen Wert im Sachzusammenhang.
(2P)
(2) Bestimme rechnerisch den Zeitpunkt, zu dem
Pantoffeltierchen in der Nährlösung vorhanden sind.
(3P)
(3) Berechne die durchschnittliche Anzahl von Pantoffeltierchen in der Nährlösung während des ersten halben Tages der Beobachtung.
[Zur Kontrolle: Die durchschnittliche Anzahl von Pantoffeltierchen in der Nährlösung während des ersten halben Tages der Beobachtung beträgt ungefähr
.]
[Zur Kontrolle: Die durchschnittliche Anzahl von Pantoffeltierchen in der Nährlösung während des ersten halben Tages der Beobachtung beträgt ungefähr
(5P)
(4) Der Schüler berechnet einen Näherungswert für die durchschnittliche Anzahl von Pantoffeltierchen in der Nährlösung während des ersten halben Tages, indem er das arithmetische Mittel der Funktionswerte
und
bildet.
Zeige, dass das arithmetische Mittel der Funktionswerte
und
um weniger als
% von dem in (3) berechneten Durchschnitt abweicht.
Zeige, dass das arithmetische Mittel der Funktionswerte
(4P)
(5) Weise nach, dass die prozentuale Abweichung des arithmetischen Mittels der Funktionswerte
und
von der durchschnittlichen Anzahl der Pantoffeltierchen in der Nährlösung in einem Zeitintervall
mit
unabhängig von
weniger als
% beträgt.
(7P)
b) Während der ersten drei Tage (für
) wird im Modell des Schülers die momentane Änderungsrate der Anzahl der Pantoffeltierchen durch die Funktion
mit der Gleichung
,
,
beschrieben.
Dabei wird
als Maßzahl zur Einheit 1 Tier pro Tag aufgefasst.
Dabei wird
(1) Für die Funktion
und die zugehörige Ableitungsfunktion
gilt für alle
die Aussage:
und
[Die Gültigkeit dieser Aussage musst du nicht nachweisen.]
Interpretiere die Bedeutung dieser Aussage im Sachzusammenhang.
Interpretiere die Bedeutung dieser Aussage im Sachzusammenhang.
(5P)
(2) Ermittle die größte momentane Änderungsrate der Anzahl der Pantoffeltierchen in der Nährlösung in den ersten drei Tagen.
(4P)
c) Bei der weiteren Beobachtung erkennt der Schüler, dass nach etwa drei Tagen die momentane Änderungsrate der Anzahl der Pantoffeltierchen geringer wird. Um die Entwicklung ab dem Zeitpunkt
zu prognostizieren, sucht er eine Funktion, für deren momentane Änderungsrate
zu jedem Zeitpunkt
mit
die Gleichung
gilt.
(1) Interpretiere die Bedeutung der Gleichung
,
, im Sachzusammenhang.
(3P)
(2) Leite aus der Gleichung
für die momentane Änderungsrate
und der Gleichung
,
, die Gleichung
zur Modellierung der momentanen Änderungsrate der Anzahl der Pantoffeltierchen nach dem dritten Tag her.
(4P)
(3) Ermittle ausgehend von den Funktionen
und
eine Gleichung der Funktion
, durch die die Anzahl der Pantoffeltierchen nach dem dritten Tag bis zum Ende der Beobachtung (also für
) beschrieben werden kann.
[Zur Kontrolle:
.]
Abbildung 2
[Zur Kontrolle:

(6P)
(4) Erkläre anhand von Abbildung 2, weshalb die folgende Gleichung gilt:
.
[Die Punktsymmetrie des Graphen zu
muss nicht nachgewiesen werden.]
[Die Punktsymmetrie des Graphen zu
(4P)
(5) Der Schüler verwendet die Funktion
auch zur Modellierung der Anzahl der Pantoffeltierchen für
.
Begründe, dass in diesem Modell die Anzahl der Pantoffeltierchen in der Nährlösung zu keinem Zeitpunkt größer als
wird.
Begründe, dass in diesem Modell die Anzahl der Pantoffeltierchen in der Nährlösung zu keinem Zeitpunkt größer als
(3P)
a)(1)
Funktionswert berechnen
Berechne den Funktionswert von
an der Stelle
durch Einsetzen von
in die gegebene Funktionsgleichung von
.
Lösungsweg A: Lösen per Hand
Der Funktionswert von
an der Stelle
ist ca.
.
Lösungsweg B: Lösen mit dem GTR
Definiere in deinem GTR die Funktion
. Werte diese dann an der Stelle
aus:
Der Funktionswert von
an der Stelle
ist ca.
.
Funktionswert im Sachzusammenhang interpretieren
Interpretiere den Funktionswert im Sachzusammenhang, indem du dir die Bedeutung der Funktion
aus der Aufgabenstellung klar machst.
Der Funktionswert von
an der Stelle
gibt die Anzahl der Pantoffeltierchen in der Nährlösung am
Tag des Experiments an.
a)(2)
Gesuchten Zeitpunkt bestimmen
Setze den Funktionsterm von
gleich
und löse nacht
auf, um rechnerisch den Zeitpunkt, an dem
Pantoffeltierchen in der Nährlösung enthalten sind, zu bestimmen.
Zum Zeitpunkt
sind also
Pantoffeltierchen in der Nährlösung vorhanden.
a)(3)
Durchschnittliche Anzahl berechnen
Gesucht ist die durchschnittliche Anzahl von Pantoffeltierchen in der Nährlösung während des ersten halben Tages der Beobachtung. Die Anzahl der Pantoffeltierchen zum Zeitpunkt
entspricht dem Funktionswert
. Berechne also den durchschnittlichen Funktionswert von
im Intervall
. Nutze dazu die Formel für den durchschnittlichen Funktionswert unter einem Graphen einer Funktion
.
und des Intervalls
in die Formel führt auf das gesuchte Ergebnis.
Nutze den Hauptsatz der Integralrechnung:
Damit beträgt die durchschnittliche Anzahl an Pantoffeltierchen in der Nährlösung während des ersten halben Tages der Beobachtung ca.
.
a)(4)
Geringe Abweichung des arithmetischen Mittels zeigen
Berechne zunächst das arithmetische Mittel der Funktionswerte
und
und setze dieses dann in Verhältnis zu der bereits in (3) berechneten durchschnittlichen Anzahl von Pantoffeltierchen während des ersten halben Tages.
Das arithmetische Mittel der zwei Funktionswerte ergibt sich folgendermaßen:
Setze das arithmetische Mittel in Verhältnis zu der in (3) berechneten durchschnittlichen Anzahl an Pantoffeltierchen während des ersten halben Tages:
Also beträgt die Abweichung der beiden berechneten Werte etwa
, was
entspricht. Damit ist bewiesen, dass das arithmetische Mittel der Funktionswerte
und
weniger als
von dem in (3) berechneten Durchschnitt abweicht.
a)(5)
Behauptung über die prozentuale Abweichung nachweisen
Berechne zunächst den Durchschnitt aus (3) für das allgemeine Intervall
. Nutze dazu die Formel für den durchschnittlichen Funktionswert in einem bestimmten Intervall einer Funktion und den Hauptsatz der Integralrechnung.
Berechne anschließend das allgemeine arithmetische Mittel der Funktionswerte
und
.
Setze dann die beiden berechneten Terme in Verhältnis zueinander und forme um, sodass du
kürzen und die konstante prozentuale Abweichung angeben kannst.
1. Schritt: Allgemeinen Durchschnitt aus (3) berechnen
2. Schritt: Arithmetisches Mittel von
und
berechnen
3. Schritt: Prozentuale Abweichung berechnen
Setze die beiden berechneten Terme nun in Verhältnis zueinander:
Damit erhältst du wie in Aufgabe (4):
Die prozentuale Abweichung des arithmetischen Mittels der Funktionswerte
und
von der durchschnittlichen Anzahl der Pantoffeltierchen in der Nährlösung in einem Zeitintervall
mit
beträgt unabhängig von
etwa
und damit weniger als
.
_2015_a1_loesung_a1_ti_nspire.png)
Durchschnittlicher Funktionswert im Intervall
einer Funktion
Einsetzen der Funktion
b)(1)
Bedeutung der Aussagen im Sachzusammenhang interpretieren
Die momentane Änderungsrate entspricht der Wachstumsgeschwindigkeit der Pantoffeltierchen. Die Ableitung der momentanen Änderungsrate gibt dir Auskunft darüber, wie sich die Wachstumsgeschwindigkeit ändert. Nutze diese Interpretation der beiden Funktionen, um die mathematischen Aussagen auf den Sachzusammenhang zu beziehen.
b)(2)
Größte momentane Änderungsrate ermitteln
Um die größte momentane Änderungsrate der Anzahl der Pantoffeltierchen in den ersten drei Tagen zu ermitteln, bestimmst du das Maximum der momentanen Änderungsrate
im Intervall
. Dazu gibt es verschiedene Lösungswege:
Lösungsweg A: Argumentation mit Aufgabe b)(1)
Aus der Aufgabenstellung b)(1) kennst du folgende Eigenschaften der momentanen Änderungsrate:
und
für alle
.
Da
, steigt die Änderungsrate im Laufe der Zeit immer weiter an, d.h. je größer
ist, desto größer ist auch die Änderungsrate. Damit kann das Maximum der Änderungsrate nur am rechten Rand des Intervalls
liegen. Somit liegt die größte momentane Änderungsrate in den ersten drei Tagen an der Stelle
und sie beträgt
.
Lösungsweg B: Lösen per Hand
Um einen Extrempunkt zu bestimmen, kannst du Folgendes überprüfen:
einsetzt.
1. Schritt: 1. Ableitung von
bestimmen
Die Funktionsgleichung von
ist in der Aufgabenstellung gegeben. Nutze die Kettenregel beim Ableiten:
2. Schritt: Notwendige Bedingung überprüfen
Setze die Funktionsgleichung der 1. Ableitung
gleich Null, um mögliche Nullstellen zu bestimmen:
Der Satz vom Nullprodukt liefert dir nun, dass
keine Nullstelle besitzt, da sowohl
als auch
ist.
3. Schritt: Maximum auf dem Rand des Intervalls
bestimmen
Nehme nun also an, dass die momentane Änderungsrate ihr Maximum im Intervall
auf dem Rand annimmt. Setze dazu die Stellen
und
in die Funktionsgleichung von
ein.
Da
ist, nimmt die Funktion
im Intervall
ihr Maximum an der Stelle
an.
Damit beträgt die größte momentane Änderungsrate der Anzahl der Pantoffeltierchen in der Nährlösung in den ersten drei Tagen gerade
.
Lösungsweg C: Lösen mit dem GTR
Wechsle mit deinem GTR in das GRAPH-Menü und speichere dort den Funktionsterm von
. Hast du diesen dort eingegeben, dann stelle das Fenster so ein, dass der gewünschte Bereich sichtbar ist.
Wähle dann unter
und
ein.
Damit beträgt die größte momentane Änderungsrate der Anzahl der Pantoffeltierchen in der Nährlösung in den ersten drei Tagen etwa
.
Aussage | Bedeutung im Sachzusammenhang |
---|---|
Die momentane Änderungsrate ist zu jedem Zeitpunkt des Experiments positiv. Das bedeutet, dass die Wachstumsgeschwindigkeit während der ersten drei Tage immer positiv ist. Deshalb vermehren sich die Pantoffeltierchen zu jeder Zeit innerhalb der ersten drei Tage. Es gibt keinen Zeitpunkt, an dem die Anzahl der Pantoffeltierchen gleich bleibt oder weniger wird. | |
Die Ableitung der momentanen Änderungsrate ist immer positiv. Das bedeutet, dass die Wachstumsgeschwindigkeit im Laufe der Zeit immer größer wird. Also gilt, dass die Anzahl der Pantoffeltierchen umso schneller steigt, je weiter die Zeit vorangeschritten ist. |
- Notwendige Bedingung
- Hinreichende Bedingung
6: Graph analysieren
3: Maximum
den Befehl zum Bestimmen des Maximums aus und bestätige mit Enter. Gib anschließend deine Intervallgrenzen _2015_a1_loesung_b2_ti_nspire.png)
c)(1)
Bedeutung der Gleichung im Sachzusammenhang interpretieren
entspricht der momentanen Änderungsrate ab dem Zeitpunkt
bis zum Zeitpunkt
. Der Term
nimmt für
Werte zwischen
und
an.
entspricht der momentanen Änderungsrate ab dem Zeitpunkt
. Der Term
nimmt für
Werte zwischen
und
an. Nutze diese Eigenschaften, um die Gleichung im Sachzusammenhang zu interpretieren.
Im Sachzusammenhang bedeutet dies, dass die Wachstumsgeschwindigkeit der Anzahl der Pantoffeltierchen im gleichen Abstand vor und nach Tag
(
) gleich ist. Damit sind die Änderungsraten symmetrisch um den dritten Tag verteilt.
c)(2)
Funktionsgleichung von
herleiten
Nutze die Gleichung, die
in Beziehung zu
setzt. Setze dort den gegebenen Funktionsterm von
ein. Durch Substituieren von
durch
kannst du die gesuchte Funktionsgleichung herleiten.
Substituiere nun
durch
:
Mit der Substitution folgt:
Wende die Substitution nun auf deine Gleichung für
an:
Damit hast du die gesuchte Funktionsgleichung für die momentane Änderungsrate der Anzahl der Pantoffeltierchen nach dem dritten Tag hergeleitet.
c)(3)
Funktionsgleichung von
ermitteln
Da
die Änderungsrate von
ist, ist
eine Stammfunktion von
. Bestimme zunächst mit dem Hauptsatz der Integralrechnung eine allgemeine Stammfunktion von
. Zum Bestimmen der Integrationskonstante kannst du nutzen, dass du die Anzahl der Pantoffeltierchen am dritten Tag sowohl durch
als auch durch
berechnen kannst.
Stammfunktion von
bestimmen
Nutze den Hauptsatz der Integralrechnung:
Integrationskonstante
bestimmen
Da sowohl
als auch
die Anzahl der Pantoffeltierchen am Tag
beschreiben, gilt:
Setze nun die Funktionsterme ein und löse nach
auf:
Damit ergibt sich für die Funktionsgleichung von
:
c)(4)
Gültigkeit der Gleichung erklären
Mache dir zunächst die graphische Bedeutung der einzelnen Terme der Gleichung klar. Mit der Punktsymmetrie und Abbildung 2 kannst du erklären, warum die Gleichung gilt.
An folgender Skizze kannst du das gut erkennen:
Vergleichst du nun die Fläche der beiden Integrale mit der des Rechtecks, so stellst du Folgendes fest:
Das Flächenstück unter
von
bis
, das noch nicht im Rechteck enthalten ist, entspricht gerade dem fehlenden Flächenstück des Rechtecks, das über der Funktion
von
bis
liegt. Die Punktsymmetrie des Graphen um den Punkt
liefert dir, dass die beiden Flächenstücke gleich groß sind.
c)(5)
Obere Grenze für Anzahl der Pantoffeltierchen begründen
Um zu begründen, dass die Anzahl der Tierchen nicht größer als
wird, benötigst du eine Eigenschaft der Exponentialfunktion. Für alle
gilt:
, somit gilt auch
für alle
. Damit gilt auch die Gleichung
. Die Funktionsgleichung wird folgendermaßen abgeschätzt:
Damit hast du gezeigt, dass die Anzahl der Pantoffeltierchen zu keinem Zeitpunkt größer als
wird.
Term | Bedeutung in der Abbildung |
---|---|
Das Integral gibt die Fläche unter dem Graphen der Funktion |
|
Das Integral gibt die Fläche unter dem Graphen der Funktion |
|
Hier wird die Fläche des Rechtecks mit den Seitenlängen |
_2015_a1_loesung_c4_ti.png)
Das Flächenstück unter
a)(1)
Funktionswert berechnen
Berechne den Funktionswert von
an der Stelle
durch Einsetzen von
in die gegebene Funktionsgleichung von
.
Lösungsweg A: Lösen per Hand
Der Funktionswert von
an der Stelle
ist ca.
.
Lösungsweg B: Lösen mit dem GTR
Speichere den Funktionsterm von
im Graph-Modus deines GTR und lass dir den zugehörigen Graph über anzeigen.
Bestimme dann mit folgendem Befehl den Funktionswert in
:
ein und bestätige mit Enter.
Der Funktionswert von
an der Stelle
ist ca.
.
Funktionswert im Sachzusammenhang interpretieren
Interpretiere den Funktionswert im Sachzusammenhang, indem du dir die Bedeutung der Funktion
aus der Aufgabenstellung klar machst.
Der Funktionswert von
an der Stelle
gibt die Anzahl der Pantoffeltierchen in der Nährlösung am
Tag des Experiments an.
a)(2)
Gesuchten Zeitpunkt bestimmen
Setze den Funktionsterm von
gleich
und löse nacht
auf, um rechnerisch den Zeitpunkt, an dem
Pantoffeltierchen in der Nährlösung enthalten sind, zu bestimmen.
Zum Zeitpunkt
sind also
Pantoffeltierchen in der Nährlösung vorhanden.
a)(3)
Durchschnittliche Anzahl berechnen
Gesucht ist die durchschnittliche Anzahl von Pantoffeltierchen in der Nährlösung während des ersten halben Tages der Beobachtung. Die Anzahl der Pantoffeltierchen zum Zeitpunkt
entspricht dem Funktionswert
. Berechne also den durchschnittlichen Funktionswert von
im Intervall
. Nutze dazu die Formel für den durchschnittlichen Funktionswert unter einem Graphen einer Funktion
.
und des Intervalls
in die Formel führt auf das gesuchte Ergebnis.
Nutze den Hauptsatz der Integralrechnung:
Damit beträgt die durchschnittliche Anzahl an Pantoffeltierchen in der Nährlösung während des ersten halben Tages der Beobachtung ca.
.
a)(4)
Geringe Abweichung des arithmetischen Mittels zeigen
Berechne zunächst das arithmetische Mittel der Funktionswerte
und
und setze dieses dann in Verhältnis zu der bereits in (3) berechneten durchschnittlichen Anzahl von Pantoffeltierchen während des ersten halben Tages.
Das arithmetische Mittel der zwei Funktionswerte ergibt sich folgendermaßen:
Setze das arithmetische Mittel in Verhältnis zu der in (3) berechneten durchschnittlichen Anzahl an Pantoffeltierchen während des ersten halben Tages:
Also beträgt die Abweichung der beiden berechneten Werte etwa
, was
entspricht. Damit ist bewiesen, dass das arithmetische Mittel der Funktionswerte
und
weniger als
von dem in (3) berechneten Durchschnitt abweicht.
a)(5)
Behauptung über die prozentuale Abweichung nachweisen
Berechne zunächst den Durchschnitt aus (3) für das allgemeine Intervall
. Nutze dazu die Formel für den durchschnittlichen Funktionswert in einem bestimmten Intervall einer Funktion und den Hauptsatz der Integralrechnung.
Berechne anschließend das allgemeine arithmetische Mittel der Funktionswerte
und
.
Setze dann die beiden berechneten Terme in Verhältnis zueinander und forme um, sodass du
kürzen und die konstante prozentuale Abweichung angeben kannst.
1. Schritt: Allgemeinen Durchschnitt aus (3) berechnen
2. Schritt: Arithmetisches Mittel von
und
berechnen
3. Schritt: Prozentuale Abweichung berechnen
Setze die beiden berechneten Terme nun in Verhältnis zueinander:
Damit erhältst du wie in Aufgabe (4):
Die prozentuale Abweichung des arithmetischen Mittels der Funktionswerte
und
von der durchschnittlichen Anzahl der Pantoffeltierchen in der Nährlösung in einem Zeitintervall
mit
beträgt unabhängig von
etwa
und damit weniger als
.
G-Solve
F6:
F1: Y-Cal
Gib _2015_a1_loesung_a1_casio.png)
Durchschnittlicher Funktionswert im Intervall
einer Funktion
Einsetzen der Funktion
b)(1)
Bedeutung der Aussagen im Sachzusammenhang interpretieren
Die momentane Änderungsrate entspricht der Wachstumsgeschwindigkeit der Pantoffeltierchen. Die Ableitung der momentanen Änderungsrate gibt dir Auskunft darüber, wie sich die Wachstumsgeschwindigkeit ändert. Nutze diese Interpretation der beiden Funktionen, um die mathematischen Aussagen auf den Sachzusammenhang zu beziehen.
b)(2)
Größte momentane Änderungsrate ermitteln
Um die größte momentane Änderungsrate der Anzahl der Pantoffeltierchen in den ersten drei Tagen zu ermitteln, bestimmst du das Maximum der momentanen Änderungsrate
im Intervall
. Dazu gibt es verschiedene Lösungswege:
Lösungsweg A: Argumentation mit Aufgabe b)(1)
Aus der Aufgabenstellung b)(1) kennst du folgende Eigenschaften der momentanen Änderungsrate:
und
für alle
.
Da
, steigt die Änderungsrate im Laufe der Zeit immer weiter an, d.h. je größer
ist, desto größer ist auch die Änderungsrate. Damit kann das Maximum der Änderungsrate nur am rechten Rand des Intervalls
liegen. Somit liegt die größte momentane Änderungsrate in den ersten drei Tagen an der Stelle
und sie beträgt
.
Lösungsweg B: Lösen per Hand
Um einen Extrempunkt zu bestimmen, kannst du Folgendes überprüfen:
einsetzt.
1. Schritt: 1. Ableitung von
bestimmen
Die Funktionsgleichung von
ist in der Aufgabenstellung gegeben. Nutze die Kettenregel beim Ableiten:
2. Schritt: Notwendige Bedingung überprüfen
Setze die Funktionsgleichung der 1. Ableitung
gleich Null, um mögliche Nullstellen zu bestimmen:
Der Satz vom Nullprodukt liefert dir nun, dass
keine Nullstelle besitzt, da sowohl
als auch
ist.
3. Schritt: Maximum auf dem Rand des Intervalls
bestimmen
Nehme nun also an, dass die momentane Änderungsrate ihr Maximum im Intervall
auf dem Rand annimmt. Setze dazu die Stellen
und
in die Funktionsgleichung von
ein.
Da
ist, nimmt die Funktion
im Intervall
ihr Maximum an der Stelle
an.
Damit beträgt die größte momentane Änderungsrate der Anzahl der Pantoffeltierchen in der Nährlösung in den ersten drei Tagen gerade
.
Lösungsweg C: Lösen mit dem GTR
Wechsle mit deinem GTR in den Graph-Modus und speichere dort den Funktionsterm von
. Hast du diesen dort gespeichert, gib unter
und
ein. Wechsle wieder in das Y=-Menü und lass dir den zugehörigen Graph über DRAW anzeigen.
Wähle dann unter
Da der GTR kein Ergebnis liefert, existiert kein lokales Maximum. Damit liegt die Maximalstelle am Rand des Intervalls, wegen
.
bei
. Mit
beträgt die größte momentane Änderungsrate der Anzahl der Pantoffeltierchen in der Nährlösung in den ersten drei Tagen etwa
.
Aussage | Bedeutung im Sachzusammenhang |
---|---|
Die momentane Änderungsrate ist zu jedem Zeitpunkt des Experiments positiv. Das bedeutet, dass die Wachstumsgeschwindigkeit während der ersten drei Tage immer positiv ist. Deshalb vermehren sich die Pantoffeltierchen zu jeder Zeit innerhalb der ersten drei Tage. Es gibt keinen Zeitpunkt, an dem die Anzahl der Pantoffeltierchen gleich bleibt oder weniger wird. | |
Die Ableitung der momentanen Änderungsrate ist immer positiv. Das bedeutet, dass die Wachstumsgeschwindigkeit im Laufe der Zeit immer größer wird. Also gilt, dass die Anzahl der Pantoffeltierchen umso schneller steigt, je weiter die Zeit vorangeschritten ist. |
- Notwendige Bedingung
- Hinreichende Bedingung
SHIFT
F3 (V-Window)
die Intervallgrenzen
2nd
CALC (TRACE)
4:maximum
den Befehl zum Bestimmen des Maximums aus und bestätige mit Enter.
_2015_a1_loesung_b2_casio.png)
c)(1)
Bedeutung der Gleichung im Sachzusammenhang interpretieren
entspricht der momentanen Änderungsrate ab dem Zeitpunkt
bis zum Zeitpunkt
. Der Term
nimmt für
Werte zwischen
und
an.
entspricht der momentanen Änderungsrate ab dem Zeitpunkt
. Der Term
nimmt für
Werte zwischen
und
an. Nutze diese Eigenschaften, um die Gleichung im Sachzusammenhang zu interpretieren.
Im Sachzusammenhang bedeutet dies, dass die Wachstumsgeschwindigkeit der Anzahl der Pantoffeltierchen im gleichen Abstand vor und nach Tag
(
) gleich ist. Damit sind die Änderungsraten symmetrisch um den dritten Tag verteilt.
c)(2)
Funktionsgleichung von
herleiten
Nutze die Gleichung, die
in Beziehung zu
setzt. Setze dort den gegebenen Funktionsterm von
ein. Durch Substituieren von
durch
kannst du die gesuchte Funktionsgleichung herleiten.
Substituiere nun
durch
:
Mit der Substitution folgt:
Wende die Substitution nun auf deine Gleichung für
an:
Damit hast du die gesuchte Funktionsgleichung für die momentane Änderungsrate der Anzahl der Pantoffeltierchen nach dem dritten Tag hergeleitet.
c)(3)
Funktionsgleichung von
ermitteln
Da
die Änderungsrate von
ist, ist
eine Stammfunktion von
. Bestimme zunächst mit dem Hauptsatz der Integralrechnung eine allgemeine Stammfunktion von
. Zum Bestimmen der Integrationskonstante kannst du nutzen, dass du die Anzahl der Pantoffeltierchen am dritten Tag sowohl durch
als auch durch
berechnen kannst.
Stammfunktion von
bestimmen
Nutze den Hauptsatz der Integralrechnung:
Integrationskonstante
bestimmen
Da sowohl
als auch
die Anzahl der Pantoffeltierchen am Tag
beschreiben, gilt:
Setze nun die Funktionsterme ein und löse nach
auf:
Damit ergibt sich für die Funktionsgleichung von
:
c)(4)
Gültigkeit der Gleichung erklären
Mache dir zunächst die graphische Bedeutung der einzelnen Terme der Gleichung klar. Mit der Punktsymmetrie und Abbildung 2 kannst du erklären, warum die Gleichung gilt.
An folgender Skizze kannst du das gut erkennen:
Vergleichst du nun die Fläche der beiden Integrale mit der des Rechtecks, so stellst du Folgendes fest:
Das Flächenstück unter
von
bis
, das noch nicht im Rechteck enthalten ist, entspricht gerade dem fehlenden Flächenstück des Rechtecks, das über der Funktion
von
bis
liegt. Die Punktsymmetrie des Graphen um den Punkt
liefert dir, dass die beiden Flächenstücke gleich groß sind.
c)(5)
Obere Grenze für Anzahl der Pantoffeltierchen begründen
Um zu begründen, dass die Anzahl der Tierchen nicht größer als
wird, benötigst du eine Eigenschaft der Exponentialfunktion. Für alle
gilt:
, somit gilt auch
für alle
. Damit gilt auch die Gleichung
. Die Funktionsgleichung wird folgendermaßen abgeschätzt:
Damit hast du gezeigt, dass die Anzahl der Pantoffeltierchen zu keinem Zeitpunkt größer als
wird.
Term | Bedeutung in der Abbildung |
---|---|
Das Integral gibt die Fläche unter dem Graphen der Funktion |
|
Das Integral gibt die Fläche unter dem Graphen der Funktion |
|
Hier wird die Fläche des Rechtecks mit den Seitenlängen |
_2015_a1_loesung_c4_ti.png)
Das Flächenstück unter