Aufgabe 1
In einem Entwicklungslabor wird der Ladevorgang bei Akkus an verschiedenen Ladegeräten getestet. Der zeitliche Verlauf des Ladezustands für verschiedene Ladegeräte wird durch Funktionen
mit
modelliert und ist für
und
in Abbildung 1 dargestellt.
Dabei gibt
die seit Beginn des Ladevorgangs vergangene Zeit in Stunden und
die Ladung des Akkus zum Zeitpunkt
(Einheit:
) an.
Der Ladevorgang beginnt im Folgenden stets zum Zeitpunkt
und es gilt
d. h., in der Modellierung wird vereinfachend davon ausgegangen, dass die Ladung des Akkus zu Beginn immer den Wert
hat.
Eine Balkenanzeige am Ladegerät signalisiert während des Ladevorgangs den momentanen Ladezustand des Akkus mit folgenden Symbolen:
Die momentane Änderungsrate der Ladung
wird Ladestrom
genannt (Einheit:
).
Der Ladestrom wird zur Kontrolle des Ladungsvorgangs benutzt. In diesem Falle lautet also die Funktionsgleichung für den Ladestrom:

Abbildung 1
Der Ladevorgang beginnt im Folgenden stets zum Zeitpunkt
a)
(1)
Der Verlauf des Graphen legt die Vermutung nahe, dass sich die Funktionen
für große Werte von
unabhängig von
dem Wert
annähern und ihn nicht überschreiten. Entscheide begründet, ob diese Vermutung wahr ist.
Die maximale Ladung, die ein Akku unter idealen Bedingungen aufnehmen kann, wird Kapazität genannt. Im Folgenden haben die betrachteten Akkus jeweils eine Kapazität von
kein Balken:
Die Ladung beträgt weniger als
der Kapazität.
ein Balken:
Die Ladung beträgt mindestens
und weniger als
der Kapazität.
zwei Balken:
Die Ladung beträgt mindestens
und weniger als
der Kapazität.
drei Balken:
Die Ladung beträgt mindestens
der Kapazität.
(2)
Bestimme in Abhängigkeit von
wie lange es ab dem Start des Ladevorgangs dauert, bis die Balkenanzeige den ersten Balken anzeigt. Begründe anschaulich, ggf. mit Abbildung 1, dass die Zeitdauer bis zum Erscheinen eines weiteren Balkens von Balken zu Balken immer größer wird.
(3)
Beschreibe die Bedeutung größer werdender Werte für den Parameter
im Sachzusammenhang und gib begründet an, welcher Graph in Abbildung 1 zum Parameter
gehört.
(3 + 5 + 3 Punkte)
Der Ladestrom wird zur Kontrolle des Ladungsvorgangs benutzt. In diesem Falle lautet also die Funktionsgleichung für den Ladestrom:
b)
(1)
Um den Akku zu schonen, soll der Ladestrom während des Ladevorgangs nicht zu groß werden.
Begründe, dass der Ladestrom in einem beliebigen Zeitintervall jeweils am Intervallrand maximal ist, und gib begründet an, an welchem der beiden Intervallränder das Maximum liegt.
Begründe, dass der Ladestrom in einem beliebigen Zeitintervall jeweils am Intervallrand maximal ist, und gib begründet an, an welchem der beiden Intervallränder das Maximum liegt.
(2)
Für den vorliegenden Akku soll der Ladestrom während des Ladevorgangs den Wert
zu keinem Zeitpunkt überschreiten.
Bestimme, für welche Werte von
die Vorgabe eingehalten wird. Gib an, welche der Ladegeräte aus a) die Vorgabe nicht erfüllen.
Bestimme, für welche Werte von
(3)
Der Ladevorgang wird abgeschaltet, wenn der Ladestrom
den Wert
unterschreitet.
Bestimme die von
abhängige Dauer eines solches Ladevorgangs. Zeige, dass die Abschaltbedingung bewirkt, dass der Ladevorgang unabhängig von
immer in dem Moment abgeschaltet wird, wenn die Anzeige zum letzten Balken wechselt.
Bestimme die von
(3+ 3+ 5 Punkte)
c)
Ein defektes Ladegerät steuert den Ladestrom fälschlicherweise nach der Funktionsvorschrift
Nach
Stunden wird der Ladevorgang an diesem Ladegerät abgebrochen.
Nach
(1)
Zeige rechnerisch, dass die Funktion
genau ein lokales Maximum besitzt.
(2)
Begründe, dass der Ladestrom
während des Ladevorgangs den Wert
nie überschreitet.
(7 + 2 Punkte)
d)
Ein Powerladegerät soll den Akku schnell aufladen. Dazu wird der Akku zunächst mit einem konstanten Ladestrom von
geladen, bis der Akku eine Ladung von
erreicht hat. Ab diesem Zeitpunkt
wird der Ladestrom gemäß der Funktion
mit
verringert bis zum Zeitpunkt
wenn der Wert
erreicht wird und der Ladevorgang abgeschaltet wird. Ein solcher Ladevorgang ist in Abbildung 2 dargestellt.

Abbildung 2
(1)
Bestimme die Dauer des gesamten Ladevorgangs.
Zur Kontrolle: ca.
[Stunden]
(2)
Bestimme die Gesamtladung
des Akkus am Ende des Ladevorgangs.
(4 + 5 Punkte)
a)
(1)
Es gilt:
Da
folgt
Daraus folgt
woraus sich ergibt, dass
Die Werte der Funktionen
überschreiten somit nie den Wert
Die Vermutung ist also wahr.
Die Vermutung ist also wahr.
(2)
Der erste Balken erscheint, wenn mindestens
des Akkus geladen sind, wenn also die Ladung
beträgt.
Nach
Stunden zeigt die Balkenanzeige den ersten Balken.
In Abbildung 1 lässt sich erkennen, dass die Graphen von
mit größer werdenden Werten von
immer weniger stark ansteigen, da sie sich der Asymptote
annähern.
Die Ladung des Akkus nimmt zu, je weiter der Akku schon geladen ist.
Da die Balken jeweils in einem konstanten Ladungsabstand von
bzw.
angezeigt werden, dauert es länger, bis der nächste Balken angezeigt wird.
Die Ladung des Akkus nimmt zu, je weiter der Akku schon geladen ist.
Da die Balken jeweils in einem konstanten Ladungsabstand von
(3)
Je größer der Wert
ist, desto größer ist auch der Funktionswert
an einer bestimmten Stelle
Die Funktion steigt für einen größeren Wert von
folglich schneller an. Der Akku gewinnt dadurch schneller an Ladung und hat so schneller eine bestimmte Ladung erreicht.
Der Wert
ist der drittgrößte der angegebenen Werte. Der Graph zu Ladegerät 3 gehört also zum Parameter
Der Wert
b)
(1)
Der Ladestrom wird durch die Funktion
mit
beschrieben.
Für größer werdende Werte von
wird
immer kleiner, der Faktor
bleibt dagegen konstant. Die Funktion
ist für
streng monoton fallend. Der Ladestrom ist also immer zum Startzeitpunkt des Intervalls am größten.
Für größer werdende Werte von
(2)
(3)
c)
(1)
1. Schritt: Ableitungen bilden
Mit der Produkt- und der Kettenregel folgt:
2. Schritt: Notwendiges Kriterium für Extremstellen anwenden
Die Funktion
kann also höchstens ein lokales Maximum besitzen, da nur an der Stelle
das notwendige Kriterium für lokale Extremstellen erfüllt ist.
3. Schritt: Hinreichendes Kriterium für Extremstellen anwenden
An der einzigen Stelle, an der das notwendige Kriterium für ein lokales Extremum erfüllt ist, besitzt
also ein Maximum.
besitzt daher genau ein lokales Maximum.
(2)
An der Stelle
hat
laut d) (1) ein lokales Maximum. Der Funktionswert beträgt dort:
Da dies die einzige lokale Extremstelle von
ist, kann es keine Randextrema geben. Der maximale Wert, den der Ladestrom annimmt, ist daher
Er kann also den Wert
nie überschreiten.
d)
(1)
Der Zeitpunkt
ist der Zeitpunkt, an dem der konstante Ladestrom mit
in den Ladestrom
wechselt. Dies passiert, wenn die Ladung des Akkus
beträgt.
Nach
Stunden hat der Akku also eine Ladung von
erreicht und wechselt in den Ladestrom, der durch die Funktion
beschrieben wird. Der Ladevorgang bricht dann ab, wenn dieser den Wert
erreicht.
Der Ladevorgang dauert ca.
Stunden.
(2)
Bekannt ist bereits, dass die Ladung des Akkus zum Zeitpunkt
beträgt. Es muss also noch die Ladung berechnet werden, die von
bis
dazukommt. Diese kann mit einem Integral über
berechnet werden. Der Wert des Integrals wird mit dem GTR bestimmt:
TI 84-PLUS
Casio fx-CG
Am Ende des Ladevorgangs beträgt die Ladung also ca.
2nd
trace (calc)
7:
F5 (G-Solv)
F6
F3: