Aufgabe 5
Ein Unternehmen stellt Kunststoffteile her. Erfahrungsgemäß sind
der hergestellten Teile fehlerhaft. Die Anzahl fehlerhafter Teile unter zufällig ausgewählten kann als binomialverteilt angenommen werden.
(1)
Bestimme für die folgenden Ereignisse jeweils die Wahrscheinlichkeit:
„Genau
der Teile sind fehlerhaft.“
„Mindestens
der Teile sind fehlerhaft.“
(2)
Ermittle, wie viele Kunststoffteile mindestens zufällig ausgewählt werden müssen, damit davon mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens
mindestens
Teile keinen Fehler haben.
Die Kunststoffteile werden aus Kunststoffgranulat hergestellt. Nach einem Wechsel des Granulats vermutet der Produktionsleiter, dass sich der Anteil der fehlerhaften Teile reduziert hat. Um einen Anhaltspunkt dafür zu gewinnen, ob die Vermutung gerechtfertigt ist, soll die Nullhypothese „Der Anteil der fehlerhaften Teile beträgt mindestens
“ auf der Grundlage einer Stichprobe von
Teilen auf einem Signifikanzniveau von
getestet werden.
(3)
Bestimme die zugehörige Entscheidungsregel.
(4)
Das neue Granulat ist teurer als das vorherige. Gib an, welche Überlegung zur Wahl der Nullhypothese geführt haben könnte, und begründe deine Angabe.
(5)
Interpretiere den Fehler 2. Art im Sachzusammenhang und bestimme eine Wahrscheinlichkeit, wenn in Wirklichkeit nur
der Teile fehlerhaft sind.
(5 + 5 + 6 + 4 + 5 Punkte)
b)
Für ein Spiel wird ein Glücksrad verwendet, das drei farbige Sektoren hat. Der Tabelle können die Farben der Sektoren und die Größen der zugehörigen Mittelpunktswinkel entnommen werden.
Für einen Einsatz von
darf ein Spieler das Glücksrad dreimal drehen. Erzielt der Spieler dreimal die gleiche Farbe, werden ihm
ausgezahlt.
Erzielt er drei verschiedene Farben, wird ein anderer Betrag ausgezahlt. In allen anderen Fällen erfolgt keine Auszahlung. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass dreimal die gleiche Farbe erzielt wird, ist
Farbe | Mittelpunktswinkel |
---|---|
Blau | |
Rot | |
Grün |
Erzielt er drei verschiedene Farben, wird ein anderer Betrag ausgezahlt. In allen anderen Fällen erfolgt keine Auszahlung. Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass dreimal die gleiche Farbe erzielt wird, ist
(1)
Zeige, dass die Wahrscheinlichkeit dafür, dass drei verschiedene Farben erzielt werden, ebenfalls
beträgt.
(2)
Bei dem Spiel ist zu erwarten, dass sich die Einsätze der Spieler und die Auszahlungen auf lange Sicht ausgleichen.
Berechne den Betrag, der ausgezahlt wird, wenn drei verschiedene Farben erscheinen.
Berechne den Betrag, der ausgezahlt wird, wenn drei verschiedene Farben erscheinen.
(3)
Die Größen der Sektoren werden geändert. Dabei wird der blaue Sektor vergrößert. Die Abbildung zeigt einen Teil eines Baumdiagramms, das für das geänderte Glücksrad die drei Drehungen beschreibt. Ergänzend ist für einen Pfad die zugehörige Wahrscheinlichkeit angegeben.
Bestimme die Weite des zum blauen Sektor gehörenden Mittelpunktswinkels.
(4 + 5 + 6 Punkte)
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a)
(1)
Betrachtet wird die Zufallsgröße
die die Anzahl der fehlerhaften Teile in einer zufälligen Stichprobe von
Kunststoffteilen beschreibt. Diese kann laut Aufgabenstellung als binomialverteilt mit
und
angenommen werden.
Mithilfe des GTRs kann dann die gesuchte Wahrscheinlichkeit mit dem binomPdf- bzw. binomCdf-Befehl bestimmt werden.
TI 84-PLUS
Casio fx-CG
Für Ereignis
ergibt sich mit dem Binomial Pdf-Befehl:
Für Ereignis
muss zuerst berechnet werden, wie viel
sind:
Mit dem Binomial Cdf-Befehl folgt daher:
2nd
vars (distr)
A: binompdf / B: binomcdf
Statistik-Menü:
F5: DIST
F5: BINOM
F1: Bpd / F2: Bcd
F5: DIST
(2)
Betrachtet wird die Zufallsgröße
die die Anzahl der fehlerfreien Teile in einer zufälligen Stichprobe von
Kunststoffteilen beschreibt. Diese kann laut Aufgabenstellung als binomialverteilt mit unbekanntem
und
angenommen werden.
Gesucht ist dann das kleinste
sodass gerade noch
gilt.
Mit dem GTR ergibt sich durch systematisches Ausprobieren:
Es müssen also mindestens
Kunststoffteile ausgewählt werden, um mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens
mindestens
fehlerfreie zu erhalten.
Gesucht ist dann das kleinste
(3)
Betrachtet wird die Zufallsgröße
die die Anzahl der fehlerhaften Teile in einer zufälligen Stichprobe von
Kunststoffteilen beschreibt. Diese kann als binomialverteilt mit
und unbekanntem
angenommen werden.
Getestet wird die Nullhypothese
mit der Gegenhypothese
auf einem Signifikanzniveau von
Trifft die Nullhypothese im Extremfall zu, ist
Gesucht ist nun die größte Anzahl fehlerhafter Teile
die in der Stichprobe gefunden werden darf, sodass die Nullhypothese gerade noch abgelehnt wird.
Mit dem Signifikanzniveau ergibt sich die Gleichung:
Mit dem GTR ergibt sich durch systematisches Probieren oder das Anlegen einer Tabelle für verschiedene Werte von
folgende Wahrscheinlichkeiten:
Sind also von den
Teilen höchstens
fehlerhaft, wird die Nullhypothese verworfen und man kann auf dem Signifikanzniveau von
davon ausgehen, dass sich der Anteil der fehlerhaften Teile durch das neue Granulat verbessert hat.
Mit dem Signifikanzniveau ergibt sich die Gleichung:
(4)
Durch die Wahl der Nullhypothese
und des Signifikanzniveaus von
wird die Wahrscheinlichkeit dafür, dass fälschlicherweise davon ausgegangen wird, dass das neue Granulat besser ist, obwohl es eigentlich eine schlechtere oder gleichschlechte Fehlerquote hat wie das alte, auf maximal
begrenzt.
Das Unternehmen möchte also möglichst verhindern, dass das alte Granulat durch das neue teurere ausgetauscht wird, obwohl die Fehlerquote nicht geringer ist. In dem Fall, würde sich die Qualität der Produktion nicht verbessern, aber die Kosten würden ansteigen.
Das Unternehmen möchte also möglichst verhindern, dass das alte Granulat durch das neue teurere ausgetauscht wird, obwohl die Fehlerquote nicht geringer ist. In dem Fall, würde sich die Qualität der Produktion nicht verbessern, aber die Kosten würden ansteigen.
(5)
Der Fehler 2. Art wird begangen, wenn die Nullhypothese fälschlicherweise nicht abgelehnt wird, obwohl in Wirklichkeit eine andere, der Gegenhypothese entsprechende, Wahrscheinlichkeit gilt.
Beim vorliegenden Test lautet die Nullhypothese „Der Anteil der fehlerhaften Teile beträgt nach dem Wechsel des Granulats mindestens
“.
Hierbei bedeutet der Fehler 2. Art also, fälschlicherweise davon auszugehen, dass das neue Granulat eine mindestens genauso hohe Fehlerquote aufweist wie das alte, obwohl sich der Anteil der fehlerhaften Teile mit dem neuen Granulat in der Wirklichkeit eigentlich reduziert hat. Betrachtet wird die Zufallsvariable
die die Anzahl der fehlerhaften Teile unter
zufällig ausgewählten Teilen beschreibt, die mit dem neuen Granulat hergestellt wurden. Beträgt der Anteil der fehlerhaften Teile in Wirklichkeit nur
ist
binomialverteilt mit
und
Die Nullhypothese wird trotzdem nicht abgelehnt, wenn
ist. Mit dem Gegenereignis und dem GTR ergibt sich:
Beträgt die Wahrscheinlichkeit für ein fehlerhaftes Teil bei dem neuen Granulat tatsächlich nur
ist die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art ca.
Beim vorliegenden Test lautet die Nullhypothese „Der Anteil der fehlerhaften Teile beträgt nach dem Wechsel des Granulats mindestens
Hierbei bedeutet der Fehler 2. Art also, fälschlicherweise davon auszugehen, dass das neue Granulat eine mindestens genauso hohe Fehlerquote aufweist wie das alte, obwohl sich der Anteil der fehlerhaften Teile mit dem neuen Granulat in der Wirklichkeit eigentlich reduziert hat. Betrachtet wird die Zufallsvariable
Die Nullhypothese wird trotzdem nicht abgelehnt, wenn
b)
(1)
Die Wahrscheinlichkeiten für die einzelnen Farben sind:
Jede Farbe soll genau einmal gedreht werden. Das Experiment kann mit dem Ziehen mit Zurücklegen verglichen werden. Verwende die Pfadregeln. Die Anzahl der Pfade entspricht der Anzahl der möglichen Permutationen von drei Elementen, kann also mithilfe der Fakultät berechnet werden.
(2)
Der erwartete Gewinn soll auf Null herauskommen. Betrachtet wird die Zufallsgröße
die den zufälligen Gewinn des Spielers beschreibt. Mit
wird der Betrag bezeichnet, der ausgezahlt wird, wenn drei verschiedene Farben erscheinen.
Wenn drei verschiedene Farben erscheinen, werden
ausgezahlt.
(3)
Für die Wahrscheinlichkeiten der drei Sektoren gilt laut Baumdiagramm:
und
ist negativ und kommt daher nicht infrage.
Für
folgt für die Wahrscheinlichkeit von blau:
Für
folgt entsprechend für die Wahrscheinlichkeit von blau:
Da der Mittelpunktswinkel des blauen Sektors vergrößert werden soll, muss die Wahrscheinlichkeit von blau größer als
sein. Die einzige mögliche Lösung ist also
mit der Wahrscheinlichkeit
für blau. Der zugehörige Mittelpunktswinkel ist dann:
Der Mittelpunktswinkel des blauen Sektors hat die Weite
- grün:
- rot:
- blau:
Für
Für