B2 - Analysis
Für den Pokal einer Sportveranstaltung soll ein Rotationskörper entworfen werden, der aus einem
hohen Sockel und einem befüllbaren Bereich zusammengesetzt ist. Der Pokal soll insgesamt
hoch sein. Material 1 zeigt den Querschnitt eines schematischen Entwurfs eines um
nach rechts gekippten Pokals. Der Querschnitt enthält die Symmetrieachse des Pokals. Im Querschnitt sind die markanten Eckpunkte der Profillinie des Sportpokals
und
durch die in Material 1 eingezeichneten Strecken verbunden. Bei den folgenden Modellierungen wird versucht, die eckige Profillinie des befüllbaren Bereichs abzurunden. Alle Maße sind in
angegeben.
und
1
Berechne den Inhalt der Querschnittsfläche des befüllbaren Bereichs. (Material 1)
[zur Kontrolle:
]
[zur Kontrolle:
(5 BE)
2.1
Ermittle die Funktionsgleichung einer ganzrationalen Funktion vierten Grades
, deren Graph die Profillinie des befüllbaren Bereichs oberhalb der
-Achse unter Einhaltung folgender Vorgaben modelliert:
Die Profillinie verläuft durch die Punkte
,
,
und
, der Winkel am Trinkrand soll
betragen (Material 1).
Die Parameter in der Funktionsgleichung sollen auf
Nachkommastellen gerundet werden. Begründe, dass der Grad der ganzrationalen Funktion nicht kleiner als vier sein kann.
(10 BE)
2.2
Bestimme das bei Verwendung der Funktion
entstehende Gesamtvolumen des befüllbaren Bereichs des Pokals. Die Dicke der Wandstärke des Pokals soll nicht berücksichtigt werden.
[Falls du die Funktionsgleichung in Aufgabe 2.1 nicht bestimmen konntest, verwende die Ersatzfunktion
mit
(3 BE)
3
Der Graph der Funktion
aus Aufgabe 2.1 legt die Vermutung nahe, dass man die Profillinie des befüllbaren Bereichs auch durch eine geeignete trigonometrische Funktion
mit
modellieren kann.
3.1
Erläutere folgende Überlegungen zur Bestimmung des Parameters
den Parameter
der Funktion
bestimmen kann.
(1)
Zunächst werden die Nullstellen von
im Intervall
bestimmt.
(2)
Dann werden die Funktionswerte an diesen beiden Nullstellen bestimmt.
(3)
Der Parameter
wird als Mittelwert der in (2) bestimmten Funktionswerte bestimmt.
Erläutere, wie man auf der Grundlage dieser Überlegungen anhand des Graphen von
(8 BE)
3.2
Für einen möglichen Entwurf des Pokals sind folgende Werte für die Parameter der Funktion
gegeben:
;
;
Die Periodenlänge beträgt
.
Bestimme unter Angabe einer Stammfunktion mit diesen Werten den Inhalt der Querschnittsfläche des befüllbaren Bereichs des Pokals für die Modellierung mit der Funktion
.
(4 BE)
3.3
Untersuche bei welcher der beiden Modellierungen der Profillinie (Aufgabe 2.1 und Aufgabe 3.2) die größere relative Abweichung des Inhalts der Querschnittsfläche von dem in Aufgabe 1 ermittelten Wert auftritt.
[Falls du die Funktionsgleichung in Aufgabe 2.1 nicht bestimmen konntest, verwende die Ersatzfunktion
mit
[Falls du die Funktionsgleichung in Aufgabe 2.1 nicht bestimmen konntest, verwende die Ersatzfunktion
(7 BE)
4
Für einen Sportpokal, dessen Profillinie mithilfe der Sinusfunktion
aus Aufgabe 3.2 modelliert wird, soll ein Deckel in Form einer Kugelkappe angefertigt werden. (Material 2)
4.1
Bestimme den Wert für
. (Bezeichnung gemäß Material 2)
(3 BE)
4.2
Leite aus der Skizze in Material 2 folgenden Zusammenhang der Größen
,
und
her:
(3 BE)
4.3
Der Graph der Funktion
mit
bildet die Randlinie eines Halbkreises mit dem Radius
und dem Mittelpunkt im Ursprung des Koordinatensystems. Erkläre die Bedeutung der Zeilen (1) bis (3) und deute das Ergebnis für
im Sachzusammenhang.
(1)
(2)
(3)
(7 BE)
Material 1

Material 2

Bildunterschrift
1

Hilfsskizze
2.1
Funktionsgleichung ermitteln
Durch Einsetzen der gegebenen Koordinaten in die Funktion
ergibt sich folgendes Gleichungssystem:
Damit der Winkel am Trinkrand
beträgt, muss gelten:
Es gilt:
Somit folgt die fünfte Gleichung des LGS:
Mit dem CAS kann das Gleichungssystem nun gelöst werden:
TI nspire CAS
Casio Classpad II
Es ergeben sich folgende Werte für die Parameter:
Eine ganzrationale Funktion vierten Grades ist somit gegeben durch:
Mindestgrad begründen
Da die Funktion verschiedene Funktionswerte annehmen muss, kann sie schon einmal nicht vom Grad Null sein.
Da aber trotzdem beispielsweise in den Punkten
und
der gleiche Funktionswert angenommen werden soll, muss zwischen diesen beiden Punkten ein Extrempunkt liegen. Gleiches gilt für die beiden Punkte
und
Die Funktion
muss also mindestens dritten Grades sein. Zusammen mit dem geforderten Winkel am Trinkrand, ergibt sich ein Gleichungssystem, das für eine Funktion dritten Grades nicht lösbar ist. Sie muss also mindestens vierten Grades sein.
menu
3: Algebra
7
keyboard
Math1
2.2
Mit der Formel für das Volumen von Rotationskörpern gilt:
TI nspire CAS
Casio Classpad II
Mit dem CAS folgt:
Bei Verwendung der Funktion
ergibt sich für den befüllbaren Bereich ein Gesamtvolumen von ca.
menu
4: Analysis
3: Integral
keyboard
Math2
3.1
Überlegungen erläutern
erläutern
Der Parameter
hängt von der Periodenlänge der Funktion
ab. Die halbe Periodenlänge von
ist der Abstand zweier aufeinanderfolgender Extremstellen.
Es muss also die Differenz
der beiden in (1) bestimmten Nullstellen von
bestimmt werden. Die Periodenlänge von
ist dann
Mithilfe der Formel
kann aus der Periodenlänge anschließend der Parameter
bestimmt werden:
(1)
Die Nullstellen von
sind die Stellen, an denen das notwendige Kriterium für lokale Extremstellen von
erfüllt ist. In diesem Schritt werden also die lokalen Extremstellen von
bestimmt.
(2)
Die Funktionswerte an diesen beiden Nullstellen entsprechen nun den
-Koordinaten der Extrempunkte von
(3)
Der Parameter
beschreibt die Verschiebung des Graphen entlang der
-Achse. Ist der Graph einer trigonometrischen Funktion nicht verschoben, ist also
so sind die
-Koordinaten aller Extrempunkte betragsmäßig gleich. Die Tiefpunkte liegen dann unterhalb der
-Achse, die Hochpunkte oberhalb der
-Achse.
Durch die Mittelwertbildung der
-Koordinate der beiden Extrempunkte des Graphen von
wird
so gewählt, dass die Hoch- und Tiefpunkte des Graphen von
denen von
entsprechen.
Bestimmung von Durch die Mittelwertbildung der
3.2
Aus der Periodenlänge
erhält man:
Eine Stammfunktion von
ist somit gegeben durch:
Der Flächeninhalt zwischen der Funktion
und der
-Achse entspricht der halben Querschnittsfläche. Somit folgt:
Durch die Modellierung mit der Funktion
erhält man für den Flächeninhalt der Querschnittsfläche des befüllbaren Bereichs des Pokals ca.
3.3
Der in Aufgabe 1 ermittelte Flächeninhalt beträgt
Relative Abweichung der Funktion
Relative Abweichung der Funktion
Die größere relative Abweichung des Flächeninhalts der Querschnittsfläche tritt also bei der Modellierung mit der Funktion
auf.
4.1
Der Parameter
beschreibt den Radius der Kugelkappe am Deckelrand.
Dieser muss dem Radius des Pokalrandes entsprechen, welcher der
-Koordinate an der Stelle
entspricht.
Somit folgt:
4.2
Die Länge der vom Mittelpunkt ausgehenden -in der Skizze gestrichelt dargestellten- Linie beträgt
Die Strecken mit den Längen
und
bilden ein rechtwinkliges Dreieck.
Mit dem Satz des Pythagoras folgt:
Somit folgt der Zusammenhang
4.3
(1)
Es wird das Volumen des Rotationskörpers berechnet, der entsteht, wenn die Fläche, die die beschriebene Randlinie des Halbkreises mit der
-Achse im Bereich
einschließt, um die
-Achse rotiert.
(2)
Das Integral wird mithilfe einer Stammfunktion von
umgeformt.
(3)
Der Zusammenhang aus 4.2 wird ausgenutzt. Für
wird daher
eingesetzt. Der Term hängt also nur noch von
und
ab, nicht mehr direkt von