C1 - Stochastik
In der sogenannten PINTA-Studie zur Internetabhängigkeit aus dem Jahr 2011 wurden bundesweit 15023 Personen im Alter von
-
Jahren befragt, die als repräsentativ für die Gesamtbevölkerung in dieser Altersklasse angesehen werden können. In der folgenden Tabelle sind einige Ergebnisse der Studie dargestellt.
aller Befragten wird demnach als internetabhängig eingestuft; bei
aller Befragten und
der weiblichen Befragten der Altersgruppe 14 - 16 Jahren wird die Internetnutzung als problematisch eingestuft.
Die Internetnutzung einer Person kann nicht gleichzeitig als problematisch und als Internetabhängigkeit eingestuft werden. Im Folgenden werden die in der PINTA-Studie ermittelten relativen Häufigkeiten bundesweit für alle Personen im Alter von
-
Jahren als Wahrscheinlichkeiten angesehen.
Binomialsummenfunktion 


für
Die Werte
und
bedeuten: Die angegebenen Wahrscheinlichkeiten sind auf vier Stellen gerundet
bzw.
Die Internetnutzung einer Person kann nicht gleichzeitig als problematisch und als Internetabhängigkeit eingestuft werden. Im Folgenden werden die in der PINTA-Studie ermittelten relativen Häufigkeiten bundesweit für alle Personen im Alter von
1.
Bestimme die Wahrscheinlichkeiten der folgenden Ereignisse:
- Eine zufällig ausgewählte männliche Person aus der Altersgruppe
-
wird als internetabhängig eingestuft.
- Unter
zufällig ausgewählten
-
-jährigen Mädchen sind genau
, deren Internetnutzung als problematisch eingestuft wird.
- Unter
zufällig gewählten
-
-jährigen Mädchen sind mehr als
, aber weniger als
, deren Internetnutzung als problematisch oder gar als Internetabhängigkeit eingestuft wird.
(7 BE)
2.
Im Internet finden sich zahlreiche Online-Tests, bei denen ein ähnlicher Fragenkatalog wie bei der Durchführung der PINTA-Studie zum Einsatz kommt. Hier können sich die Nutzer selbst bezüglich Internetabhängigkeit testen.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Online-Test einen tatsächlich internetabhängigen Nutzer auch als internetabhängig einstuft (Sensitivität), liegt bei
. Für die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Online-Test einen nicht internetabhängigen Nutzer auch als nicht internetabhängig einstuft (Spezifität), wird ein Wert von
angegeben. Eine zufällig ausgewählte Person aus der Altersgruppe
-
Jahre macht diesen Online-Test.
Die Wahrscheinlichkeit, dass ein bestimmter Online-Test einen tatsächlich internetabhängigen Nutzer auch als internetabhängig einstuft (Sensitivität), liegt bei
2.1
Berechne die Wahrscheinlichkeit für das Ereignis
„Wenn der Test die Person als internetabhängig einstuft, ist die Person auch tatsächlich internetabhängig.“
(6 BE)
2.2
Die Wahrscheinlichkeit dafür, dass eine Person aus der Altersgruppe
-
Jahre tatsächlich nicht internetabhängig ist, wenn der Test sie als nicht internetabhängig einstuft, beträgt ca.
.
Beurteile die Qualität des Online-Tests anhand dieser und der in Aufgabe 2.1 berechneten Wahrscheinlichkeit.
Beurteile die Qualität des Online-Tests anhand dieser und der in Aufgabe 2.1 berechneten Wahrscheinlichkeit.
(2 BE)
3.
Aus dem Abschlussbericht zur PINTA-Studie geht hervor, dass von den 15023 befragten Personen
das Internet weniger als eine Stunde täglich privat nutzen. Dieser Personenkreis wird im Folgenden als „Wenignutzer“ bezeichnet.
Ein Mathematik-Leistungskurs an einer sehr großen Schule hat die Vermutung, dass der Anteil der Wenignutzer unter den Schülerinnen und Schülern der Schule niedriger ist als der in der PINTA-Studie ermittelte Wert. Der bevorstehende Tag der offenen Tür soll dazu genutzt werden, die Vermutung mit Hilfe eines Hypothesentests zu überprüfen. Hierzu sollen 100 zufällig ausgewählte Schülerinnen und Schüler der Schule befragt werden.
3.1
Entwickle zu der oben genannten Vermutung einen geeigneten Hypothesentest auf einem Signifikanzniveau von
und gib die Entscheidungsregel im Sachzusammenhang an.
(6 BE)
3.2
Beschreibe die Fehler 1. und 2. Art im Sachzusammenhang und berechnen Sie die Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2. Art, wenn der Anteil der Wenignutzer unter den Schülerinnen und Schülern der Schule tatsächlich
beträgt.
(6 BE)
3.3
Die Graphen im Material zeigen für unterschiedliche Werte von
, wie sich bei einem gleich bleibenden Signifikanzniveau von
die Fehlerwahrscheinlichkeit
für den Fehler 2 . Art in Abhängigkeit vom tatsächlichen Anteil
der Wenignutzer verhält.
Beurteile anhand geeigneter Beispielwerte, ob sich eine Erhöhung des Stichprobenumfangs
auf die Güte des Tests auswirkt.
Material
Beurteile anhand geeigneter Beispielwerte, ob sich eine Erhöhung des Stichprobenumfangs
(3 BE)
1.
Wahrscheinlichkeiten bestimmen
Wahrscheinlichkeit für Ereignis
Die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses
lässt sich aus der Tabelle ablesen.
.
Wahrscheinlichkeit für Ereignis
Hierbei ist
die Anzahl der 14-16-jährigen Mädchen, deren Internetnutzung als problematisch eingestuft wird.
ist
-verteilt. Unter 5: Wahrscheinlichkeit
5: Verteilungen
D: Binomial Pdf kann nun mit Hilfe des CAS
berechnet werden:


Somit tritt Ereignis
mit einer Wahrscheinlichkeit von ca.
auf.
Wahrscheinlichkeit für Ereignis
Bei Ereignis
beschreibt
die Anzahl der
-jährigen Mädchen, deren Internetnutzung als problematisch oder gar als Internetabhängigkeit eingestuft wird. X ist binomial verteilt.
Mit Hilfe dieser Werte kann nun unter 5: Wahrscheinlichkeit
5: Verteilungen
D: Binomial Cdf im CAS 


berechnet werden:
Somit tritt Ereignis
mit einer Wahrscheinlichkeit von
auf.


2.1
Wahrscheinlichkeit berechnen
Die Aufgabe lässt sich mit einer Vierfeldertafel lösen.
: Person ist internetabhängig.
: Online-Test stuft Person als internetabhängig ein (Test positiv).
In der Aufgabenstellung sind folgende Wahrscheinlichkeiten bereits gegeben :
und
Für eine bedingte Wahrscheinlichkeit gilt die Formel:
Somit kann nun die Wahrscheinlichkeiten
und
folgendermaßen bestimmt werden:
Für
folgt entsprechend:
Nun kann die Vierfeldertafel erstellt werden:
Schließlich kann
berechnet werden.



2.2
Qualität des Tests beurteilen
Die Wahrscheinlichkeit
erscheint mit ca.
sehr gering. Bei einem positiven Testergebnis sind also weitere Untersuchungen ratsam. Die in Aufgabe
angegebene Wahrscheinlichkeit ist mit
sehr hoch. Personen, die ein negatives Testergebnis erhalten, können also mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sie tatsächlich nicht internetabhängig sind. Deshalb ist der Online-Test gut geeignet, um eine Internetabhängigkeit auszuschließen.
3.1
Hypothesentest entwickeln und Entscheidungsregel im Sachzusammenhang angeben
: Anzahl der Schüler, die zur Gruppe der Wenignutzer gehören
= 100
Die Nullhypothese
und die Alternativhypothese
können nun wie folgt formuliert werden:
In Worten lautet die Nullhypothese: Es sind mindestens
der Schüler Wenignutzer.
Das heißt, es wird ein linksseitiger Hypothesentest durchgeführt. Der Ablehnungsbereich
lautet:
Deshalb muss gelten:
Aus der Tabelle folgt:
und
.
Somit folgt für den Ablehungsbereich:
Das bedeutet, dass wenn
oder weniger der befragten Nutzer zu der Gruppe der Wenignutzer gehören wird die Nullhypothese verworfen und somit wird die Vermutung des Mathematik-Leisungskurs als bestätigt betrachtet.
3.2
Fehler 1. und 2. Art beschreiben
Der Fehler 1. Art beschreibt, dass die Nullhypothese abgelehnt wird, obwohl diese in Wahrheit zutrifft. Im Sachzusammenhang bedeutet dies, dass man aufgrund des Hypothesentests davon ausgeht, dass der Anteil der Wenignutzer geringer als
ist, also dass die Nullhypothese abgelehnt wird, obwohl der Anteil in Wahrheit
oder mehr beträgt.
Der Fehler 2. Art beschreibt, dass die Nullhypothese angenommen wird, obwohl diese in Wahrheit nicht zutrifft. Im Sachzusammenhang bedeutet dies, dass man aufgrund des Hypothesentests davon ausgeht, dass der Anteil der Wenignutzer gleich oder größer als
ist, also dass die Nullhypothese angenommen wird, obwohl der Anteil in Wahrheit kleiner als
ist.
Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2.Art bestimmen:
Es wird die Wahrscheinlichkeit berechnet, dass
im Annahmebereich liegt mit
.
Somit berechnet sich die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art wie folgt:


Mit Hilfe des CAS folgt dann weiter:


Somit beträgt die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art
.

3.3
Güte des Tests beurteilen
Die Kurven werden mit wachsendem
immer steiler. Die Betrachtung von
(p) für verschiedene
bei einem festen Wert
, beispielsweise
, zeigt: Für
ergibt sich der Wert
, für
der Wert
und für
der Wert
. Je größer
ist, desto kleiner ist also
, d.h. desto kleiner ist die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art. Eine Erhöhung des Stichprobenumfangs
wirkt sich somit positiv auf die Güte des Tests aus.
1.
Wahrscheinlichkeiten bestimmen
Wahrscheinlichkeit für Ereignis
Die Wahrscheinlichkeit des Ereignisses
lässt sich aus der Tabelle ablesen.
.
Wahrscheinlichkeit für Ereignis
Hierbei ist
die Anzahl der 14-16-jährigen Mädchen, deren Internetnutzung als problematisch eingestuft wird.
ist
-verteilt. Unter 5: Wahrscheinlichkeit
5: Verteilungen
D: Binomial Pdf kann nun mit Hilfe des CAS
berechnet werden:


Somit tritt Ereignis
mit einer Wahrscheinlichkeit von ca.
auf.
Wahrscheinlichkeit für Ereignis
Bei Ereignis
beschreibt
die Anzahl der
-jährigen Mädchen, deren Internetnutzung als problematisch oder gar als Internetabhängigkeit eingestuft wird. X ist binomial verteilt.
Mit Hilfe dieser Werte kann nun unter 5: Wahrscheinlichkeit
5: Verteilungen
D: Binomial Cdf im CAS 


berechnet werden:
Somit tritt Ereignis
mit einer Wahrscheinlichkeit von
auf.


2.1
Wahrscheinlichkeit berechnen
Die Aufgabe lässt sich mit einer Vierfeldertafel lösen.
: Person ist internetabhängig.
: Online-Test stuft Person als internetabhängig ein (Test positiv).
In der Aufgabenstellung sind folgende Wahrscheinlichkeiten bereits gegeben :
und
Für eine bedingte Wahrscheinlichkeit gilt die Formel:
Somit kann nun die Wahrscheinlichkeiten
und
folgendermaßen bestimmt werden:
Für
folgt entsprechend:
Nun kann die Vierfeldertafel erstellt werden:
Schließlich kann
berechnet werden.



2.2
Qualität des Tests beurteilen
Die Wahrscheinlichkeit
erscheint mit ca.
sehr gering. Bei einem positiven Testergebnis sind also weitere Untersuchungen ratsam. Die in Aufgabe
angegebene Wahrscheinlichkeit ist mit
sehr hoch. Personen, die ein negatives Testergebnis erhalten, können also mit hoher Wahrscheinlichkeit davon ausgehen, dass sie tatsächlich nicht internetabhängig sind. Deshalb ist der Online-Test gut geeignet, um eine Internetabhängigkeit auszuschließen.
3.1
Hypothesentest entwickeln und Entscheidungsregel im Sachzusammenhang angeben
: Anzahl der Schüler, die zur Gruppe der Wenignutzer gehören
= 100
Die Nullhypothese
und die Alternativhypothese
können nun wie folgt formuliert werden:
In Worten lautet die Nullhypothese: Es sind mindestens
der Schüler Wenignutzer.
Das heißt, es wird ein linksseitiger Hypothesentest durchgeführt. Der Ablehnungsbereich
lautet:
Deshalb muss gelten:
Aus der Tabelle folgt:
und
.
Somit folgt für den Ablehungsbereich:
Das bedeutet, dass wenn
oder weniger der befragten Nutzer zu der Gruppe der Wenignutzer gehören wird die Nullhypothese verworfen und somit wird die Vermutung des Mathematik-Leisungskurs als bestätigt betrachtet.
3.2
Fehler 1. und 2. Art beschreiben
Der Fehler 1. Art beschreibt, dass die Nullhypothese abgelehnt wird, obwohl diese in Wahrheit zutrifft. Im Sachzusammenhang bedeutet dies, dass man aufgrund des Hypothesentests davon ausgeht, dass der Anteil der Wenignutzer geringer als
ist, also dass die Nullhypothese abgelehnt wird, obwohl der Anteil in Wahrheit
oder mehr beträgt.
Der Fehler 2. Art beschreibt, dass die Nullhypothese angenommen wird, obwohl diese in Wahrheit nicht zutrifft. Im Sachzusammenhang bedeutet dies, dass man aufgrund des Hypothesentests davon ausgeht, dass der Anteil der Wenignutzer gleich oder größer als
ist, also dass die Nullhypothese angenommen wird, obwohl der Anteil in Wahrheit kleiner als
ist.
Wahrscheinlichkeit für den Fehler 2.Art bestimmen:
Es wird die Wahrscheinlichkeit berechnet, dass
im Annahmebereich liegt mit
.
Somit berechnet sich die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art wie folgt:


Mit Hilfe des CAS folgt dann weiter:


Somit beträgt die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art
.

3.3
Güte des Tests beurteilen
Die Kurven werden mit wachsendem
immer steiler. Die Betrachtung von
(p) für verschiedene
bei einem festen Wert
, beispielsweise
, zeigt: Für
ergibt sich der Wert
, für
der Wert
und für
der Wert
. Je größer
ist, desto kleiner ist also
, d.h. desto kleiner ist die Wahrscheinlichkeit für einen Fehler 2. Art. Eine Erhöhung des Stichprobenumfangs
wirkt sich somit positiv auf die Güte des Tests aus.